Odessa was founded in 1794 by Catherine the Great, in the place of a rather unimportant Turkish fortress. Originally it was planned to build a town and port in a different place, but the military experts convinced her Highness to choose this site. The name was taken from an ancient settlement (…)
| Odessa | ||
|---|---|---|
| Одеса / Одесса | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Ukraine | |
| Oblast: | Oblast Odessa | |
| Rajon: | Rajon Odessa | |
| Höhe: | 40 m | |
| Fläche: | 236,9 km² | |
| Einwohner: | 1.010.537 (1. Januar 2022) | |
| Bevölkerungsdichte: | 4.266 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 65000–65480 | |
| Vorwahl: | +380 48 | |
| Geographische Lage: | 46° 29′ N, 30° 44′ O46.4774730.73262 | |
| KATOTTH: | UA51100270010076757 | |
| KOATUU: | 5110100000 | |
| Verwaltungsgliederung: | 4 Stadtrajone | |
| Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Serhiy Lysak[1] | |
| Adresse: | Думська Площа 1 65004 м. Одеса | |
| Website: | http://omr.gov.ua/ | |
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Odessa (ukrainisch [], russisch [], jiddisch אָדעס Odes oder אַדעס Ades, englisch Odesa oder (veraltet) Odessa) ist eine Millionenstadt am Schwarzen Meer und das administrative Zentrum der Oblast Odessa in der Ukraine. Die Stadt mit knapp über einer Million Einwohnern (Stand 2022) ist die bedeutendste Hafenstadt des Landes. Das historische Zentrum von Odessa wurde 2023 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen (Status: gefährdet).[2]

Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa liegt im Schwarzmeertiefland in der Südukraine, das sich als Teil der größeren Osteuropäischen Ebene in Richtung Süden immer mehr dem Meer neigt. Die Hafenstadt liegt an der nordwestlichen Küste des Schwarzen Meeres, am südwestlichen Ufer der großen Bucht von Odessa, etwa 40 km nördlich der Dnister-Mündung. Sie liegt 180 km nordwestlich der Halbinsel Krim und ca. 440 km südlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Staatsgrenze zwischen der Ukraine und der Republik Moldau verläuft nur etwa 40 km westlich der Stadt.
Die Stadt liegt auf einer mehrfach von tiefen Wasserrinnen (Balki) durchfurchten Hochfläche, die an der Küste im Bereich der Stadt und südlich von ihr etwa 30 Meter tief steil zum Meer hin abfällt. Von der Stadt aus kann der Hafen über Treppen erreicht werden.
Stadtgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Odessa (Одеська міська громада, Odeska miska hromada)[3], bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Odessa (Одеська міська рада/Odeska miska rada) und war direkt unter Oblastverwaltung gestellt.
Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Odessa und wurde gleichzeitig dessen Hauptstadt[4].
Administrativ gliedert sich Odessa in folgende vier Stadtteile („Stadtrajone“): Rajon Kyjiwskyj, Rajon Khadjibeyskyj, Rajon Prymorskyj, Rajon Peresypskyj.[5] Jeder Rajon hat seine eigene Verwaltung, die dem Odessaer Stadtrat untersteht. Im Rajon Kyjiwskyj befindet sich der 1805 von deutschen Siedlern gegründete Badeort Ljustdorf (Tschornomorka).
Die Bevölkerung verwendet jedoch auch informelle historische Namen, um die Orte in der Stadt zu beschreiben, wie z. B. Arkadia, Moldovanka, Slobidka, Velykyj Fontan, Peresyp usw.
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Odessa herrscht ein humides mediterranes Klima (nach Köppen und Geiger Cfa). Die Wassertemperatur liegt im Jahresdurchschnitt zwischen 13 und 14 °C, zwischen Januar und März bei 6 °C und im August bei 24 °C.[6]
| Odessa | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Klima Odessa
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Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Etymologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ursprung des Namens Odessa ist nicht eindeutig geklärt. Eine populäre Legende besagt, er sei von der antiken griechischen Stadt Odessos (heute Warna) abgeleitet – möglicherweise aufgrund einer Verwechslung, da Warna zwar ebenfalls am Schwarzen Meer, allerdings in Bulgarien liegt. Einer anderen Erklärung zufolge stammt der Name von der türkischen Bezeichnung Jedisan für die Region ab, die „sieben Flaggen“ oder „sieben Titel“ bedeutet und auf die Jedisan-Sippe der Nogaier-Horde zurückgeht, die wiederum aus sieben Untergruppen bestand.
Vorgeschichte
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In der Antike lebten in dem Gebiet verschiedene Steppenvölker wie die Skythen und Sarmaten sowie der thrakische Stamm der Tyrageten. Griechische Siedler gründeten die antike Stadt Borysthenes. Im ersten Jahrhundert vor Christus gelangte es unter dakische Herrschaft. Im Frühmittelalter war das Gebiet von ostslawischen Stämmen (Tiwerzen und Duleben) bewohnt, die mit der Zeit von türkischen Nomadenvölkern wie den Petschenegen und Kumanen verdrängt wurden.
Hacıbey
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Die durch den Khan der Krim Hacı gegründete Siedlung Hacıbey (Hadschi Bej, Khadzhibei) wurde erstmals 1415 erwähnt, als der Hafen der Siedlung, aus dem Getreide exportiert wurde, bereits relativ groß war. Auf dem Siedlungsgelände lag eine große Burg, deren Überreste bis Mitte des 18. Jahrhunderts erhalten blieben.[7] Khan Hacı trat das Gebiet an das Großfürstentum Litauen ab und 1562 ging es an das Osmanische Reich.
Um 1764 wurde nahe Hacıbey die Festung „Yeni Dünya“ („Jeni-Dünja“, zu deutsch „Neue Welt“), errichtet. Am 14. September 1789 wurde diese von russischen Truppen unter dem Befehl des katalanisch-neapolitanischen Generalmajors in kaiserlich russischen Diensten José de Ribas (1749–1800) im Russisch-Türkischen Krieg von 1787 bis 1792 in kurzer Zeit eingenommen.[8]
Als Teil des Russischen Reiches
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Nach dem Frieden von Jassy von 1792 wurde das zuvor osmanische Gebiet um Hacıbey in das Russische Kaiserreich eingegliedert. Im Rahmen der russischen Expansion an die nördliche Schwarzmeerküste ließ die kaiserliche Regierung den bestehenden Hafen und die Siedlung ab 1794 planmäßig zu einer Hafenstadt ausbauen. 1795 wurde der Name Odessa erstmals offiziell verwendet.[9]
Die Entwicklung der Stadt war Teil der wirtschaftlichen und administrativen Erschließung der vom Russischen Kaiserreich im späten 18. Jahrhundert erworbenen Gebiete nördlich des Schwarzen Meeres. Die kaiserliche Verwaltung bezeichnete große Teile dieser Region als Neurussland. Zur Besiedlung und wirtschaftlichen Entwicklung wurden sowohl Bewohner anderer Teile des Reiches als auch Einwanderer aus dem Ausland angeworben. Dadurch entwickelte sich Odessa von Beginn des 19. Jahrhunderts an zu einer ethnisch, sprachlich und religiös vielfältigen Stadt.[9]
Eine wichtige Rolle beim frühen Ausbau spielten ausländische Fachleute und Verwaltungsbeamte. Der aus Neapel stammende Offizier José de Ribas war an der Eroberung Hacıbeys und anschließend an der Planung des Hafens beteiligt. Unter dem französischen Emigranten Armand Emmanuel du Plessis, duc de Richelieu, der von 1803 bis 1814 als Stadtoberhaupt und später als Generalgouverneur amtierte, wurden Hafen, Straßen und öffentliche Einrichtungen weiter ausgebaut. Ihm folgte Alexandre Andrault de Langeron, unter dessen Amtszeit unter anderem 1817 das Lycée Richelieu gegründet wurde.
