Liebe / Lust / Erotik
Beiträge
FORVM, No. 179-180

Sex im Vormärz

Über Anastasius Grün
November
1968

Das Wien der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war von der Atmosphäre einer Lebensfreudigkeit durchdrungen, in der sich Religion und Geschlechtlichkeit miteinander verquickten. Lady Mary Wortly Montagus (1698-1762) Reise in das Reich der heiteren Sinnlichkeit begann wohl Anfang September 1716 (…)

FORVM, No. 186/187

Kommt die Gruppenehe?

Juni
1969

Wer jung verheiratet ist, merkt es noch nicht. Die ersten Wochen und Monate haben die beiden genug mit einander zu tun, um sich nicht zu langweilen, und sie finden das Alleinsein in der Zweisamkeit schön. Irgendwann aber merken sie, wie sehr sie das Verheiratetsein von ihrem Bekanntenkreis (…)

FORVM, No. 190

Wie errichtet man eine Kommune?

Die Entwicklung von Großfamilien in Skandinavien
Oktober
1969

I. Die Sache ist einfach. Mittels elementarer Mathematik kann man die Gesamtzahl der Liebeskombinationen errechnen, die innerhalb einer Gruppe entstehen können. Die Formel lautet: n (n-i) ─────── 2 „N“, sagte mir der Verwalter der Finanzen des Kollektivs von Kana, „ist die Anzahl der (…)

FORVM, No. 191/I

Wie leben die Kommunekinder?

II. Teil der Dokumentation „Wie errichtet man eine Kommune?“ (Oktoberheft)
November
1969

Das Echo auf den I. Teil war selbst nach FORVM-Maßstäben (wir sind diesbezüglich verwöhnt) außerordentlich. Die Wogen spießbürgerlicher Empörung gingen erstaunlich niedrig, vielleicht wegen des betont unlinks-unprovokativen, aber auch antisensationell-antiillustriertenhaften Dokumentarstils. (…)

FORVM, No. 200/201

Die Philosophie im Schlafzimmer

Text
August
1970

„Was uns zur Lektüre Sades treibt, was diese Lektüre sowohl ermöglicht wie auch vereitelt, ist unsere Komplizenschaft mit der Zensur. Wir sind ein Produkt unseres Sittenkodex. Indem wir Sade lesen, ja noch indem wir guten Willens sind, ihn zu entschlüsseln, sind wir dennoch Komplizen jener (…)

FORVM, No. 200/201

Die Philosophie im Schlafzimmer

Kommentar
August
1970

I. Radikal ist man nicht mit dem Schwanz, sondern mit dem Kopf. Sades Penisaktionen dienen nur dazu, den Panzer der Verdrängung zu durchbrechen, der den Sexus umgibt. Da auf sexueller Verdrängung die Internalisierung von Herrschaft beruht, hat ein solcher Durchbruch politisch (…)

FORVM, No. 202/I

Die Philosophie im Schlafzimmer

2. Folge
Oktober
1970

DER CHEVALIER Nur deiner Phantasie konnte dieser Plan entspringen, er ist göttlich, Schwester, und ich verspreche dir, aufs beste jene reizende Rolle zu spielen, die du mir zudachtest. O Schurkin, wie wirst du’s genießen, dieses Kind zu erziehen, welche Wonne für dich, es zu verderben, in. (…)

FORVM, No. 202/I

Marqis de Sade und Adolf Hitler

2. Folge
Oktober
1970

V. Die Peitschen der SS und unsere Komplicenschaft Man kann sich nicht vorstellen, wie notwendig diese Schilderungen für die Entwicklung der Seele sind. Nur durch die dumme Zurückhaltung derer, die über dieses Thema schreiben, sind wir jener Wissenschaft noch unkundig. Von absurden Ängsten (…)

FORVM, No. 202/II/203/I

Die Philosophie im Schlafzimmer

3. Folge
Oktober
1970

DOLMANCÉ Es könnte nicht besser sein: das ist genau das, was ich wollte. Bewegen Sie nun diesen schönen Hintern mit dem ganzen Feuer der Lüsternheit rhythmisch auf und ab, wie es Ihnen die Lust eingibt ... Ja, gut, das ist köstlich! EUGENIE Oh, meine Liebe, welche Lust du mir verschaffst (…)

FORVM, No. 202/II/203/I

Revolution, Atheismus, Pornographie

Sade-Studien — 3. Folge
Oktober
1970

IX. Luxus und Kapitalismus Sades Werk quält insbesondere die Marxisten, indem es ihnen als Naturphänomen gegenübertritt: Widersprüche werden weder verdeckt noch aufgelöst, nur Abgründe aufgetan. Wenn ganze gesellschaftliche Formationen wie das Rokoko vom Geschlechtssaft überschwemmt werden, (…)

FORVM, No. 203/II

Die Republik braucht Laster

Die Philosophie im Schlafzimmer — 4. Folge
November
1970

(Die Debatte über Atheismus und Moral, die bereits das letzte Drittel unserer 3. Folge füllte, setzt sich im Original in etwa nochmals dreifacher Länge fort. Da sie keine wesentlich neuen Gesichtspunkte bringt, wird sie hier übersprungen. Desgleichen, aus demselben Grund, der ganze IV. Dialog. (…)

FORVM, No. 203/II

Ist Sade ein Pornograph?

