Medienecke

Kritische Medien, alternative Medien, Gegenöffentlichkeiten oder überhaupt Öffentlichkeiten: Von der „selbstverständlichen Ausnahme“ sprach Alexander Emanuely getreu Gramscis Motto „Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens“. In den letzten Dekaden hat sich leider unübersehbar der Pessimismus des Verstandes deutlicher materialisiert als der Optimismus des Willens. Die Frage, wie sich dies umkehren ließe, ist daher so offen wie je und unser erneuter praktischer Versuch darauf eine Antwort zu geben verlangt weiterhin nach Reflexion und Evolution.

Um auf diesem Weg ein Stück voranzukommen scheint es uns nicht die beste Methode zu sein in jeder Generation das Rad neu zu erfinden. Drum sammeln wir hier, was uns zum Thema „Öffentlichkeit, kritische“ hilfreich erscheint und nicht schon in anderen Rubriken von Context XXI seinen Platz gefunden hat. Für eine komplette Übersicht eignet sich dann die Themenseite „Alternative Medien/Selbstreferenzielles“.

Beiträge
Das erreichte Niveau:

Freie Meinungsäußerung vorerst auf Eis gelegt

März
1989

Wien. (Red.). Am 18. Februar sollte in Österreich der „Radio-Frühling“ anbrechen: Die Europäische Föderation Freier Radios (FERL) veranstaltete am Wiener Leopoldsberg ein Round-Table-Gespräch über Medienfreiheit in Österreich und Europa. Die Diskussion sollte auf der freien Frequenz 103,5 MHz direkt (...)


Rundfunkrecht im Umbruch:

Vom Nachzügler zum europäischen Vorbild?

Oktober
1989

Österreich ist Europas verläßliches Schlußlicht. Während in vielen Ländern schon seit Jahren Freie Radios die Medienlandschaft beleben, kommt im Alpenland gerade erst die Diskussion über das ORF-Monopol in Gang. Wird Österreich neuerlich eine Chance vergeben, aus den Erfahrungen anderer zu lernen? (...)


In Bewegung:

Eigenartige Medienszene

April
1991

Als sich BOILER vor etwas mehr als einem Jahr gründete, geschah das einerseits als unmittelbare Reaktion auf die geplante Abschaffung einer der ganz wenigen erträglichen ORF-Sendungen, der Musikbox (die dann bekanntlich auf einen miserablen Sendeplatz verlegt wurde). Andererseits waren die paar (...)


Versatz:

Schluß mit dem Gerede!

April
1991

Wenn es auch müßig erscheint, darf zum THEMA dieses Heftes die Klarstellung nicht fehlen, daß mit der verfassungsrechtlich gewährten Medienfreiheit durchaus rein gar nichts über die Gewährleistung freierund vielfältiger Information und Meinungsäußerung gesagt ist. Die sogenannte „Medienfreiheit“ ist (...)


Zum Sterben zu viel — zum Leben zu wenig

April
1991

Der Markt, der Staat und die Politikverdrossenheit der Politiker. In diesem Bermudadreieck verschwinden Jahr für Jahr Zeitungen, Zeitschriften und Buchverlage. Und über Atlantis weiß man noch immer nicht sehr viel. Das gedruckte Wort ist nicht mehr viel wert. Es sei denn, man befreit es so weit (...)


Entwurf für ein Privatradiogesetz

Piraten gegen Medienkonzerne

Dezember
1991

Die Pressure Group (PG) für freies Radio in Österreich unterhält eine sehr lebendige Zweigstelle in Wien: Der Verband der sogenannten RadiopiratInnen und derjenigen, die noch Frequenz erbeuten wollen/werden. Ihre Tätigkeit steht im Konflikt mit Fernemelde- und Rundfunkgesetz. Kürzlich stellte die (...)


Hände weg

April
1993

Österreich. (drea) Die Hoffnung auf eine Liberalisierung der Rundfunklandschaft in Österreich, in Folge welcher öffentlich-rechtlicher Rundfunk, kommerzieller Privatfunk und Freie (nicht kommerzielle) Radios gesetzlich verankert werden sollen, ist im Schwinden begriffen. Der (...)


Presseförderung

Wohin mit den Millionen?

Dezember
1994

Einige hundert Millionen Schilling gibt der Staat jährlich für sogenannte „Presseförderung“ aus. Gefördert werden damit jedoch — wenn überhaupt — die ohnehin stattfindenden Konzentrationsprozesse am Markt. Bleiben die sogenannten Medienpolitiker weiterhin untätig, so können wir sie künftig nur noch zu (...)


Rette uns wer kann

März
1996

Einige Zeitungen tragen einen Branchenkampf aus, alle verwechseln das mit Politik und so sieht Politik dann auch aus: Diesfalls treten Falter, Standard und Profil zum offenen Branchenkampf gegen die Mediaprint an, Journalistengewerkschaft und Grüne sind mit von der Partie. Nebenbei soll (...)