Von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung war der internationale Getreidehandel. Odessa wurde zu einem wichtigen Umschlagplatz für Getreide aus den ukrainischen und anderen landwirtschaftlich geprägten Gebieten des Hinterlandes, das über das Schwarze Meer insbesondere in den Mittelmeerraum und nach Westeuropa exportiert wurde. 1819 erhielt die Stadt den Status eines Freihafens (porto franco), der mit Unterbrechungen bis 1859 bestand und Handel und Zuwanderung zusätzlich förderte.[10]
Das schnelle Wachstum beruhte wesentlich auf Migration. Neben Ukrainern und Russen lebten und arbeiteten in Odessa unter anderem Juden, Griechen, Italiener, Deutsche, Bulgaren, Polen, Moldauer, Armenier und Franzosen. Händler und Seeleute verbanden die Stadt wirtschaftlich mit Häfen des Mittelmeerraums und Westeuropas. Die Vielfalt ihrer Bevölkerung wurde zu einem charakteristischen Merkmal der Stadt und unterschied Odessa von vielen anderen Großstädten des Russischen Kaiserreiches.[9]
Besonders bedeutend war die jüdische Bevölkerung. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Odessa zu einem der wichtigsten Zentren jüdischen wirtschaftlichen, intellektuellen und kulturellen Lebens in Osteuropa. Die jüdische Gemeinde gehörte zu den größten des Russischen Kaiserreiches und prägte Handel, Literatur, Presse und das kulturelle Leben der Stadt.[11]
Auch die griechische Gemeinschaft spielte insbesondere im Handel eine wichtige Rolle. 1814 wurde in Odessa die griechische Geheimgesellschaft Filiki Eteria gegründet, die die Unabhängigkeit Griechenlands vom Osmanischen Reich vorbereitete.[12]
Unter dem Generalgouverneur Michail Semjonowitsch Woronzow, der ab 1823 amtierte, setzte sich der wirtschaftliche und städtebauliche Ausbau fort. In dieser Zeit entstanden zahlreiche repräsentative öffentliche und private Gebäude. Europäische, insbesondere italienische Architekten prägten das Stadtbild wesentlich. Das planmäßige Straßennetz, die Verbindung zwischen Hochstadt und Hafen sowie die Architektur des 19. Jahrhunderts bilden heute einen wesentlichen Bestandteil des UNESCO-Welterbes des historischen Zentrums.
Das Wachstum war außergewöhnlich schnell: Aus einer kleinen Hafenstadt wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts eine der größten Städte des Russischen Kaiserreiches. Zugleich blieb Odessa von den sozialen, ethnischen und politischen Konflikten des Reiches nicht verschont. Gegen die jüdische Bevölkerung kam es im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehrfach zu Pogromen, darunter 1821, 1859, 1871 und 1905.[11]
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Odessa außerdem zu einem bedeutenden Bildungs- und Kulturzentrum. 1865 entstand aus dem Lycée Richelieu die Kaiserliche Neurussland-Universität. Der Ausbau der Eisenbahnverbindungen verstärkte die Verknüpfung des Hafens mit seinem landwirtschaftlichen Hinterland und förderte Handel und Industrialisierung.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Odessa zu den größten und kosmopolitischsten Städten des Reiches. Seine urbane Kultur entstand aus dem Zusammenwirken zahlreicher Bevölkerungsgruppen und Sprachen. Neben der russischsprachigen Kultur entwickelten sich insbesondere ein bedeutendes jüdisches Kulturleben sowie ukrainische kulturelle und politische Aktivitäten. Die gesellschaftliche Vielfalt der Stadt ging zugleich mit den Nationalitäten- und Sprachpolitiken des Russischen Kaiserreiches sowie wiederkehrenden interethnischen Spannungen einher.
Revolution von 1905
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Odessa von starken sozialen und politischen Spannungen geprägt. Während der Revolution von 1905 kam es in der Stadt zu Streiks, Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Internationale Bekanntheit erlangte die Meuterei auf dem russischen Kriegsschiff Knjas Potjomkin Tawritscheski, dessen Besatzung im Juni 1905 die Kontrolle über das Schiff übernahm und vor Odessa vor Anker ging.
Die revolutionären Unruhen wurden von den Behörden gewaltsam unterdrückt. Im Oktober 1905 kam es zudem zu einem schweren Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung. Mehrere hundert Menschen wurden getötet und zahlreiche Wohnungen und Geschäfte zerstört. Das Pogrom gehörte zu den schwersten antijüdischen Gewaltausbrüchen während der Revolution von 1905.[13]
Ukrainische Revolution und Kämpfe um Odessa 1917–1920
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Februarrevolution 1917 und dem Zusammenbruch der zaristischen Herrschaft entstanden auch in Odessa konkurrierende politische und nationale Organisationen. Neben russischen, jüdischen und anderen politischen Gruppierungen organisierten sich ukrainische Parteien, Kulturvereine und Soldatenverbände. Mit der Bildung der Ukrainischen Zentralna Rada in Kiew gewann die ukrainische Nationalbewegung auch in Odessa an politischer Bedeutung.
Nach der Ausrufung der Ukrainischen Volksrepublik (UNR) im November 1917 beanspruchte diese auch Odessa und die umliegende Region als Teil ihres Staatsgebietes. Die tatsächlichen Machtverhältnisse in der Stadt blieben jedoch umkämpft. Im Januar 1918 kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen ukrainischen Truppen und bolschewistisch orientierten Kräften. Nach deren Sieg wurde in Odessa eine kurzlebige Sowjetrepublik Odessa ausgerufen.
Im Zuge des Friedens von Brest-Litowsk und des Vormarsches deutscher und österreichisch-ungarischer Truppen brach die Sowjetrepublik Odessa im März 1918 zusammen. Die Stadt gelangte erneut unter die Kontrolle der Ukrainischen Volksrepublik und gehörte ab Ende April 1918 zum Ukrainischen Staat unter Hetman Pawlo Skoropadskyj. Während dieser Zeit wurden ukrainische staatliche und kulturelle Institutionen ausgebaut; zugleich blieb Odessa aufgrund seiner multinationalen Bevölkerung und seiner strategischen Bedeutung politisch stark umkämpft.

Nach dem Zusammenbruch des Hetmanats im Dezember 1918 beanspruchte das Direktorium der Ukrainischen Volksrepublik die Stadt. Gleichzeitig landeten im Rahmen der alliierten Intervention französische, griechische und weitere Truppen der Entente in Odessa. Die französische Militärverwaltung unterstützte antibolschewistische russische Kräfte und betrachtete die ukrainische Unabhängigkeitsbewegung mit Vorbehalten. Dadurch entstand in der Stadt eine komplexe politische Situation mit konkurrierenden ukrainischen, bolschewistischen, weißrussischen und ausländischen Machtzentren.
Im April 1919 räumten die französischen und griechischen Truppen Odessa. Anschließend übernahmen die Bolschewiki die Kontrolle über die Stadt. Im August 1919 wurde Odessa von den antibolschewistischen Weißen Truppen unter Führung der Streitkräfte Südrusslands eingenommen.
Während der Kämpfe um die Ukraine wechselte die Herrschaft über Odessa innerhalb weniger Jahre mehrfach. Im Februar 1920 nahm die Rote Armee die Stadt endgültig ein. Odessa wurde daraufhin Teil der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik, die 1922 zu einer der Gründungsrepubliken der Sowjetunion wurde.
Ukrainische SSR
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab 1920 war Odessa Teil der Ukrainischen SSR und ab 1922 der Sowjetunion.
Der Hungersnot von 1932/1934, dem Holodomor, fielen auch in Odessa viele Menschen zum Opfer. So sollen im ersten Halbjahr 1933 in der Oblast Odessa täglich nur 830 kcal[14] pro Person zur Verfügung gestanden haben, was etwa die Hälfte des als notwendig betrachteten Grundumsatzes ist.
