Zeitschriften und Zeitungen

Lettre International

Traum

Jedes Heft ein Fest der Kreativität, eine Oase geistiger Freiheit, ein Ort der Gastfreundschaft, ein Panorama der Welt.

Profil

Lettre International ist eine unabhängige, international orientierte Kulturzeitschrift, die sich ausschließlich aus dem Verkauf der Hefte und Anzeigeneinnahmen finanziert. Lettre ist ein interdisziplinäres intellektuelles Forum und sieht sich keiner politischen Programmatik verpflichtet. Viermal im Jahr veröffentlicht Lettre International eine hochkarätige, spannungsreiche Komposition von Texten und Bildern. Aus unterschiedlichsten Positionen und Perspektiven, aus allen Weltregionen äußern sich Autoren zu brennenden, aber auch verborgenen Themen. Die Texte, darunter viele „Entdeckungen", sind ausnahmslos deutsche Erstveröffentlichungen. Zahlreiche namhafte Autoren hat Lettre mit ihren ersten übersetzten Texten im deutschen Sprachraum bekannt gemacht. Jedes Heft wird von einem Künstler exklusiv gestaltet.

Konzept

Lettre veröffentlicht Autoren, die Neugier und Risikobereitschaft, Genauigkeit und Phantasie, Reflexion und literarisches Vermögen zu kombinieren wissen – Schriftsteller, Reporter, Forscher, Philosophen, Wissenschaftler, Kritiker, Künstler oder Dichter. Das Zusammenspiel intensiver Reportagen, inspirierter Essays und luzider Hintergrundanalysen, spannender Interviews, brillanter Kurzgeschichten, vielschichtiger Recherchen, sensibler Porträts, pointierter Kommentare und Korrespondenzen sowie avancierter Kunst und Photographie hat Lettre zur Lieblingslektüre einer intellektuellen Leserschaft gemacht, die lebendige, ernsthafte Texte zu genießen weiß.

Internationalität

Wir erleben unsere Zeit als eine Epoche beschleunigter Internationalisierung und Europäisierung und erfahren zugleich Prozesse der Fragmentierung. Dies verlangt ein modernes, weltoffenes Forum für den schnellen und intensiven Austausch von Beobachtungen, Ideen und Reflexionen über Sprachgrenzen hinweg. Denken auf der Höhe der Zeit meint heute die Bildung von Weltbewußtsein, die Einbeziehung internationaler Horizonte. Lettre ergreift die Chancen des Dialogs und macht inspirierte Stimmen anderer Kulturen vernehmbar. Interkulturelle Offenheit und Neugier versteht Lettre als Schule der Toleranz und als Quelle kulturellen Kapitals. Wir wünschen uns eine kosmopolitische Polyphonie freier, kritischer Wortmeldungen, die dazu beiträgt, sich über Grenzen hinweg mit den Augen anderer zu sehen, dem Provinzialismus der großen Kulturen entgegenzuwirken und kreativ mit den spannungsreichen Prozessen der Europäisierung und Globalisierung umzugehen.

Vielstimmigkeit

Lettre veröffentlicht ernsthafte, gut recherchierte und lebendige Beschreibungen unserer Welt und unserer Zeit. Die Zeitschrift versteht sich als Laboratorium der Neugier und setzt auf Qualität. Wo es um das Verständnis vielschichtiger Sachverhalte geht, wo es um die Durchdringung scheinbar homogener Strukturen geht, liefert Lettre Materialien für den Dialog, authentische Stimmen und streitbare Überzeugungen, die der Kultivierung von Offenheit dienen.

Aktualität

Lettre setzt auf die Energien der Sprache und die Kraft der Imagination, auf temperamentvolle Betrachtungen, auf die Durchleuchtung von Zusammenhängen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Hintergrundanalysen zu brisanten aktuellen Ereignissen und Themen. In Lettre können auch längere Texte atmen, denn zunehmend komplexen Weltzusammenhängen wird man nicht durch immer einfachere Formeln gerecht. Wenn es uns gelingt, ein Spiegel von Veränderung, ein geistesgegenwärtiger Seismograph der Welt zu sein, in ihrer Zersplitterung und im Zusammenspiel ihrer Kulturen – deren Gewißheiten wie Erschütterungen –, dann kommen wir unserem Traum von einer Zeitschrift nahe.

Ethik

Demokratische Öffentlichkeit in einer komplexen Weltgesellschaft braucht grenzüberschreitende Wachheit und Interpretationsfähigkeit. Die Bereitschaft zahlreicher Akteure zur Zensur, zur Einschränkung von Freiheitsrechten und zur Manipulation der Weltöffentlichkeit sowie die Macht global operierender Medienkonzerne lassen Unabhängigkeit, Unbestechlichkeit und Unerschrockenheit von Medien noch bedeutender werden. Die Verquickung von Politik, Werbung und Public Relation, die Sensationsgeschichten und der Celebrity-Kult der Massenmedien oder auch Stereotypen einer falsch verstandenen Political Correctness tragen zur Steigerung von Wachheit, Authentizität und Wahrheit im öffentlichen Diskurs nichts bei.

