Hermann Mau
Beiträge
Context XXI, Heft 6-7/2004

Deutsche Geschichtsarbeit

Oktober
2004

Nicolas Berg macht die deutsche historische Forschung zur Shoah zum Gegenstand seiner historischen Forschung. Manchmal kann die Historiographie die Philosophie einholen. 1962 schrieb Max Horkheimer, dass „das Schuldbekenntnis der Deutschen nach der Niederlage des Nationalsozialismus 1945 (…) (...)

Hermann Mau (* 1. Juli 1913 in Hoyerswerda; † 25. Oktober 1952 bei Pforzheim) war ein deutscher Historiker. Er war Generalsekretär des Deutschen Instituts für Geschichte der nationalsozialistischen Zeit in München.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Gestapo-Haft und Verhöre unbelegt. --Meister und Margarita (Diskussion) 02:22, 29. Okt. 2017 (CEST)

Mau wurde 1913 als Sohn von August Mau, dem leitenden Arzt des Kreiskrankenhauses Hoyerswerda, und Franziska Mau (geb. Sievers) geboren. Er sang im Thomanerchor und legte sein Abitur an der humanistischen Thomasschule zu Leipzig ab.[1] Zu seinen Freunden zählten Karl Straube und Günther Ramin.

In den Jahren 1934/35 wurde er wegen seiner kritischen Einstellung zum Nationalsozialismus mehrmals von der Gestapo verhaftet, verhört und gequält. Von 1932 bis 1937 studierte er Geschichte, Germanistik und Soziologie an der Universität Leipzig. Seine Lehrer waren u. a. Herbert Grundmann, Hermann Heimpel, Walter Stach (1890–1955), Theodor Frings und Hans Freyer. 1940 promovierte er zum Dr. phil. Seine Dissertation hatte das Thema Die schwäbischen Rittergesellschaften mit St. Jörgenschild. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Einigungsbewegung im 15. Jahrhundert. als (erschienen im Beitrag zur Geschichte der deutschen Einungsbewegung). 1941 wurde er Heimpels Assistent am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Reichsuniversität Straßburg. 1943 verfasste er eine Arbeit zu Heinrich den Löwen. Ab 1944 vertrat er die Professur von Eberhard F. Otto in Straßburg. Ab 1944 habilitierte er sich an der Universität Leipzig (zuvor Umhabilitation von der Universität Jena, wo er den Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte vertrat) über Cluny und das Reich.

Ab 1945 war er Privatdozent für mittlere und neuere Geschichte in Leipzig. Dort wurde er stellvertretender Direktor des Historischen Instituts. Er trat in die CDU ein und wurde Hochschulreferent der CDU-Leitung in der sowjetischen Besatzungszone. Im Jahr 1947 wurde er gemeinsam mit Wolfgang Weinoldt, Werner Ihmels, Edmund Bründl und Luise Langendorf wegen angeblicher Spionagevorwürfe vom NKWD verhaftet. Da er von den Aktivitäten der Gruppe um Ihmels am wenigsten Kenntnis hatte, wurde er freigesprochen. Er kurierte im Benediktinerkloster Niederaltaich und floh 1948 in die amerikanische Besatzungszone. Bevor er 1951 Privatdozent an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde, war er für den Rundfunk tätig und gründete die Wohnheimsiedlung Maßmannplatz. Im selben Jahr reiste er auf Einladung John Jay McCloys in die USA.[2] Mau war von 1951 bis 1952 wissenschaftlicher Leiter und Generalsekretär (Nachfolger von Gerhard Kroll) des Deutschen Instituts für Geschichte der nationalsozialistischen Zeit in München. Das seit 1947 bestehende Institut forschte zur Zeit des Nationalsozialismus. Er publizierte zahlreiche Schriften und war Wegbereiter für die seit 1953 erscheinenden Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte.

Im Jahr 1952 verunglückte er mit seinem Auto auf einer Dienstreise. Sein Freund Carl Friedrich von Weizsäcker hielt die Trauerrede.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Geschichte der jüngsten Vergangenheit. Tübingen 1956.
  • Deutsche Geschichte der jüngsten Vergangenheit 1933–1945. Bonn, 1959 (Zusammenarbeit mit Helmut Krausnick und Nachwort von Peter Rassow).
  • Heinrich der Löwe. München 1943.
  • Die Rittergesellschaften mit St. Jörgenschild in Schwaben. Stuttgart 1941.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gottlieb Tesmer, Walther Müller: Ehrentafel der Thomasschule zu Leipzig. Die Lehrer und Abiturienten der Thomasschule zu Leipzig 1912–1932. Im Auftrag des Thomanerbundes, Selbstverlag, Leipzig 1934, S. 54.
  2. Astrid M. Eckert: Kampf um die Akten. Die Westalliierten und die Rueckgabe von deutschem Archivgut nach dem Zweiten Weltkrieg. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08554-8, S. 408–414.
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