Odessa lag 1941 bei Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges im Angriffsbereich der rumänischen 4. Armee, die gegen die verteidigende sowjetische 9. Armee rasch Erfolge erzielte. Als die Rumänen am 5. August 1941 die Stadt erreichten, begann die Schlacht um Odessa. Die sowjetische Führung erklärte Odessa zur Verteidigungszone, in der sich Reste der zurückflutenden Truppen mit den etwa 35.000 Verteidigern (Marine und Freiwillige) einigelten. Die „Unterstadt“ (höhlenartige Steinbrüche) wurde zur Deckung genutzt. Weiter über See verstärkt, konnte die Garnison alle rumänischen Angriffe bis zum Oktober abwehren. Da die Rumänen trotz starker Übermacht kaum vorankamen, wurde der Oberbefehlshaber der rumänischen Belagerer, Korpsgeneral Nicolae Ciupercă, am 9. September 1941 abgelöst und durch den bisherigen Kriegsminister General Iosif Iacobici ersetzt. Die Lage für die Verteidiger wurde wegen des deutschen Vormarschs Richtung Krim schließlich aussichtslos, so dass Odessa ab dem 1. Oktober geräumt wurde. Die sowjetische Schwarzmeerflotte brachte bis zum 16. Oktober 1941 70.000 Soldaten und 15.000 Zivilisten nach Sewastopol.
Daraufhin wurde Odessa von 1941 bis 1944 von rumänischen und deutschen Truppen besetzt. Die Stadt war ab Dezember 1941 Sitz des rumänischen Hauptquartiers von Transnistrien. Während der Besatzungszeit wurden etwa 60.000 Einwohner ermordet oder deportiert, die meisten waren Juden. Besonders das Massaker vom 23. bis zum 25. Oktober 1941 blieb in Erinnerung. Bei einer Explosion im rumänischen Hauptquartier in Odessa starben insgesamt 61 Personen, einschließlich des rumänischen Generals Glogojeanu. Ministerpräsident Ion Antonescu gab daraufhin den Befehl, als Vergeltung für jeden getöteten Offizier 200 und für jeden Soldaten 100 Juden oder Kommunisten zu töten. Daraus entwickelte sich ein Massaker, bei dem etwa 30.000 Juden getötet wurden. Der erste von mehreren Kriegsverbrecherprozessen gegen zunächst 38 Täter begann unmittelbar nach Kriegsende am 14. Mai 1945 in Bukarest, mit Haftstrafen bis zu 25 Jahren.[15]
Im März 1944 erhielt die 3. Ukrainische Front unter General Malinowski, die bereits am Südlichen Bug hielt, den Auftrag, zum Dnister vorzustoßen und Odessa einzunehmen. Ende März 1944 gingen aus mehreren Brückenköpfen am rechten Bug-Ufer drei sowjetische Armeen gegen die deutsche 6. Armee vor. Diese konnte sich unter General de Angelis nur hinhaltend verteidigen, zumal sie im Rücken von starker Partisanentätigkeit bedroht war. Am 10. April 1944 musste sie Odessa räumen und hinter den Dnister zurückgehen. Mit dem Verlust dieses Hafens zeichnete sich das Ende der deutschen Kriegführung im Schwarzen Meer ab.
Kriegsgefangenenlager 159
Auf Befehl des NKWD vom 3. Juli 1944 Nr. 00756 wurden in Odessa im Verlauf des Sommers und Herbstes 1944 unter der Lagerverwaltung 159 acht Lagerabteilungen für bis zu insgesamt 12.000 Kriegsgefangene eingerichtet. Die Zahl der Lagerabteilungen änderte sich in der Folgezeit nach Möglichkeiten und Bedürfnissen – vor allem denen des Arbeitseinsatzes. Bis Ende des Jahres 1946 waren 14 Lagerabteilungen mit einer Belegung von 10.800 Mann geplant. Tatsächlich befanden sich im Januar 1947 12.102 Kriegsgefangene im Lager 159, auf 16 Abteilungen verteilt und hauptsächlich beim Wiederaufbau des Kriegshafens Odessa, der Werften, des Landmaschinenbaus und anderer Industrien eingesetzt.
Ende 1948 wurde das bis dahin selbständige Kriegsgefangenenlager 126 Nikolajew als Lagerabteilung 7 verwaltungsmäßig dem Lager 159 Odessa angegliedert. Über die Todesrate im Lager liegen nur bruchstückhafte Angaben vor. So sind im Berichtsabschnitt des medizinischen Dienstes für das (vermutlich letzte) Quartal des Jahres 1944 654 Tote verzeichnet, die auf den physischen wie psychischen Erschöpfungszustand, auf ungeheizte Unterkünfte und schlechte Ernährung zurückgeführt wurden. Das ergäbe bei der andernorts erwähnten Belegung mit 11.687 Mann eine Todesrate von 5,6 % bzw. aufs Jahr hochgerechnet 22 %. Für das Jahr 1946 werden 66 Tote – an anderer Stelle 81 Tote – genannt, was 0,08 % der Lagerbelegung entsprechen soll.
Insgesamt durchliefen 68.256 Kriegsgefangene das Lager 159, darunter 26.331 deutsche, 2584 österreichische, 13.496 rumänische und 12.563 ungarische. Diese im Vergleich zum Bestand sehr viel höhere Zahl ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass in Odessa die Repatriierung konzentriert war.[16]
Die Stadt als Teil der unabhängigen Ukraine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 1. Dezember 1991 fand ein gesamtukrainisches Referendum über die Unabhängigkeitserklärung der Ukraine statt. Nach den Ergebnissen des Referendums in der gesamten Region Odessa stimmten 1.205.755 (85,38 % von 1.412.228 Befragten) für die Unabhängigkeitserklärung, 163.831 (11,6 %) dagegen und 42.642 Stimmzettel wurden für ungültig erklärt.[17] Seit ihrer Unabhängigkeitserklärung im Dezember 1991 gehört Odessa zur unabhängigen Ukraine.
Odessa ist eine der Städte, in die die OSZE am 21. März 2014 Beobachter entsandte.[18] In den Tagen und Wochen davor war es in Odessa zu prorussischen Protesten gekommen, bei denen Demonstranten ein Referendum nach dem Vorbild der Krim gefordert hatten.[19] Am 2. Mai 2014 kam es in der Stadt zu schweren Ausschreitungen mit 48 Todesopfern, davon mindestens 42 prorussische Aktivisten, und über 200 Verletzten.
Seit der Annexion der Krim und damit der Stadt Sewastopol durch Russland ist Odessa das Hauptquartier der Ukrainischen Seestreitkräfte.
Nach der Invasion der russischen Streitkräfte in der Ukraine 2022 blieb Odessa in den ersten Kriegswochen weitgehend verschont.[20] Die Stadt gilt als militärisch wichtig, da sie mit ihrem Seehafen einen wichtigen Brückenkopf bildet und etliche Bahnlinien in die ganze Ukraine dort zusammenlaufen.
Die russische Offensive kam vor Mykolajiw für lange Zeit zum Stehen. Dem größten Freiluftmarkt Europas, dem „7. Kilometer“ („Promrynke 7 km“), ging nach Monaten, in welchen kein Handelsschiff im Hafen anlegte, mehr und mehr die Ware aus.[21] Bis Anfang August 2022 blieb Odessa zwar nicht ganz von russischen Raketenangriffen verschont, aber die Schäden waren niemals vergleichbar mit anderen Städten; der bis zu diesem Zeitpunkt blutigste Angriff kostete Anfang Juli 2022 20 Menschen das Leben.[22] Erstmals nach Kriegsbeginn im Februar fuhr Anfang August 2022 ein Getreidefrachter aus dem Hafen von Odessa. Aufgrund der getroffenen Vereinbarung hoffte man zum Beginn drei Schiffe pro Tag beladen zu können.[23]
Im Zusammenhang mit der Aufkündigung des Getreideabkommens durch Russland wurde insbesondere der Hafen von Odessa ab Mitte Juli 2023 häufiges Ziel von Luftangriffen. Beim bisher schwersten Angriff seit Kriegsbeginn wurden in der Nacht zum 23. Juli 2023 zahlreiche Gebäude in der historischen Innenstadt, darunter die orthodoxe Verklärungskathedrale, schwer beschädigt.[24]
Demographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa wuchs im 19. und 20. Jahrhundert infolge von Handel, Industrialisierung und Zuwanderung stark. In der späten Sowjetzeit überschritt die Einwohnerzahl eine Million.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 403.815 |
| 1923 | 314.840 |
| 1926 | 411.416 |
| 1939 | 601.651 |
| 1959 | 667.182 |
| 1970 | 891.546 |
| 1979 | 1.046.133 |
| 1989 | 1.115.371 |
| 2001 | 1.029.049 |
| 2010 | 1.009.204 |
| 2019 | 1.013.159 |
| 2022 | 1.010.537 |
Zum 1. Januar 2022 wurde die anwesende Bevölkerung der Stadt auf 1.010.537 Einwohner geschätzt.[25]
Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine lässt sich die tatsächliche Einwohnerzahl aufgrund von Fluchtbewegungen, Binnenmigration und des Fehlens einer neuen Volkszählung nur eingeschränkt bestimmen. Die bislang einzige Volkszählung der unabhängigen Ukraine wurde am 5. Dezember 2001 durchgeführt.[26]
Ethnische und kulturelle Vielfalt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa ist aufgrund seiner Geschichte als Hafen- und Handelsstadt durch eine ausgeprägte ethnische und kulturelle Vielfalt geprägt. Zur Entwicklung der Stadt trugen neben Ukrainern unter anderem jüdische, griechische, bulgarische, moldauische, deutsche, polnische, armenische, russische und weitere Gemeinschaften bei.