Sade-Studien — 4. Folge
November
1970

XV. Zensur und Schädlichkeit Es fällt mir schwer zu sagen, ob Sade ein Pornograph ist, weil ich nicht weiß, was Pornographie ist. Das Gesetz definiert verschieden; mancherorts genügt geschlechtliche Erregung zur Indizierung (Erektometer umschnallen, Herr Staatsanwalt?), in Deutschland ist (…)

FORVM, No. 205/206

Kindergartenprotokolle

■ Aramis
Januar
1971

aramis (peter sagmüller) malte, stellte erfolgreich aus, entwickelte dann besonderes interesse für psychoanalyse und pädagogik. das bundesheer brachte ihn fast ums leben (vgl. seinen text „lieber sterben“ im NF, Dez. 1970, „kleine österr. soldatenzeitung“). wir drucken hier seinen (…)

FORVM, No. 207/I/II

Schülerpornos

Aus einer katholischen Internatsschule
Februar
1971

Die hier präsentierten Texte und Zeichnungen erscheinen demnächst als Buch „Kritische Beiträge zur Sexualerziehung“ im Joseph Melzer-Verlag, Frankfurt. Die hier reproduzierten Zeichnungen stammen aus einer Reihe von zirka 60 Zeichnungen 13- bis 14jähriger Schüler zum Thema Sexualität, die im (…)

FORVM, No. 207/I/II

Wir wollen Euer Bestes

Februar
1971

Die Redaktionskonferenz hat mir’s mit Mehrheit verboten, Nachfolgendes zu bringen. Es wird also danach eine Grundsatzdebatte geben. Meine Gründe: a) Dieser Text aus den „Nachrichten für Unzufriedene“ ist ein wichtiges Dokument der Jugendkultur; wir müssen uns damit auseinandersetzen, ob wir nun (…)

FORVM, No. 208/I/II

Homos sind normal

März
1971

Dr. jur. Karl Glassl gehört zu den leitenden Beamten des Bundesministeriums für Justiz. Seine nachfolgende Abhandlung ist, soviel wir sehen, die erste und einzige gründlichere wissenschaftliche Arbeit über Homosexualität in Österreich seit Einsetzen der Bemühungen, diese zu entkriminalisieren. (…)

FORVM, No. 210/I/II

Homos sind normal (II.)

Mai
1971

K. G. ist Ministerialrat im Bundesministerium für Justiz. Der I. Teil seines Aufsatzes erschien im NF März/April 1971. Seitenziffern in Klammern beziehen sich auf das Standardwerk Klimmer, Homosexualität. XIII. Homosexuelle sind gesund Der Psychiater geht meist vom einzelnen kranken Menschen (…)

FORVM, No. 211

Kindergartenprotokolle (II)

Mit Kinderzeichnungen
■ Aramis
Juni
1971

aramis (peter sagmüller) malte, stellte erfolgreich aus, entwickelte dann besonderes interesse für psychoanalyse und pädagogik. das bundesheer brachte ihn fast ums leben (vgl. seinen text „lieber sterben“ im NF, Dez. 1970, „kleine österr. soldatenzeitung“). wir drucken hier seinen (…)

FORVM, No. 212/I-IV

Warum hassen uns die Männer?

August
1971

Der nachfolgende Text stammt von der vielleicht muntersten Protagonistin der angelsächsischen Frauenbefreiungsbewegung. In ungekürzter Form wird er als Kapitel „Abscheu und Ekel“ in der deutschen Ausgabe des Greer’schen Erfolgsbuches „Der weibliche Eunuch. Aufruf zur Befreiung der Frau“ (…)

FORVM, No. 214/I/II

Nachrichten für Unzufriedene

Oktober
1971

Obige Zeitschrift für junge Arbeiter wurde von den österreichischen Behörden verboten. Die Verantwortlichen werden demnächst vor Gericht stehen. Es besteht Verdacht, daß unter Vorspiegelung‚ Jugend vor Pornographie zu schützen, diese in Wahrheit vor Politik geschützt werden soll. Daher die (…)

FORVM, No. 221

Frühsexualismus

Von Sade zur Technokratie I
Mai
1972

I. Asketische und hedonistische Linke Seit jeher streiten sich auf der Linken die Asketen und die Hedonisten um die richtige Linie — sei es in Sachen „utopische Vision“, sei es in der Organisationsfrage oder bei der „Kritik des Alltagslebens“ (Lefebvre 1947, Böckelmann 1970). Die asketische (…)

FORVM, No. 222

Verhütungsmittel

Zu ihrer Technologie und Ökonomie
Juni
1972

I. Verhütungsmittel sind ein Produkt der technologischen Entwicklung. Wenn heute eine gewisse sexuelle Freizügigkeit möglich ist, so verdanken das die Frauen nicht irgendwelchen progressiven Aufklärern oder liberalistischen Manifestationen, sondern einzig und allein der Entwicklung der (…)

FORVM, No. 230/231

Und lesbisch die Praxis

März
1973

Wir müssen uns ein neues Selbstverständnis schaffen. Das Fehlen eines realistischen Selbstgefühls bei uns liegt darin begründet, daß unsere Identität eine von Männern bezogene Identität ist. Nur Frauen können sich gegenseitig einen neuen Sinn ihres Selbst geben. Wir haben diese Identität in (…)

FORVM, No. 230/231

Cunt Power

March
1973

One of the chief mechanisms in the suppression of female humanity is the obliteration of female sexuality. Historically the process can be traced in the change in the iconography of women. In the Middle Ages women were characterised as lustful, allies of the devil weaning men from God and noble (…)

FORVM, No. 230/231

Keuschheit in China

Essay aus dem Jahr 1918
März
1973

Lu Hsün (1881-1936) ist einer der bedeutendsten Literaten und Literaturwissenschaftler des neueren China. Vom bürgerlichen Nationalliberalen entwickelte er sich zum Kommunisten, unterstützte die KPCh, ohne je formell beizutreten. Er war das geistige Haupt der 1. chinesischen Kulturrevolution auf (…)