Rendez-vous unter dem Verfassungsbogen

Bei der Vergabe der Publizistikförderung 1996 ging es wieder einmal darunter und daneben
März
1997

Wenn wir ein Kunstwerk als erhaben bezeichnen, weil es uns — obwohl und weil selbst nicht so recht begreiflich — unser allgemein-menschliches Vermögen, überhaupt irgend etwas zu begreifen, vor Augen führt, dann hat sich Andreas Khol, Klubobmann der ÖVP, ein Werk von erheblicher Erhabenheit (...)


Wir bitten zum Tanz

April
1997

Zu dem von mir angeregten Rendezvous unter dem Verfassungsbogen (Standard, Kommentar der Anderen, 19.03.97) ist erwartungsgemäß nicht Andreas Khol selbst erschienen, sondern VP-Klubsekretär Roman Kunyik (Standard, 26.03.97). Er ist mir herzlich willkommen und ich nehme seine Aufforderung zum Tanz (...)


Medienliberalisierung made in Austria

April
1998

Mit der Aufhebung des Rundfunkmonopols wurde die bestehende Medienkonzentration zementiert. Solange Medienpolitik nur marktwirtschaftliche Interessen einzelner Konzerne verfolgt, kann von Meinungsäußerungsfreiheit nicht die Rede sein. Hörfunk ist ein relativ junges Medium. Erst seit den 20er (...)


gedankensplitter zu alternativmedien und alternativen öffentlichkeiten

Oktober
1999

Unter alternativmedien verstehen wir, entgegen dem, was in den verschiedensten kommunikationswissenschaftlichen abhandlungen zu lesen ist, nicht primär irgendwelche ergänzungen, korrektive oder schlichtweg alternativen zu anderen medien, sondern waffen oder instrumente in „alternativen“ — hier (...)


Kritik statt Sektor

April
2000

1. Weil viele von uns mit dem Markt immer schon ihre Probleme hatten und mit dem Staat neuerdings noch größere, möchten sie gerne in einem Zwischenraum ihr Lager aufschlagen. Der soll „Dritter Sektor“ oder auch „Zivilgesellschaft“ heißen und sich als Raum oder Feld irgendwie zwischen den Räumen oder (...)


Land ohne Öffentlichkeit

Dezember
2000

Man soll nicht so tun, als wäre Österreich erst seit der Bildung der blau-schwarzen Regierung das Letzte in der „westlichen Wertegemeinschaft“: In ganz Europa geht seit vielen Jahren die Rede vom Verfall der Öffentlichkeit um — begonnen hat es mit einem Strukturwandel. Die Habermas’sche Zuversicht, (...)


Wir sind immer noch ‚dahinter‘

März
2001

Zu Christoph Schlingensiefs „Container“-Aktion vor der Wiener Oper im vergangenen Sommer ist nun ein Buch erschienen. Es ist, insofern die Fortführung der Aktion, ein spektakuläres und spekulatives Büchlein, bei dem unklar bleibt, wer wozu „provoziert“ werden soll. Im Vorsatztext des Verlags findet (...)


Vernetzung im Kampf ums Überleben: Alternative Medien

Juni
2001

Der vorliegende Artikel befasst sich mit alternativen Medien. Ausgehend von teilweise noch aus den 30er-Jahren stammenden (linken) Theorien zu öffentlicher und allgemeiner Partizipation an Medien (Brecht, Benjamin, Enzensberger, Negt/Kluge) wird versucht, die bereits jahrzehntealten, aber kaum (...)


Medienpolitik in Österreich

Publizistik-Nichtförderung auf Biegen und Brechen
Sendungsgestaltung: Alexander Baratsits
November
2002

Was wir also zurechtbiegen mussten ... Robert Zöchling, Sprecher der Vereinigung Alternativer Zeitungen und Zeitschriften (VAZ) und Redaktionsmitglied von Context XXI (vormals ZOOM) spricht im Interview über die Auslegungsmöglichkeiten der Publizistikförderung. ZOOM hatte 1996 nach Streichung der (...)

Im WWW

Kobuk! • Wir lesen Zeitung und schauen fern

Medien-Watchblog für Österreich - Wir lesen Zeitungen und schauen fern. Kobuk.at beobachtet seit 2010 die österreichische Medienlandschaft und dokumentiert journalistische Fehler.


Medienkritik Orange

Workshops, Lehrredaktion und Sendungen zum Thema Medienkritk im Freien Radio. Für Interessierte mit und ohne Vorkenntnisse in der Medienproduktion, Journalist_innen, Radiomachende und Aktivist_innen.


Robert Zöchling .org

Medienkritik theoretisch und praktisch.


VAZ — Vereinigung alternativer Zeitungen und Zeitschriften

Begonnen hat diese Geschichte mit der Organisation eines gemeinsamen Handverkaufs: dabei werden nicht Hände verkauft, sondern KolporteurInnen verkaufen — mit bloßen Händen und sonst nix, daher der Name — Zeitschriften (zum Beispiel alternative) an öffentlichen Orten (zum Beispiel in Lokalen oder vor (...)