Nach der bislang letzten ukrainischen Volkszählung von 2001 bildeten ethnische Ukrainer mit rund 62 % die deutliche Bevölkerungsmehrheit der Stadt. Rund 29 % bezeichneten sich als Russen; daneben bestanden kleinere bulgarische, jüdische, moldauische, belarussische, armenische, polnische, griechische und weitere Bevölkerungsgruppen.[27]
Die Volkszählung von 2001 erfasste ethnische Zugehörigkeit und sprachliche Merkmale getrennt. Angaben zur ethnischen Zugehörigkeit sind daher nicht mit der im Alltag verwendeten Sprache gleichzusetzen.[28]
Jüdische Bevölkerung
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Die jüdische Gemeinschaft spielte eine besonders bedeutende Rolle in der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung Odessas. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Osteuropa. Die jüdische Bevölkerung prägte unter anderem Handel, Presse, Literatur, Bildungswesen und das intellektuelle Leben der Stadt.[11]
Die jüdische Bevölkerung war zugleich wiederholt antisemitischer Gewalt und staatlicher Diskriminierung ausgesetzt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert kam es in Odessa mehrfach zu Pogromen.[11]
Das Stadtviertel Moldawanka wurde insbesondere durch die Erzählungen Isaak Babels über das jüdische Leben im Odessa des frühen 20. Jahrhunderts überregional bekannt.
Während der rumänischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung ermordet oder deportiert. Nach dem Krieg bestand weiterhin eine bedeutende jüdische Gemeinschaft; durch Emigration insbesondere seit den späten 1980er Jahren nahm ihre Zahl stark ab.
- Siehe auch: Geschichte der Juden in Odessa
Sprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ukrainisch ist die Staatssprache der Ukraine. Odessa besitzt zugleich eine lange Tradition der Mehrsprachigkeit. Aufgrund seiner Geschichte als internationale Hafenstadt wurden neben Ukrainisch und Russisch unter anderem Jiddisch, Griechisch, Bulgarisch, Deutsch, Polnisch und Moldauisch beziehungsweise Rumänisch gesprochen.
Während der Zugehörigkeit zum Russischen Kaiserreich und später zur Sowjetunion gewann Russisch im städtischen Alltag stark an Bedeutung. In den 1920er Jahren wurde im Rahmen der sowjetischen Ukrainisierung die Verwendung des Ukrainischen in Verwaltung, Bildung und Kultur verstärkt gefördert; seit den 1930er Jahren wurde diese Politik wieder zurückgenommen.
Im offiziellen Zensus aus dem Jahr 2001 gaben 65 % der Einwohner Russisch als Muttersprache an.[28] Eine 2015 veröffentlichte Befragung des International Republican Institute ergab, dass in Odessa 93 % der Einwohner zuhause Russisch sprechen.[29] Die ukrainische Volkszählung von 2001 erfasste ethnische Zugehörigkeit und sogenannte Muttersprache als unterschiedliche Merkmale.[28] Auch deshalb können Angaben zur „Muttersprache“ nicht unmittelbar mit ethnischer oder nationaler Identität gleichgesetzt werden.
Auch nach der Unabhängigkeit der Ukraine blieb Russisch in Odessa als Alltagssprache weit verbreitet. Gleichzeitig nahm die gesellschaftliche Präsenz des Ukrainischen im öffentlichen Leben zu. Seit dem Beginn des russischen Großangriffs 2022 ist dieser Wandel deutlich sichtbarer geworden, insbesondere in Bildung, Kultur, Medien, Dienstleistungen und im öffentlichen Raum. Aufgrund des russischen Angriffs und der hierdurch ausgelösten Stärkung des ukrainischen Patriotismus auch unter russischstämmigen Odessiten hat das Russische seit Kriegsbeginn viel seiner bisherigen Popularität verloren, gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Ukrainisch-Sprachkursen.[30]
Der historisch in Odessa verwendete russische Stadtdialekt beziehungsweise Regiolekt enthält Einflüsse des Ukrainischen und des Jiddischen und wurde unter anderem durch Isaak Babel literarisch bekannt.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das religiöse Leben Odessas spiegelt die historische kulturelle Vielfalt der Stadt wider. Die größte religiöse Tradition ist das orthodoxe Christentum. Daneben bestehen römisch-katholische, evangelisch-lutherische, armenisch-apostolische, jüdische, muslimische und weitere Gemeinden.
Odessa ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Odessa-Simferopol und ein bedeutender Standort der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche der Ukraine. Zu den bedeutenden Sakralbauten zählen unter anderem die Verklärungskathedrale und die evangelisch-lutherische St.-Pauls-Kirche.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Süden der Ukraine. Die Stadt verbindet den Seehafen mit dem ukrainischen Eisenbahn- und Straßennetz und besitzt ein umfangreiches kommunales Nahverkehrssystem.
Eisenbahn
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Der Hauptbahnhof Odessa-Holowna liegt südlich des historischen Stadtzentrums und ist der wichtigste Personenbahnhof der Stadt. Von Odessa bestehen Eisenbahnverbindungen in andere Regionen der Ukraine. Die Bahn spielt außerdem eine wichtige Rolle im Güterverkehr zwischen den Schwarzmeerhäfen und dem ukrainischen Hinterland.
Odessa ist Sitz der regionalen Eisenbahnverwaltung Odessaer Eisenbahn, die Teil der staatlichen Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja ist. Die Hafen- und Eisenbahninfrastruktur sind eng miteinander verbunden; für den Güterverkehr bestehen mehrere bahnseitig erschlossene Hafen- und Umschlaganlagen.[31]
Öffentlicher Nahverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der öffentliche Nahverkehr wird insbesondere durch die Straßenbahn, Oberleitungsbusse und Omnibusse getragen. Die elektrische Straßenbahn wurde 1910 eröffnet und gehört zu den ältesten noch betriebenen Straßenbahnsystemen der Ukraine.
Das Straßenbahnnetz erschließt sowohl die Innenstadt als auch Wohn- und Industriegebiete im Norden und Süden der Stadt. Ergänzt wird es durch ein Oberleitungsbusnetz und zahlreiche Buslinien. Der kommunale Verkehrsbetrieb Odesmiskelektrotrans betreibt einen wesentlichen Teil des städtischen Nahverkehrs.[32]
Zwischen dem Primorsky-Boulevard und dem unteren Ende der Potemkinschen Treppe verkehrt die Standseilbahn Odessa. Sie dient vor allem der Verbindung zwischen dem historischen Zentrum und dem Hafenbereich.
Straßenverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa ist über Fernstraßen mit Kiew, Mykolajiw, Cherson, Ismajil sowie der Republik Moldau und Rumänien verbunden. Aufgrund seiner Lage am Schwarzen Meer ist die Stadt zugleich ein wichtiger Knotenpunkt für den Güterverkehr zwischen den ukrainischen Häfen und dem Landesinneren.
Ein erheblicher Teil des regionalen Verkehrs wird über Straßenverbindungen zu den benachbarten Hafenstädten Tschornomorsk und Piwdenne sowie in den westlichen Teil der Oblast Odessa abgewickelt.