FORVM, No. 255

Mädchen mit Gewalt

Wider den Männerwahn, daß Vergewaltigung lustvoll ist
■ Kathy
März
1975

1 Angst — die tägliche Vergewaltigung Ich war nie vergewaltigt worden (im Sinne eines Überfallenwerdens an einem einsamen Ort), und Frauen, die ich kannte, sprachen auch nie davon. Es war ein Verbrechen, das weit weg von mir war. Als ich in Kalifornien lebte und erfuhr, daß es eine Gruppe gab, (…)

FORVM, No. 262

Sex im alten Rom

Ein Nachtrag zum Lateinunterricht: Wie das römische Patriarchat die Sexualität deformierte
Oktober
1975

Ernest Borneman, bekannter Sexologe des Wortes, hat aus seiner lebenslangen Beschäftigung mit der antiken Männerherrschaft den Schluß gezogen, daß dieser ein Matriarchat voranging, ein Paradies der Menschheitsgeschichte, dessen Wiederkehr die Lösung der Menschheitsprobleme verspricht. In seinem (…)

FORVM, No. 265/266

Kreuz mit Haken

Zum Volksbegehren der Aktion Leben
Januar
1976

Die therapeutische Behandlung der katholischen Kirche in einem weltlichen Staate ist aber dadurch erschwert, daß die katholische Geistlichkeit ... unter kirchlichen Formen eine politische Institution ist und auf ihre Mitarbeiter die eigene Überzeugung überträgt, daß ihre Freiheit in ihrer (…)

FORVM, No. 268

Schwanz & Ordnung

Ist Homosexualität zu heilen?
April
1976

1 Normal ist, was Männern Spaß macht Alles Sexuelle zwischen Mann und Frau, das nicht eindeutig auf Vermehrung gerichtet ist, und selbstverständlich alles Homosexuelle gilt als nicht natürlich, als zwecklos. So richtet sich z.B. das Verbot des Analverkehrs in bestimmten Staaten der USA gegen (…)

FORVM, No. 271/272

Wir vögeln nicht mehr

Juli
1976

Ein Koitus ist ebensowenig eine Vereinigung zweier Menschen wie eine Ohrfeige oder das Bohren in einer fremden Nase. Wir sind eine Kommune von zwei Männern, drei Frauen und einem sechsjährigen Mädchen. Hauptsächlich beschäftigen wir uns mit der Aufarbeitung unserer psychischen Schäden. Doch (…)

FORVM, No. 276

Perverseln is xund

Dezember
1976

Dieser Text sollte gleichzeitig erscheinen mit dem Artikel der „Kleinen Kommune“, Wien: „Wir vögeln nicht mehr“, NF Juli/August 1976. Er steht aber auch für sich allein ganz gut da, als prinzipieller, sei‘s auch grober Versuch von Verbindung zwischen Sexualität und Ökonomie, Theorie und eigenem (…)

FORVM, No. 299/300

Ein Liebestraum

Oktober
1978

FORVM, No. 301/302

Sie umarmten sich und weinten beide

Wie man heute noch mit Freuden Frau ist
Januar
1979

Es half alles nichts. Ihr ganzer Feminismus, ihre ganze Unabhängigkeit, ihr ganzer Ruhm hatten sie nur hierher gebracht, zu dieser Hilflosigkeit, diesem Bedürfnis. Sie brauchte ihn. Sie brauchte diesen Mann. Erica Jong: How to Save Your Own Life Holdes Anschmeicheln Die Definition von (…)

FORVM, No. 303/304

Lämmergeier im Käfig

Von Schwänzen, Kerzen und sonstigen Männerphantasien
März
1979

Kuli (der etwas auf einem Wanderkalender abhakt): Wieder ane. Numero zwahundertzehn. Ganz schä für drei Monat. Zwakommavier pro Tag. Trotzdem. Der große faustische Fick bleibt aus. Verweile doch hab i bis jetzt no zu kaner gsagt ... Solang mir aber net danach is, des zu sagen, erfüllt mich mein (…)

FORVM, No. 309/310

hier anfassen

Die Club 2-Diskussion im Wortlaut
September
1979

Jugendkultur lautete das Thema der Club-2-Fernsehdiskussion in Wien am 9. August 1979. Diskussionsleiter war Dieter Seefranz, um ihn herum saßen in der Ledergarnitur im Studio 4 des ORF u.a. Nina Hagen, Biermanns Exstieftochter, ihr gitarrespielender Freund Ferdinand aus Holland, der Kärntner (…)

FORVM, No. 317/318

Wildkatzen & strenge Herrinnen

Zu Gast im Stundenhotel
Mai
1980

Die durch nichts zu ersetzende Anziehungskraft, die die ‚Hure‘ auf den Freier ausübt, rührt daher, daß er sie für das bezahlt, was er unter Lust versteht — und das ist, da er ein Mann ist, kläglich und schnell geschehen. (Pascal Bruckner/Alain Finkielkraut: Die neue Liebesunordnung, München (…)

FORVM, No. 317/318

Prostitution ist kein Verbrechen, sondern eine Dienstleistung

Flugblatt der „käuflichen Frauen“ Wiens
Mai
1980

Ende März verteilten Wiener Prostituierte ihr erstes selbstverfaßtes Flugblatt. Es geht gegen Bevormundungen, Heiratsverbot und andere Schikanen (vollständiger Text siehe unten). Die Wiener Prostituierten erfuhren durch die Medien — mehr in Art eines Gerüchts — über Ansätze von Organisation und (…)