Hafen und Schiffsverkehr
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Der Hafen Odessa gehört zu den bedeutendsten Seehäfen der Ukraine. Zusammen mit den Häfen von Tschornomorsk und Piwdenne bildet er einen zentralen Hafenkomplex an der nordwestlichen Schwarzmeerküste.
Der Hafen dient dem Umschlag von Containern, landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Metallen und weiteren Gütern. Seit dem russischen Großangriff 2022 wurde der maritime Verkehr zeitweise stark eingeschränkt und die Hafeninfrastruktur wiederholt angegriffen. Dennoch blieb Odessa für den ukrainischen Außenhandel und insbesondere für den Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse von großer strategischer Bedeutung.
Flughafen
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Der Flughafen Odessa liegt südwestlich des Stadtzentrums. Vor dem russischen Großangriff war er einer der wichtigsten internationalen Flughäfen der Ukraine und verband Odessa mit zahlreichen ukrainischen und europäischen Städten.
Seit dem 24. Februar 2022 ist der zivile Flugverkehr aufgrund der kriegsbedingten Schließung des ukrainischen Luftraums eingestellt. Auch 2026 bleibt der Luftraum der Fluginformationsregion Odessa für zivile Flüge geschlossen.[33]
Das neue Passagierterminal des Flughafens war vor dem Krieg schrittweise in Betrieb genommen worden. Die weitere Entwicklung des zivilen Flugverkehrs hängt von der Sicherheitslage und der Wiederöffnung des ukrainischen Luftraums ab.
Bildung und Wissenschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa gehört zu den bedeutenden Hochschul- und Wissenschaftsstandorten der Ukraine. Die Stadt verfügt über Universitäten und Hochschulen mit Schwerpunkten unter anderem in Naturwissenschaften, Medizin, Technik, Seefahrt, Pädagogik, Wirtschaft und Musik.
Universitäten und Hochschulen
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Die traditionsreichste Universität der Stadt ist die heutige Nationale I.-I.-Metschnikow-Universität Odessa. Sie wurde 1865 als Kaiserliche Neurussland-Universität eröffnet und ging aus dem Richelieu-Lyzeum hervor. Heute umfasst sie ein breites Spektrum geistes-, natur- und sozialwissenschaftlicher Fächer. Zur Universität gehört unter anderem das Astronomische Observatorium Odessa.[34]
Zu den weiteren großen Hochschulen gehört die 1918 gegründete Polytechnische Universität Odessa, die insbesondere technische und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge anbietet.

Die Nationale Medizinische Universität Odessa geht auf eine 1900 gegründete medizinische Fakultät der damaligen Neurussland-Universität zurück. Sie entwickelte sich später zu einer eigenständigen medizinischen Hochschule und bildet heute Ärzte, Zahnärzte, Pharmazeuten und weitere Gesundheitsberufe aus.[35]
Einen besonderen Schwerpunkt der Stadt bildet die maritime Ausbildung. Die Staatliche Marineuniversität Odessa sowie weitere nautische und maritime Bildungseinrichtungen bilden Fachkräfte für Schifffahrt, Hafenwirtschaft, Logistik und verwandte Bereiche aus.
Weitere Hochschulen sind die Südukrainische Staatliche Pädagogische K.-D.-Uschinski-Universität Odessa, die Nationale Wirtschaftsuniversität Odessa sowie die Nationale A.-W.-Neschdanowa-Musikakademie Odessa. Hinzu kommen spezialisierte Einrichtungen wie die Militärakademie Odessa.
Forschung
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Neben den Hochschulen bestehen in Odessa zahlreiche wissenschaftliche Institute und Forschungszentren. Traditionell wichtige Forschungsgebiete sind unter anderem Meereswissenschaften, Biologie, Astronomie, Medizin, Chemie, Physik und Ingenieurwissenschaften.
Das Astronomische Observatorium der Metschnikow-Universität gehört zu den traditionsreichen wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt. Aufgrund ihrer Lage am Schwarzen Meer besitzt Odessa zudem besondere Bedeutung für Meeresforschung, Hydrobiologie, Hafen- und Schifffahrtswissenschaften.
Die wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt sind Teil des ukrainischen Hochschul- und Forschungssystems und arbeiten mit nationalen sowie internationalen Partnern zusammen.
Bibliotheken und wissenschaftliche Sammlungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den bedeutenden wissenschaftlichen Bibliotheken gehört die Nationale Wissenschaftliche Bibliothek Odessa. Sie zählt zu den ältesten großen Bibliotheken der Ukraine und besitzt umfangreiche historische und wissenschaftliche Bestände.
Daneben verfügen die Universitäten über eigene wissenschaftliche Bibliotheken, Archive, Museen und Sammlungen. Die Nationale Medizinische Universität Odessa unterhält beispielsweise anatomische und medizinhistorische Sammlungen, während die Metschnikow-Universität über naturwissenschaftliche und astronomische Einrichtungen verfügt.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Juli 1994 wurde Eduard Hurwiz zum Bürgermeister gewählt. Im März 1998 erfolgte seine Wiederwahl, doch wurde stattdessen sein Konkurrent Rouslan Bodelan Bürgermeister, nachdem auf Intervention von Präsident Leonid Kutschma die Wahl per Gerichtsbeschluss aufgehoben worden war.[36] Bei der Wahl 2002 traten wieder beide an, und Bodelan gewann. Nach der Orangen Revolution erklärte 2005 ein Gericht die Wahl für ungültig und ernannte stattdessen Hurwiz zum Bürgermeister.[37] Bodelan ging nach Russland. Bei der folgenden Wahl 2006 wurde Hurwiz zum Bürgermeister gewählt.
Bei den Bürgermeisterwahlen 2010 trat Hurwiz für die „Front Smin“ von Arsenij Jazenjuk an, doch verlor er gegen den Kandidaten der Partei der Regionen, Oleksij Kostussew, der bis dato dem Antimonopolkomitee vorstand. Dieser trat von seinem Amt jedoch nach nur einer Legislaturperiode wieder ab.
Amtierender Bürgermeister der Stadt ist seit dem 25. Mai 2014 Hennadij Truchanow, der wie sein Vorgänger für die Partei der Regionen zur Wahl stand. Am 14. Oktober 2025 hob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Staatsbürgerschaft von Truchanow per Erlass auf, weil laut dem Sicherheitsdienst der Ukraine Truchanow einen russischen Pass besitze, ein Vorwurf, der laut Medienberichten seit 2014 bekannt sei, und kündigte an Odessa unter Militärverwaltung zu stellen.[38][39]
Städtepartnerschaften
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Odessa unterhält mit rund 40 Städten aus zahlreichen Ländern Beziehungen, die nach eigener Darstellung in Bruderstädte[40] und Partnerstädte[41] unterschieden werden.
Die Schilder mit den Partnerstädten der Russischen Föderation auf dem Denkmal Wegweiser zu den Bruder- oder Partnerstädten wurden 2022 auf Beschluss des Exekutivkomitees von Odessa wegen der Invasion Russlands in die Ukraine entfernt[42]. Trotz des von der Werchowna Rada beschlossenen Dekommunisierungsgesetzes hat der Stadtrat von Odessa noch keinen Beschluss zur Beendigung der Partnerschaften beschlossen, was von ukrainischen Gruppen wie „Grünes Blatt“ kritisiert wird.[43]

| Stadt | Land | seit | Typ |
|---|---|---|---|
| Alexandria |
Agypten |
1968 | Bruderstadt |
| Baltimore |
Vereinigte Staaten |
1975 | Bruderstadt |
| Bremen |
Deutschland |
2023[46] | Bruderstadt |
| Brest |
Belarus |
2004 | Partnerstadt |
| Chișinău |
Moldau Republik |
1994 | Bruderstadt |
| Constanța |
Rumänien |
1991 | Bruderstadt |
| Danzig |
Polen |
1996 | Partnerstadt |
| Genua |
Italien |
1972 | Bruderstadt |
| Haifa |
Israel |
1992 | Bruderstadt |
| Heidelberg | Deutschland |
2025 | Partnerstadt |
| Istanbul |
Turkei |
1997 | Bruderstadt |
| Jerewan |
Armenien |
1995 | Bruderstadt |
| Kalkutta | Indien |
1986 | Bruderstadt |
| Klaipėda |
Litauen |
2004 | Partnerstadt |
| Larnaka | Zypern Republik |
2004 | Partnerstadt |
| Liverpool |
Vereinigtes Konigreich |
1957 | Bruderstadt |
| Łódź |
Polen |
1993 | Bruderstadt |
| Mainz |
Deutschland |
2024 | Partnerstadt |
| Marseille |
Frankreich |
1973 | Bruderstadt |
| Marrakesch |
Marokko |
2019 | Partnerstadt |
| Miami Beach | Vereinigte Staaten |
2022 | Partnerstadt |
| Minsk |
Belarus |
1996 | Partnerstadt |
| Mombasa | Kenia |
2021 | Partnerstadt |
| Moskau | Russland |
1996 | |
| Nikosia |
Zypern Republik |
1996 | Bruderstadt |
| Ningbo | China Volksrepublik |
2008 | Partnerstadt |
| Oulu |
Finnland |
1957 | Bruderstadt |
| Piräus | Griechenland |
1993 | Bruderstadt |
| Qingdao | China Volksrepublik |
1993 | Bruderstadt |
| Regensburg |
Deutschland |
1990 | Bruderstadt |
| Rostow am Don | Russland |
1993 | Partnerstadt |
| Split |
Kroatien |
1964 | Bruderstadt |
| Sankt Petersburg | Russland |
2002 | Partnerstadt |
| Szeged |
Ungarn |
1961 | Bruderstadt |
| Tallinn |
Estland |
1997 | Partnerstadt |
| Tanganrog | Russland |
1993 | Partnerstadt |
| Tiflis |
Georgien |
1996 | Partnerstadt |
| Valparaíso |
Chile |
2004 | Partnerstadt |
| Vancouver |
Kanada |
1944 | Bruderstadt |
| Republik Venedig |
Italien |
2022 | Partnerstadt |
| Warna |
Bulgarien |
1992 | Bruderstadt |
| Warschau |
Polen |
2010 | Partnerstadt |
| Wien |
Osterreich |
2006 | Partnerstadt |
| Wolgograd | Russland |
2001 | Partnerstadt |
| Yokohama |
Japan |
1965 | Bruderstadt |
Stadtbild und Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Historisches Zentrum und UNESCO-Welterbe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das historische Zentrum Odessas gehört zu den bedeutenden Stadtlandschaften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts im nördlichen Schwarzmeerraum. Sein Stadtgrundriss ist durch ein weitgehend regelmäßiges Straßennetz, breite Straßen und überwiegend zwei- bis viergeschossige Bebauung geprägt. Ein charakteristisches Element ist die räumliche Verbindung zwischen dem auf einem Hochplateau gelegenen Zentrum, dem Hafen und dem Schwarzen Meer.[47]

Die Architektur entstand unter dem Einfluss unterschiedlicher europäischer Bautraditionen und der multiethnischen Bevölkerung der Hafenstadt. An Planung und Bau wirkten Architekten und Ingenieure verschiedener Herkunft mit; insbesondere italienische Architekten spielten in der frühen Entwicklung der Stadt eine wichtige Rolle.[48]
Am 25. Januar 2023 wurde das historische Zentrum nach den Kriterien (ii) und (iv) in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Aufgrund der Gefährdung durch den russischen Überfall auf die Ukraine wurde es zugleich in die Liste des gefährdeten Welterbes eingetragen.[47]
Architektur und Stadtbild
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Zu den bekanntesten städtebaulichen Ensembles gehört der Primorsky-Boulevard am Rand des Hochplateaus über dem Hafen. Von dort führt die monumentale Potemkinsche Treppe zum Hafenbereich. Die Verbindung zwischen Boulevard, Treppe, Hafen und Meer gehört zu den prägenden städtebaulichen Achsen des historischen Zentrums.[47]
Am oberen Ende der Potemkinschen Treppe steht das Denkmal für Armand Emmanuel du Plessis, duc de Richelieu. In der Nähe befindet sich außerdem eine Kanone des britischen Schiffes Tigris, das während des Krimkriegs sank.
Das Opern- und Balletttheater zählt zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt. Der heutige Bau wurde im späten 19. Jahrhundert nach Plänen der Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichtet.

Zu den weiteren bedeutenden Kultur- und Repräsentationsbauten gehören die Philharmonie Odessa, das Haus der Wissenschaftler im ehemaligen Tolstoi-Palais, der Woronzowpalast und das Palais Kinsky. Im Palais Kinsky übernachtete unter anderem Winston Churchill vor der Konferenz von Jalta.
Weitere markante historische Gebäude sind die Nationale Wissenschaftliche Bibliothek Odessa, das Haus Falz-Fein, das Mietshaus Margulis, das Hauptpostamt Odessa, die Kotzebue-Brücke und das Hotel Bristol. Das Haus Falz-Fein ist mit der deutschstämmigen Familie Falz-Fein verbunden, die in der Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Region eine bedeutende Rolle spielte.

Ein charakteristisches Element der historischen Innenstadt sind die geschlossenen Häuserblöcke mit Innenhöfen. Neben den repräsentativen Boulevards und Geschäftsstraßen gehören auch historisch gewachsene Quartiere wie die Moldawanka zur städtischen Kultur Odessas.
Sakralbauten
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Die religiöse Architektur spiegelt die historisch multiethnische und multikonfessionelle Bevölkerung der Stadt wider. Zu den bekanntesten orthodoxen Sakralbauten gehört die Verklärungskathedrale auf dem Kathedralenplatz. Sie wurde in der Sowjetzeit zerstört, nach der ukrainischen Unabhängigkeit wiederaufgebaut und im Juli 2023 bei einem russischen Raketenangriff schwer beschädigt.
Zu den weiteren bedeutenden christlichen Sakralbauten gehören die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche St. Paul, die Uspenski-Kathedrale, die armenische Kirche auf dem Gagarinplateau, die griechisch-orthodoxe Kirche, die Kirche des heiligen Elias, die Kirche des heiligen Panthelemon, die Kirche der heiligen Muttergottes, die polnische Kirche beziehungsweise Kirche des heiligen Petrus, das Frauenkloster Erzengel Michael und das Uspenski-Mönchskloster.
Die jüdische Geschichte der Stadt ist ebenfalls durch mehrere historische Synagogen sichtbar. Zu den bekannten jüdischen Gotteshäusern gehört die Or-Sameach-Synagoge.
Theater, Museen und Kulturinstitutionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa besitzt eine lange Tradition als Theater-, Literatur-, Musik- und Museumsstadt. Das Opern- und Balletttheater und die Philharmonie Odessa gehören zu den bekanntesten Kulturinstitutionen der Stadt.
Zu den bedeutenden Museen zählen das Archäologische Museum, das Heimatkundemuseum, das Nationale Kunstmuseum Odessa, das Literaturmuseum und das Museum für westeuropäische und orientalische Kunst. Daneben bestehen kleinere und spezialisierte Einrichtungen wie die Sammlungen von Oleksandr Bleschtschunow und das Betonmuseum.
Das kulturelle Leben der Stadt wurde durch ukrainische, jüdische, griechische, polnische, deutsche, russische und weitere Traditionen geprägt. Zu den mit Odessa verbundenen Schriftstellern und Kulturschaffenden gehören unter anderem Lesja Ukrajinka, Isaak Babel, Anna Achmatowa, Iwan Bunin, Wladimir Jabotinsky und Kornej Tschukowski.
Film, Literatur und Musik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa gehört zu den historischen Zentren der Filmproduktion in der Ukraine. Das Odessaer Filmstudio entwickelte sich insbesondere in den 1920er Jahren zu einem bedeutenden Produktionsort des ukrainischen und später sowjetischen Films. Zu den mit Odessa verbundenen Filmschaffenden gehört Oleksandr Dowschenko, der in der Stadt frühe Arbeiten realisierte.
Internationale Bekanntheit erlangte die Stadt auch durch die Darstellung der Potemkinschen Treppe in Sergei Eisensteins Film Panzerkreuzer Potemkin von 1925.