FORVM, No. 327/328

Polengrenze

Silvester in Warschau
März
1981

Die beschriebenen Situationen, Aussagen, Verhaltensweisen spielen im Polen von heute. Einige Namen wurden aus politischen, erotischen, neurotischen und sonstigen ernsten Gründen verändert oder weggelassen. Desgleichen Hinweise auf die Vergangenheit, Identität und den weiteren Verbleib der Frau (…)

FORVM, No. 335/336

Ausm Paradies geprügelt

Alice Millers Antipädagogik
November
1981

Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst, 182 Seiten, DM 19,80, öS 150,50. Am Anfang war Erziehung, 322 Seiten, DM 28, öS 213. Du sollst nicht merken. Variationen über das Paradies-Thema, 392 Seiten, DM 34, öS 258,50. Erschienen 1979-1981 im (…)

FORVM, No. 352/353

Romantik, Ästhetik, Liebe & Co

April
1983

H.-D. K. ist Extraordinarius am Institut für Philosophie der Universität Wien, Jahrgang 1940, war Vorzugsschüler mit Promotion sub auspiciis über Leibniz und hat trotzdem interessante Gedanken. Wenn’s so weitergeht haben wir einen neuen ständigen Autor, nach einiger Zeit von diesem eine (…)

FORVM, No. 367/370

Auf der Suche nach Ästhetik

Oktober
1984

Selten ist ein Mann so gut in Stimmung, wie dann, wenn er von sich selbst erzählt. Dieses Zitat, das Marlene Dietrich zugeschrieben wird, müßte eigentlich besagen, daß ich jetzt in ausgezeichneter Stimmung sein sollte, schließlich bin ich eben dabei, eine Menge von mir zu erzählen. Ich bin es (…)

FORVM, No. 375-378

Wo die Zitronen blühn

Ein Sanskritist liquidiert Freud
Juni
1985

Zu: Jeffrey M. Masson‚ Was hat man dir, du armes Kind, getan? Sigmund Freuds Unterdrückung der Verführungstheorie. 336 Seiten, Preis S 296‚—‚ Rowohlt Verlag, 1984. Zwischen 1979 und 1981 hat die schweizerische Psychoanalytikerin Alice Miller in drei antipädagogischen Bestsellern die (…)

FORVM, No. 428/429

In dieser Stunde

August
1989

ja, in dieser Sekunde, überall, wo es die Beschaffenheit dieses Planeten erlaubt, ab und zu sogar jenseits dieser Beschränkung, an jedem Breitegrad, auf jedem Meridian, auf der Erde, auf den Meeren, in unwirtlichen Gebieten, in der Wüste im Dschungel, in der Steppe; in Extremfällen hoch über den (…)

FORVM, No. 430/431

Lob der Hure

November
1989

Man trifft sie auf allen Bahnhöfen, allen Flughäfen, allen Autobahnen, die Abermillionen von modernen Nomaden und Nomadinnen, die, ständig unterwegs, manchmal pausenlos, ihrem wandernden Job nachgehen. Als Bleibe dienen ihnen Hotels aller Kategorien, sie hetzen durch die Welt, von Stadt zu (…)

MOZ, Nummer 50
Marina Zwetajewa:

Die russische Tochter des poetischen Himmels

März
1990

Marina Zwetajewa, bedeutende Dichterin, wurde in der Sowjetunion bis in die sechziger Jahre totgeschwiegen. Im Zuge von Perestroika und Glasnost wird der Lyrikerin nun Ehre zuteil. Fünfzig Jahre zu spät. Gemeinsam haben die amerikanische Schriftstellerin Djuna Barnes und die Dichterin Marina (…)

FORVM, No. 478/479

Flower-Power Revival

November
1993

A.G., Anti-Waffen-Bruder der 68er-Studentenbewegung, von der anderen, der Aussteiger-Fraktion, war als Gastprofessor der Schule der Dichtung in Wien — die Gelegenheit zu diesem Gespräch nützte Diana Huppert. Wenn Revoluzzer ältere Herren werden. Sorgfältig, elegant gekleidet, immer mit Hemd (…)

EuropaKardioGramm, EKG 5-6/1995
Sommer-Liebe

Paul und Pauline

Oktober
1995

Eine Redaktionssitzung irgendwann im Spätsommer, die Wärme war verflogen, die Erinnerungen noch wach, und der Herbst und die Produktion der nächsten Nummer standen vor der Tür. Wir wollten uns einmal in einem anderen Genre erproben und taten dies auch. Das Ergebnis liegt nun vor Ihnen. Wenn Sie, (…)

Context XXI, ZOOM 6/1997

Maßnahmen bei Liebestollwut

Oktober
1997

wo liebe hinfällt, welkt das gras: das gras, man weiß genau woran man ist im film im film am reservierten platz gibt es sie im­mer noch als bild noch immer ist geblieben, und es ist sicher ungerecht daß immer das geblieben ist, wenn liebe ist was liebe ist, daß jeder weg erst steil bergauf, dann (…)

Weg und Ziel, Heft 5/1997

Fascinista

Überlegungen zum Phänomen Madonna
Dezember
1997

Madonna ist die faszinierendste Künstlerin, die die Pop-Musik je hervorgebracht hat. Vor allem ihre Haltbarkeit, ihre Beständigkeit, gibt einige Rätsel auf, die geradezu zur Analyse herausfordern. Madonna Louise Veronica Ciccone ist die letzte Übertreibung des amerikanischen Durchschnitts. (…)

Weg und Ziel, Heft 5/1997

Die Trümmer der sexuellen Revolution*

Was wird aus Eros in den Zeiten von Telephonsex, Penisprothesen und Kinderpornos?
Dezember
1997

Die Sexualwissenschaft machte sich einst zum Anwalt einer Befreiung der Triebe. Heute steht sie vor der bitteren Erkenntnis: Diese Emanzipation rückte die zerstörerische Seite der Sexualität in den Vordergrund. Der Schatten des Eros heißt Anteros. Den Alten war er nicht nur der Bruder des Eros (…)

Streifzüge, Heft 1/1999

Was bleibt von Freudomarxismus Wilhelm Reichs?