Das literarische Bild Odessas wurde stark von seiner multiethnischen Stadtgesellschaft geprägt. Besonders bekannt wurden Isaak Babels Geschichten aus Odessa, die das jüdische Milieu der Moldawanka literarisch verarbeiteten. Gleichzeitig entwickelte sich insbesondere während der Ukrainisierung der 1920er Jahre eine verstärkte ukrainischsprachige literarische und kulturelle Öffentlichkeit.
Denkmäler und Erinnerungskultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der öffentliche Raum Odessas enthält Denkmäler aus unterschiedlichen politischen und historischen Epochen. Zu den bekannten Denkmälern gehören jene für Iwan Franko, Bohdan Chmelnyzkyj, Antin Holowaty, Wera Wassiljewna Cholodnaja, Adam Mickiewicz, Richelieu, Taras Schewtschenko und Michail Woronzow. Hinzu kommen unter anderem das Goldene Kind von Ernst Iossifowitsch Neiswestny sowie das Matrosendenkmal im Schewtschenko-Park.
Ein ungewöhnliches Beispiel für die Umdeutung eines sowjetischen Denkmals ist die Darth-Vader-Statue, die 2015 aus einem ehemaligen Lenindenkmal entstand.
Seit der ukrainischen Unabhängigkeit und insbesondere seit 2014 wurde die Gestaltung des öffentlichen Raums zunehmend neu bewertet. Im Zuge der Dekommunisierung sowie späterer Maßnahmen zur Dekolonisierung wurden zahlreiche Straßen und Plätze umbenannt und einzelne Denkmäler entfernt oder neu kontextualisiert.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt Ende 2022 die Entfernung des Denkmals für Katharina II. und die sogenannten „Gründer Odessas“. Die Veränderungen im öffentlichen Raum sind Teil einer breiteren gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem imperialen und sowjetischen Erbe der Stadt sowie mit der stärkeren Sichtbarkeit ukrainischer und anderer historischer Traditionen.
Parks, Plätze und Erholungsräume
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den bekannten Grün- und Erholungsräumen der Stadt gehören der Stadtpark (Міський сад), der Botanische Garten Odessa, der Schewtschenko-Park und der Park des Sieges.
Der Griechische Platz im historischen Zentrum erinnert mit seinem Namen an die bedeutende griechische Gemeinschaft, die insbesondere im Handelsleben der Stadt eine wichtige Rolle spielte.
Weitere Einrichtungen für Freizeit und Erholung sind der Zoologische Garten und das Delfinarium Odessa.
Die Lage am Schwarzen Meer prägt die öffentlichen Räume der Stadt wesentlich. Südlich des historischen Zentrums erstrecken sich Strände und Erholungsgebiete entlang der Küste.
Straßen und Katakomben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Derybasiwska gehört zu den bekanntesten Straßen der historischen Innenstadt und ist heute eine wichtige Fußgänger- und Geschäftsstraße. Sie wurde nach José de Ribas benannt, der an der russischen Eroberung Hacıbeys und am späteren Ausbau des Hafens beteiligt war.
Unter Odessa und seinem Umland erstreckt sich ein weit verzweigtes System künstlicher unterirdischer Gänge. Die Katakomben von Odessa entstanden überwiegend durch den Abbau von Kalkstein als Baumaterial und umfassen ein ausgedehntes Netz aus Steinbrüchen, Tunneln und Labyrinthen.
Teile der Katakomben wurden während des Zweiten Weltkriegs von sowjetischen Partisanengruppen genutzt. Heute sind einzelne Bereiche museal beziehungsweise im Rahmen geführter Besichtigungen zugänglich.
Festivals und Kulturveranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odessa besitzt eine vielfältige Festival- und Veranstaltungskultur. Neben Theater-, Musik- und Literaturveranstaltungen finden regelmäßig Filmfestivals, Konzerte, Ausstellungen und Stadtfeste statt. Die kommunale Kulturplattform der Stadt führt zahlreiche Veranstaltungen in Einrichtungen wie dem Opern- und Balletttheater, der Philharmonie Odessa und dem Ukrainischen Musik- und Dramatheater auf.[49]
Zu den international bekanntesten Veranstaltungen gehört das Internationale Filmfestival Odessa, das 2010 gegründet wurde und sich zu einer bedeutenden Plattform für ukrainisches und internationales Kino entwickelte. Es präsentiert Spielfilme, Premieren, Nachwuchsproduktionen und Branchenveranstaltungen.[50]
Seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine konnte das Festival zeitweise nicht in Odessa stattfinden. Die 17. Ausgabe wurde 2026 in Kiew ausgerichtet; der Name und die institutionelle Identität des Festivals blieben jedoch mit Odessa verbunden.[51]
Zu den traditionsreichen städtischen Veranstaltungen gehört außerdem die Humoryna, ein mit dem 1. April verbundenes Humor- und Straßenfest, das lange Zeit zum populären Selbstbild Odessas gehörte. Der Dumska-Platz dient regelmäßig als Ort öffentlicher Veranstaltungen, Feierlichkeiten und Kundgebungen.[52]
Sport (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Außer einer Vielzahl von Sportvereinen sind insbesondere folgende zu nennen:
- Der bekannteste Fußballverein der Stadt ist Tschornomorez Odessa. Der Klub spielt in der Premjer-Liha, der ersten ukrainischen Liga. Das Stadion Zentralstadion Tschornomorez (auch als Schwarzmeerstadion bezeichnet) diente als Ausweichstadion für die Fußball-Europameisterschaft 2012.
- Die Box-Klubs der Stadt spielen eine bedeutende Rolle, beispielsweise Sparta Odessa.[53]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Joachim Baumann, Uwe Moosburger: Odessa, Facetten einer Stadt im Wandel. Pustet, Regensburg 2003, ISBN 3-7917-1848-7.
- Anatole Bond: Deutsche Siedlung am Schwarzen Meer, Lustdorf bei Odessa (= Deutsche Dialektographie. Band 104). Elwert, Marburg/L. 1978, ISBN 3-7708-0576-3 (geschichtliche und sprachliche Studien).
- Brigitte Schulze: Odessa – Aufstrebende Metropole am Schwarzen Meer. Verlag UKIN, Weilheim 2008, ISBN 978-3-9810467-2-4.
- Walentin Petrowitsch Katajew: In den Katakomben von Odessa. Kultur und Fortschritt, Berlin 1955.
- Petra Reski: Odessa – eine Stadt erwacht zu neuem Leben. In: Geo Saison. Heft 2, 2006, ISSN 0342-8311 (geo.de).
- Nadja Helling: Odessa. Ein Stadtführer. Kiew 2009, ISBN 966-8169-10-7.
- Tanya Richardson: Kaleidoscopic Odessa. History and Place in Contemporary Ukraine (= Anthropological Horizons. Band 35). University of Toronto Press, Toronto 2008, ISBN 978-0-8020-9837-5 (englisch).
- Steven Zipperstein: The Jews of Odessa: A Cultural History, 1794–1881. Stanford University Press, Stanford, Calif. 1985.
- Digitalisierte ältere Publikationen
- Odessa, Lexikoneintrag in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 902–904 (Zeno.org).
- Friedrich Bienemann: Geschichte der evangelisch-lutherischen Gemeinde zu Odessa. Druck von A. Schultze, Odessa 1890 (Google Books).
- L. Pinsker: Die See- und Limanbäder von Odessa. Braumüller, Wien 1881 (Google Books).
- Karl Koch: Die Krim und Odessa. Reiseerinnerungen. Neue Ausgabe, Leipzig 1867 (Google Books).
- Ferdinand von Hellwald: Odessa. In: Slavische Blätter. Erster Jahrgang. Zweites Heft (Februar), Wien 1865, S. 140–143 (Google Books).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Homepage von Odessa omr.gov.ua (en, ua, ru)
- Übersicht der Architekturdenkmäler der Stadt (ua, en, de, ru)
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ https://odessa-journal.com/serhiy-lysak-appointed-head-of-odesa-military-administration
- ↑ UNESCO World Heritage Centre: The Historic Centre of Odesa. Abgerufen am 16. Juni 2023 (englisch).
- ↑ Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 720-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Одеської області"
- ↑ Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"
- ↑ Картка постанови. In: w1.c1.rada.gov.ua. Офіційний портал Верховної Ради України, abgerufen am 24. Oktober 2018.
- ↑ Alexander Merkel: KLIMA ODESSA (UKRAINE) DATEN UND GRAPHEN ZUM KLIMA UND WETTER FÜR ODESSA. In: CLIMATE-DATA.ORG. AM Online Projects, 13. Februar 2021, abgerufen am 5. Januar 2022.
- ↑ Entstehung und Entwicklung der Stadt Odessa in der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR; abgerufen im Jahr 2019 (ukrainisch).
- ↑ Vier Legenden zum Namen von Odessa
- ↑ a b c Patricia Herlihy: Odessa Recollected: The Port and the People. Academic Studies Press, 2018, ISBN 978-1-61811-736-6, doi:10.1515/9781618117373, JSTOR:j.ctv1zjg9f5.
- ↑ Taras H. Honcharuk: Одеське порто-франко 1819–1859 pp.: історико-правовий аспект. In: Лукомор'я: археологія, етнологія, історія Північно-Західного Причорномор'я. 2008, S. 160–169.
- ↑ a b c d Steven J. Zipperstein: The Jews of Odessa: A Cultural History, 1794–1881. Stanford University Press, Stanford 1985, doi:10.1086/ahr/92.1.174.
- ↑ Evrydiki Sifneos: Preparing the Greek Revolution in Odessa in the 1820s: Tastes, Markets and Political Liberalism. In: The Historical Review / La Revue Historique. 2014, doi:10.12681/hr.333.
- ↑ Robert Weinberg: The Revolution of 1905 in Odessa: Blood on the Steps. Indiana University Press, Bloomington 1993, doi:10.1086/ahr/99.4.1363.
- ↑ The Great Famine-Genocide in Soviet Ukraine (Holodomor). In: artukraine.com. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 7. März 2016; abgerufen am 24. Oktober 2018 (englisch, aus: The News in brief. University of Melbourne, Melbourne, Australia, 19. Juni 1998, Band 7, Nr. 22).
- ↑ Die erste Ausgabe der Berliner Zeitung vom 21. Mai 1945 berichtet detailliert über den Ablauf der Pogrome, spricht von „Bestialitäten“, erwähnt jedoch mit keinem Wort, dass es vor allem Juden waren, die 1941 erschossen, verbrannt, gehenkt und mit Handgranaten getötet wurden.
- ↑ Abschlussbericht Odessa 31. Januar 1951 an das Ministerium für Innere Angelegenheiten der UdSSR – Hauptverwaltung für Angelegenheiten der Kriegsgefangenen und Internierten Lager 159, unterzeichnet von Oberst Jakowenko (Leiter MWV SSSR Oblast Odessa) und Oberst Kokschajew (Leiter MWD SSSR Lager 159).
- ↑ До 15-ї річниці Всеукраїнського референдуму - ЦДАВО України. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2013; abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Krim-Krise: OSZE schickt 100 Beobachter in die Ukraine. In: Spiegel Online. 22. März 2014.
- ↑ Krim stimmt für Russland-Beitritt. In: Stern. 16. März 2014, abgerufen am 24. Oktober 2018.
- ↑ Krieg gegen die Ukraine – Russland verstärkt Angriffe auf Odessa. In: deutschlandfunk.de. Abgerufen am 23. März 2022.
- ↑ Im Krieg ist Europas größter Freiluftmarkt nur noch ein Schatten seiner selbst. NZZ, 28. Mai 2022.
- ↑ «Ich glaube nicht, dass sie Odessa zerstören werden. Aber nicht aus Skrupel, sondern weil hier viel russisches Geld steckt – immer noch»: Odessa ist mehr als nur eine Hafenstadt. NZZ, 5. August 2022.
- ↑ Drei weitere Schiffe unterwegs. Tagesschau.de, 5. August 2022.
- ↑ Russische Rakete zerstört größte Kirche Odessas. T-online, 23. Juli 2023.
- ↑ Чисельність населення (за оцінкою) на 1 січня 2022 року. In: Головне управління статистики в Одеській області. Abgerufen am 6. September 2026 (ukrainisch).
- ↑ Всеукраїнський перепис населення 2001. In: Державна служба статистики України. Abgerufen am 6. September 2026 (ukrainisch).
- ↑ Odessa, Ukraine – Results of the Intercultural Cities Index. In: Council of Europe. 2018, abgerufen am 6. September 2026 (englisch).
- ↑ a b c All-Ukrainian Population Census 2001 – Ethnic and language distribution of population. (PDF) In: State Statistics Committee of Ukraine. Abgerufen am 6. September 2026 (englisch).
- ↑ Ukrainian Municipal Survey. March 2–20, 2015 (iri.org [PDF; 5,5 MB; abgerufen am 24. Oktober 2018]).
- ↑ Oliver Mayer-Rüth: „In Odessa haben wir die Russen geliebt“. In: tagesschau.de. 9. April 2022, abgerufen am 15. November 2022.
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- ↑ Звіт Одеського міського голови 2020. In: Одеська міська рада. Abgerufen am 7. September 2026 (ukrainisch).
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- ↑ Одеський національний університет імені І. І. Мечникова. In: Одеський національний університет імені І. І. Мечникова. Abgerufen am 7. September 2026 (ukrainisch).
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- ↑ Selenskyj bürgert Odessas Bürgermeister aus. In: n-tv. 14. Oktober 2025, abgerufen am 15. Oktober 2025.
- ↑ Анна Стешенко: Справа Труханова: чи позбавлення громадянства тягне за собою втрату посади мера? Der Fall Trukhanov: Führt der Entzug der Staatsbürgerschaft zum Verlust des Bürgermeisteramtes? In: LB.ua. 14. Oktober 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025 (ukrainisch).
- ↑ Міста-побратими — Міжнародне співробітництво — Офіційний сайт міста Одеса. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 11. Februar 2020.
- ↑ Міста-партнери — Міжнародне співробітництво — Офіційний сайт міста Одеса. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 1. April 2019; abgerufen am 11. Januar 2020.
- ↑ Таких "побратимів" нам не треба. В Одесі приберуть вказівники з назвами російських міст - PRAGMATIKA.MEDIA - Україна, Київ. Abgerufen am 24. November 2023 (ukrainisch).
- ↑ Владислав Балінський: Чи зможе Одеса під головуванням Труханова позбавитися ще одного маркеру «русского мира»? Wird Odesa unter der Führung von Trukhanov in der Lage sein, ein weiteres Zeichen der "russischen Welt" loszuwerden? In: «Зелений лист» (Grünes Blatt). 4. Februar 2023, abgerufen am 15. Oktober 2025 (ukrainisch).
- ↑ Bruderstädte. In: Odessa offizielle Website. 24. November 2023, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 1. April 2019; abgerufen am 24. November 2023 (ukrainisch).
- ↑ Partnerstädte. In: Stadt Odessa offizielle Website. 24. November 2023, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 1. April 2019; abgerufen am 24. November 2023 (ukrainisch).
- ↑ Dauerhafte und lebendige Partnerschaft mit Odessa aufbauen. In: Senatspressestelle Bremen. 12. Juni 2023, abgerufen am 7. April 2024.
- ↑ a b c The Historic Centre of Odesa. In: UNESCO World Heritage Centre. Abgerufen am 6. September 2026 (englisch).
- ↑ Evaluations of nominations to be processed on an emergency basis – Historic Centre of Odesa. (PDF) In: ICOMOS / UNESCO World Heritage Centre. 2023, abgerufen am 6. September 2026 (englisch).
- ↑ Events in Odesa. In: Odesa365. Stadt Odessa, abgerufen am 7. September 2026 (englisch).
- ↑ Odesa International Film Festival. In: Odesa International Film Festival. Abgerufen am 7. September 2026 (englisch).
- ↑ Regulations of the 17th Odesa International Film Festival. In: Odesa International Film Festival. 2026, abgerufen am 7. September 2026 (englisch).
- ↑ Dumska Square. In: Odesa365. Stadt Odessa, abgerufen am 7. September 2026 (englisch).
- ↑ Homepage Box-Schule Sparta (ukrainisch). Abruf am 2. März 2022.