März
1999

Posthum wurde Wilhelm Reich zu einem der wichtigsten Theoretiker der Studentenbewegung. Denn er war der Theoretiker der sexuellen Revolution, der Befreiung von der sexuellen Zwangsmoral — und seine Theorien schienen sich zunächst leichter in die Praxis umsetzen zu lassen als die von Marx: es (…)

radiX, Nummer 2

Sextourismus

■ V. B.
Juni
1999

Sextourismus ist vorallem durch das ernorme wirt­schaftliche und soziale Gefälle zwischen erster und dritter Welt möglich: Das heutige Ausmasß des Sextourismus ist das Abbild des ungerechten Verhältnis zwischen Nord und Süd. Durch das wirt­schaftliche Machtgefälle wird den Industrieländern (…)

radiX, Nummer 2

Sex in der patriarchalen Warengesellschaft

Juni
1999

In einer Patriarchalen Warengesellschaft ist auch der Sex ein patriarchaler Warenaustausch. Insbesondere in heterosexuellen Beziehungen spielt der patriarchale Charakter unserer Gesellschaft auch beim Sex und in sexuellen Beziehungen eine Rolle. Den Warencharakter behalten Beziehungen aber auch (…)

radiX, Nummer 2

Gioconda Belli

■ V. B.
Juni
1999

Sie entstammt einer vermögenden Familie und wurde 1948 in Managua/Nicaragua geboren. Sie studierte in Spanien und den USA. Ab 1970 beteiligte sie sich am Widerstand der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN gegen die Somoza-Diktatur ihres Landes. Sie wurde ver­haftet und zu sieben Jahre Haft (…)

Context XXI, Heft 3-4/2000

Kant und Hegel vor dem Sexshop

Juni
2000

Zeitversetztes Zerwürfnis zweier Zufrühgekommener. Zusammengestückelt von Königsberg, Mai 1799. Der junge Hegel besucht den alten Kant. Beim Spazierengehen stoßen der abgehende und der angehende Philosoph zufällig auf ein temporär irrtümlich um viele Jahre zu früh plaziertes Pornogeschäft. (…)

Context XXI, Heft 3-4/2002

Elend der Geschlechter

Zur Wiederauflage von Gisela Elsners Roman Die Zähmung.
Juni
2002

I. Täglich fasste er mindestens einmal den Vorsatz, sich einer Abmagerungskur zu unterziehen, damit er sich wieder ohne Selbsthaß, Ekel und Verachtung im Spiegel betrachten konnte. Und manchmal brachte er es tatsächlich fertig, einen halben Vormittag lang zu hungern. Er machte einen großen (…)

Streifzüge, Heft 3/2002

Eine kleine Bemerkung zur Liebe

Oktober
2002

Das Meer, das Feuer und die Frauen … Hellenischer Spruch (für Männer) Anstelle einer verschwundenen Widmung: Einen Menschen kennt einzig nur der, welcher ohne Hoffnung ihn liebt. Walter Benjamin, Einbahnstraße In dem zwiespältigen Verhältnis der Liebe zur Welt gründet es, dass die Zeit die (…)

Streifzüge, Heft 3/2002

To catch with the eyes

In den Fängen des Netzes
Oktober
2002

Begierde sei Trieb mit dem Bewusstsein des Triebes. Spinoza, Die Ethik Das Netz ist ein geknüpftes oder geflochtenes Maschenwerk, dessen Fadenlegungen an den Kreuzungsstellen z.B. durch Verknotungen so festgehalten werden, dass sie regelmäßige, meist rhombenförmige Maschen bilden. Wie das (…)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Sexualität in der Obdachlosigkeit

Zimmer ist Macht
November
2002

Wer alles verloren hat und auf der Straße steht, verliert auch das Recht auf Sexualität, auf Intimität. Wo die Nützlichkeit im Vordergrund steht, wird es fast unmöglich, Beziehungen zu leben. Der Versuch einer Annäherung an ein Tabuthema. Die englische Sprache unterscheidet mit den Begriffen (…)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Sexualität und Behinderung

November
2002

... Hab ich noch nie probiert, aber ... könnte ich mir schon vorstellen ... auf gar keinen Fall! ... bestimmt eine interessante Erfahrung ... ich bin ja nicht von der Caritas! ... spüren die überhaupt was beim Sex? ... nein, das wäre mir zu stressig ... mal etwas anderes .... was mache ich, wenn (…)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Für eine nährende Sexualität!

November
2002

Eine „nährende Sexualität“ zu kultivieren, bedeutet die „umfassenden und tra­genden Aspekte“ innerhalb einer Gesellschaft nicht zu vernachlässigen. Eine Ab­wertung der einerseits so po­sitiv besetzen und anderer­seits so bedrohlichen, weil zur Regression animierenden Bilder vom „Umfassen und (…)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Das Richtige im Falschen?

Sexualität und Befreiung bei Adorno und Marcuse
November
2002

Angesichts der vor allem unter räsonierenden ApologetInnen des Status quo so beliebten Rede von der permissiven Sexualität, dem Ende der Tabus, ja gar von sexueller Freiheit, erscheint es ein wenig altmodisch, im Anschluss an Freuds Repressionsthese über den Zusammenhang von Zivilisation und (…)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Sexually explicit

Mediale Rezeption von Sexualität als Filmsujet am Beispiel der Filme Catherine Breillats
November
2002

In den letzten Jahren fand — und findet — eine Reihe von ambitionierten Filmen, in deren Zentrum — auch — eine Problematisierung sexueller Beziehungen stand, großes mediales Echo: Die Rezeption der Filme erfolgt dabei in doppelter Weise. Einen Strang medialer Berichterstattung bildet die (…)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Knüppel und Kolben

Hegemoniale Männlichkeitskonstruktionen in schwuler Erotika
November
2002

In diesem Artikel möchte ich Fragen stellen zu einer Problematik bzw. einem Widerspruch schwuler Textpornografie: die Reproduktion heterosexistischer und patriarchaler Motive. Ausganspunkt dieser Reflexion sind Texte aus englisch- und deutschprachigen Anthologien und Romanen, die ich in (…)

Context XXI, Heft 5-6/2002

Sex mit Jod*

November
2002

Im Universum der Social Fiction, das viele Möglichkeiten der Gestaltung sozialer Beziehungen eröffnet, kreisen Geschlechterverhältnisse in sattsam bekannten Bahnen. Ihr Ausdruck in körperlicher Nähe und sexuellen Akten bleibt erstaunlich dichotom, denn die Kreation des Cyborg Jod – der in der (…)

Context XXI, Heft 8/2002 — 1/2003

Libido, diskursiv

Begehren als Motiv im Film
März
2003

Eric Rohmers „Le genou de claire“ [Claires Knie] (1970), Bertrand Bonellos „Le Pornographe“ (2001) und Larry Clarks/Ed Lachmanns (Drehbuch: Harmony Korine) „Ken Park“ (2002). Erwachsenes Begehren Wir wissen: dass wir begehren, ist nicht selbstverständlich. Begehren stellt sich nicht (…)

Context XXI, Heft 8/2002 — 1/2003

Körper & Geschlecht

Feministische Körper-Konzeptionen anno 2002
März
2003

Spätestens seit Judith Butlers „Gender Trouble“ (1990) und der teils heftigen Reaktionen anderer feministischer Theoretikerinnen darauf, ist der Körper ins Zentrum feministischer Theoriebildung gerückt und bildet einen zentralen Fluchtpunkt der Trennungen und Kontroversen zwischen den von ihren (…)

Context XXI, Heft 8/2004

Ehre und Martyrium

Zur Psychopathologie des Islamisten
Dezember
2004

Ein Freund von mir wurde bei einem Angriff (der amerikanischen Armee auf Falluja, Anm. d. Verf) verletzt. Man brachte ihn ins Krankenhaus. Als er seine Augen öffnete, sah er eine wunderschöne Frau. Er lächelte und dankte Gott, dass er nun endlich ein Märtyrer geworden sei und als Dank eine (…)

Streifzüge, Heft 33

„Sich Verlieben“ als Konkurrenzkampf

„Dismissed – Die Drei-ist-einer-zuviel-Dating-Show“ auf MTV
März
2005

„You are dismissed“: Wem das gesagt wird, der hat sich zu wenig bemüht, oder seine Anstrengungen waren schlicht die falschen. Der Wettkampf um die Gunst der Frau bzw. des Mannes genannt Picker ist verloren. In der TV-Show „Dismissed“ des Senders MTV messen sich zwei KonkurrentInnen darin, wer (…)

Context XXI, Heft 5-6/2005

Sexualität und Männlichkeit

Oktober
2005

Psychoanalytische Herangehensweisen an gesellschaftliche Erscheinungen haben zunehmend den Ruch des Veralteten angeheftet bekommen. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie überdies auch noch triebtheoretisch argu­mentierten. Wie aktuell und fruchtbar solches Denken dagegen sein kann, belegt das zu (…)

Context XXI, Radiosendungen 2006

Liebesbeziehungen

April
2006

Wünsche und Begehren, Nährendes und Erregendes bei abendlichen Essensgesprächen.

Context XXI, Heft 1-2/2006

Footballs

Männlichkeit und Homophobie im Mannschaftssport
Mai
2006

Im Jahr 2002 wurde der österreichischen Öffentlichkeit bekannt, was alle Beteiligten im Fußballzirkus sowieso schon wussten: dass sexuelle Übergriffe als Einstandsritual in einer Fußballmannschaft gang und gäbe sind. Ein misshandelter 15-jähriger brach das Schweigen des Männerbundes und (…)

Café Critique, Jahr 2006

Sexualität und Mutterschaft

Juni
2006

Waren Frauen im „Dritten Reich“ wirklich nur desexualisierte Gebärmaschinen? Über die Geschlechterverhältnisse im Nationalsozialismus. Der Umgang mit dem Nationalsozialismus war bis zum Ende der achtziger Jahre ein Thema, das in der gesamten Frauenbewegung beinahe ausnahmslos auf eine Art (…)

Grundrisse, Nummer 20

Ist Sex subversiv?

Linke Theorien der sexuellen Befreiung und Gender-Dekonstruktion
Juni
2006

Teil 1: Von der Oktoberrevolution zur Kritischen Theorie In der Linken ist es schon seit langem aus der Mode gekommen über sexuelle Befreiung zu sprechen. Die Freudomarxisten sahen in den sexuellen Bedürfnissen und Trieben der Menschen eine wichtige Stoßkraft für die proletarische Revolution. (…)

Grundrisse, Nummer 22

Ist Sex subversiv?

Linke Theorien der sexuellen Befreiung und Gender-Dekonstruktion
Juni
2007

Teil 2: Von der feministischen Sex-Debatte zum postmodernen Gender-Trouble Am 13.September 1968 flogen auf einer Delegiertenkonferenz drei Tomaten auf grinsende Männer am Vorstandtisch des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund). Die männlichen Genossen hatten offensichtlich der Rede von (…)

Grundrisse, Nummer 24

From Hard-Core to Post-Porn

Sex, Gender und der kalte Blick aufs nackte Fleisch
Dezember
2007

Die Frage nach der Sichtbarkeit von „Sex on the Screen“, die die Organisatorin des Wiener Queer Film Festivals identities anlässlich der alljährlichen Präsentation eines einstündigen Blocks mit lesbisch- queeren Sexfilmen stellt, scheint schnell beantwortet. „Yes, there’s sex not only on the (…)

Grundrisse, Nummer 25

Reelle Subsumption des Lebens unter das Kapital

März
2008

Dieser Artikel ist ein Abschnitt aus einem größeren Text mit dem Arbeitstitel „Körper der Multitude“. In einem ersten Teil geht es um die Produktion von Körper und Geschlecht sowie der Beziehung zwischen verschiedenen Arten der Arbeit (oder der Tätigkeit). Dabei wird die „Produktivität“ für die (…)

Grundrisse, Nummer 25
Brigitta Kuster und Renate Lorenz:

Sexuell Arbeiten

Eine queere Perspektive auf Arbeit und prekäres Leben
März
2008

b­_books: Berlin 2007, 332 S., 18 Euro Sexuelle Arbeit ist keineswegs neu, schreibt Robert Foltin in seinem in dieser Nummer der Grundrisse veröffentlichten Text „Produktive Körper“. Wenn nun sexuelle Arbeit nicht neu ist, dann haben bisher lediglich die entsprechenden Analyseinstrumente (…)

Streifzüge, Heft 44

Coitus non est

Oktober
2008

Die Leute bumsen nicht. „94 Prozent sind zu faul für den Sex“, heißt es in der U-Bahn-Gazette Heute vom 29. Oktober 2008. Das ist wohl wahr. Aber sind sie nun wirklich zu faul? Die Leute verzichten doch wohl nicht deswegen, weil sie nicht wollen, sondern weil sie nicht können. Ihr (…)

Streifzüge, Heft 48

Liebe und Freundschaft

Soll Liebe nicht verkümmern, braucht sie Freunde, die sich um sie kümmern
März
2010

Liebe und Freundschaft wider Willen Liebe und Freundschaft werden gern in einem Atemzuge genannt und gleichgesetzt. Von „Chaostheoretikern“ z.B., die die Natur nicht mehr länger als Chaos verstehen wollen, das des menschlichen bzw. göttlichen Subjekts bedarf, um in Ordnung zu gehen. Das Chaos, (…)

Streifzüge, Heft 49

Staat ohne Staatsapparat

Juni
2010

Am Anfang war … War was? Die Dichter und Denker sind sich uneinig. Der eine sagt: das Wort! Der andere: die Tat! Wieder ein anderer: der Schrei! Nietzsche: Der Wille, „aber nicht Wille zum Leben, sondern – so lehre ich’s dich – Wille zur Macht“ (Bd. II, S. 371f., Also sprach Zarathustra). Hegel (…)

Streifzüge, Heft 51

Das verlorene Meer der Lust

März
2011

Wenn du ein Schiff bauen willst, treib nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, teile sie nicht ein, um die notwendigen Arbeiten zu erledigen, sondern wecke im Herzen der Menschen die Sehnsucht nach den endlosen Weiten des Meeres. (Angeblich von Antoine de Saint Exupery) Wer gut lebt (…)

Streifzüge, Heft 52

Die Leidenschaft hat die Vernunft, die dem Verstand fehlt

Juni
2011

Das gibt es nicht! Sagt sich Adorno – und begnügt sich mit dem falschen. „Das beste Verhalten: … das Privatleben führen, solange die Gesellschaftsordnung und die eigenen Bedürfnisse es nicht anders dulden, aber es nicht so belasten, als wäre es noch gesellschaftlich substantiell und individuell (…)

Streifzüge, Heft 55

Lauter Lustbarkeiten – trotz alledem

Das Leben zwischen Hingabe und Widerstand
Juni
2012

Am Ende von Interviews werden Künstler/innen und Wissenschaftler/innen gerne gefragt, worum es im Leben gehe. Oft kommt darauf die Antwort: „Um Liebe und Tod.“ – Ja, aber was ist mit der Lust? Mit der Lust in all ihren unendlichen Variationen? Lust, der Welt mit allen Sinnen zu (…)

Streifzüge, Heft 55

Kurven der Lust

Fragmente und Umrisse einer Typologie
Juni
2012

Ewig hat es sie ja nicht gegeben. Der Geschlechtstrieb ist lediglich ein Instinkt, aber noch keine Lust. Lust entsteht erst historisch mit der Entwicklung der Sexualität, die über den Sex hinausreicht. Lust ist nicht instinktgesteuert. Lust ist also etwas anderes als der direkte Trieb oder die (…)

Streifzüge, Heft 55
2000 Zeichen abwärts

Verlust

Juni
2012

Mit vier war ich sehr draufgängerisch. Ich war (zugegeben) blond, meist in Cord- oder karierten Hosen, nicht allzu leicht zu beeindrucken, und ich fuhr Ferrari. Entsprechend rot. Was anderes kam nicht in Frage. Mein Beuteschema war klar: groß, dunkel, lässige Gangart. Hat immer geklappt. (…)

Streifzüge, Heft 55

Lust holt man sich. Mit Liebe

Juni
2012

Setze den Menschen als Menschen und sein Verhältnis zur Welt als ein menschliches voraus, so kannst du Liebe nur gegen Liebe austauschen, Vertrauen nur gegen Vertrauen etc. … Jedes deiner Verhältnisse zum Menschen – und zu der Natur – muß eine bestimmte, dem Gegenstand deines Willens (…)

Streifzüge, Heft 55

Lust auf Befreiung

Fünf Bemerkungen. Sprunghaft
Juni
2012

Dass Lust der Inbegriff des Guten sei, war eine Position schon in der griechischen Philosophie. Eine von der Pflichtenethik heftig als asozial und unmoralisch gescholtene Auffassung, deren Anthropozentrismus und Individualismus mit ihren durchaus gegensätzlichen Folgerungen freilich nie mehr (…)

Grundrisse, Nummer 43
Laurie Penny:

Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus

September
2012

Hamburg: Nautilus, 128 Seiten, Euro 9,90 Feminismus reloaded Frage: Was ist „Feminismus“? Antwort: Ganz einfach: die Überzeugung, dass Frauen genauso frei sein sollten wie Männer, egal, wie durchgeknallt, dämlich, schlecht gekleidet, fett, faul und eingebildet sie sein mögen. Caitlin Moron (…)

Streifzüge, Heft 55

Reduzierter Versuch über Lust und Liebe

Oktober
2012

Dieser Versuch umkreist die These, dass die heute selbstverständlich erscheinende Verbindung von Lust und Liebe sich historisch entwickelt hat; ferner: dass sich mit der lustvollen Liebe die Vorstellungen von der Liebe selbst verändert haben, insbesondere in der Ausformung des romantischen (…)

Streifzüge, Heft 58

Das Vagante und das Extravagante

Flüchtige Notizen zu Fetisch und Sexualität
Juni
2013

Der Sexualfetisch ist in der Konstruktion einer der einfachsten, in seinen unendlichen Varianten aber einer der raffiniertesten und delikatesten Gebrauchswertfetischismen. Aufdringlich, fixiert, früher meist verschämt, zusehends aber unverschämt und allgegenwärtig. Einst dienten Überlegungen (…)

Streifzüge, Heft 60

Von der Einhegung der Liebe zur Polyamorie?

Erste theoretische Erkundungen in einem wenig bekannten Terrain
März
2014

Wenn wir über Schenken, Teilen und Beitragen nachdenken, betrifft das nicht nur den Bereich der heute so genannten Produktion, die Betriebe. Es betrifft auch den davon als getrennt wahrgenommenen und organisierten Haushalt. Historisch betrachtet ist der Haushalt in der heute vorherrschenden Idee (…)

Streifzüge, Heft 60

Der Hass auf Homosexuelle

Thesen zur Kritik der bürgerlichen Sexualitäten
März
2014

Natur, Gesellschaft, Individuum 1. Homo-, Bi- und Heterosexualität sind nicht biologisch bestimmt. Alle Forschungsversuche, die einen Beweis für eine biologische Ursache von Homosexualität liefern wollten, haben sich bemüht, statistische Zusammenhänge zwischen sexueller Neigung und (…)

Streifzüge, Heft 64

Dating Digital

Juni
2015

Wir pflegen ein inniges Verhältnis. Es ist eine Symbiose, in der die Trennung zwischen dem Ich und dem Anderen wie aufgehoben ist. Weiterhin wirkt frisch und einfallsreich, was doch schon so normal ist, dass ein Denken an die Zeit, so wie es vorher gewesen sein muss, trist und fad und eigentlich (…)

Streifzüge, Heft 64
Laury Penny:

Unsagbare Dinge

Sex, Lügen und Revolution
Juni
2015

Es zeichnet ein gutes Buch aus, wenn die Autor*innen Geschichten erschaffen, die vor dem geistigen Auge der Leser*innen erscheinen und lebendig werden. Das gilt umso mehr, wenn es sich um politische Sachbücher handelt. Nur wenigen Autor*innen gelingt es, aus Anekdoten und Geschichtchen (…)

Streifzüge, Heft 65

Befreiendes Kuscheln

November
2015

In der schönen Zukunft wird mehr gespielt und gekuschelt, da bin ich mir sicher. Spielerischer gekuschelt und kuscheliger gespielt. Das hic et nunc stellt sich nach gründlicher Analyse als ein in sich zusammenbrechendes Lager dar, in dem ich die Destruktivität des Kapitals spüre und ausführe. So (…)

Streifzüge, Jahrgang 2016

Der Schleier des Abendlands

Erkundungen im Reich des männlichen Blicks
August
2016

Aus aktuellem Anlass Kleider machen Leute, zweifellos. Insbesondere freilich Frauen. Ob Orient, ob Okzident, ob Islam, Christentum oder Kulturindustrie: Kleidungsnormen betreffen Frauen um vieles extensiver und restriktiver als Männer. Es gleicht einem überkonfessionellen patriarchalen (…)

Streifzüge, Heft 77

Habe Mut, dich deiner Sehnsucht nach Lust und Liebe zu besinnen!

Dezember
2019

Kritik, die heutzutage an Politik und Politikern vorgebracht wird, fokussiert im Kern nahezu immer die materiell bestimmten Lebensbedingungen der Menschen sowie ihre ungleichen Möglichkeiten, durch „Leistung“ zu Wohlstand gelangen zu können. So wird häufig beklagt, dass Arbeitnehmer/innen ein (…)