Texte und Themen

Lettre befaßt sich mit Themen wie Literatur und Theater, Film und Oper, Musik und Kunst, Religion und Philosophie, Ethnologie und Wissenschaft. Weltpolitik und Geschichte, Ökologie oder Ökonomie gehören ebenso zum Spektrum der Inhalte wie Stadtentwicklung, Netzkultur, Astrophysik, Natur, Journalismus, Lebenskunst, Psychologie, Erotik, Soziologie, Gastrosophie oder Fragen des Lebensstils.

Kunst

Für jede Ausgabe gewinnt Lettre einen Künstler zur exklusiven Gestaltung der Titelseite und von bis zu zehn Seiten im Innenteil. Künstler werden auch zu Themenheften und Projekten eingeladen. An der Jubiläumsausgabe Nr. 100 zum 25jährigen Bestehen von Lettre haben sich 35 internationale Künstler mit originären Beiträgen beteiligt.

Photographie

Bildreportagen, konzeptionelle oder essayistische Photographie liefern einen facettenreichen Blick auf die Ereignisse und die Schönheiten der Erde. Jedes Heft präsentiert ein eigenständiges Photoportfolio auf sechs bis acht ganzen Seiten. Lettre gibt neuen, aufregenden Bildern großzügig Raum.

Geschichte

1984 wurde in Paris die französische Lettre internationale ins Leben gerufen. Erklärtes Ziel war es, mittels einer international orientierten und später in mehreren europäischen Sprachen erscheinenden intellektuellen Publikation beizutragen zu einem freien, intensiven und sprachübergreifenden Gedankenaustausch, insbesondere über die damaligen politisch-militärischen Trennungen des „Eisernen Vorhangs“ in Europa hinweg. Zum Selbstverständnis der Zeitschrift zählte die internationale Orientierung (d.h. vornehmlich Texte aus anderen Sprachen zu übersetzen und zugänglich zu machen), Ideologiekritik und nicht Ideologie zu pflegen, sich nicht in die jeweilige nationale Politik zu involvieren. Noch 1984 wurde in Rom die italienische Ausgabe Lettera Internazionale gegründet und 1986 folgte eine spanische Edition, Letra Internacional, in Madrid. Am 26. Mai 1988 erschien die deutsche Ausgabe der Zeitschrift, Lettre International, in Berlin. Bald nach den Umwälzungen von 1989 ergriffen Intellektuelle in Mittel- und Osteuropa die Chance, Lettre in ihren jeweiligen Sprachen herauszugeben. Zu Beginn der neunziger Jahre existierten für einige Jahre zudem gleichzeitig Ausgaben in der Tschechoslowakei, in Rußland, Bulgarien, Polen, Ungarn, Rumänien, Kroatien, Serbien und Mazedonien. Einige dieser Ausgaben mußten ihr Erscheinen aus finanziellen Gründen später wieder einstellen.
Lettre International, Berlin wurde in den ersten Jahren in verlegerischer Kooperation mit der Berliner Tageszeitung publiziert. Seit Mitte der neunziger Jahre ist Lettre International, Berlin Eigentum der unabhängigen Lettre International Verlags-GmbH.

Kooperation

Redaktionen in Berlin, Rom, Madrid, Budapest, Bukarest, Kopenhagen und Paris arbeiten heute in redaktioneller und verlegerischer Eigenverantwortlichkeit auf der Basis eines gemeinsamen Konzepts eng zusammen. Lettre gibt es in deutscher, italienischer, spanischer, ungarischer, rumänischer und – je nach Finanzierungsmöglichkeit sporadisch – in dänischer Sprache.

Lettre International
Lettre Logo.jpg
Beschreibung Kulturzeitschrift
Verlag Lettre International Verlagsgesellschaft mbH
Erstausgabe 26. Mai 1988
Erscheinungsweise vierteljährlich
Verkaufte Auflage 16.000–23.000 Exemplare
Chefredakteur Frank Berberich
Weblink lettre.de
Artikelarchiv kein Volltext, nur selektives Schlagwort-Verzeichnis
ISSN

Lettre International ist die von Frank Berberich als Kulturzeitschrift seit Mai 1988 in Berlin herausgegebene deutsche Ausgabe der 1984 in Paris von Antonin J. Liehm gegründeten, französischen Publikation Lettre Internationale.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ausgabe der deutschen Lettre International wurde am 26. Mai 1988 in West-Berlin auf dem internationalen Schriftstellerkongress Ein Traum von Europa vorgestellt. Seither erscheint die Zeitschrift vierteljährlich mit einer Auflage von 23.000 Exemplaren, bei Sonderausgaben und Themenheften mit bis zu 33.000 Exemplaren.

Als Chefredakteure waren bis zum Herbst 2003 (Heft 62) Frank Berberich und Antonin J. Liehm gemeinsam tätig. Seither ist Berberich alleiniger Chefredakteur und auch Geschäftsführer der Verlags GmbH. Für die ersten zwölf Ausgaben, bis zum Frühjahr 1991, lagen „Werbung und Beratung“ in den Händen der Düsseldorfer Werbe- und Projektagentur von Michael Schirner.[1]

Die Zeitschrift ist zu 100 % Eigentum der Lettre International Verlagsgesellschaft mbH und erscheint im Eigenverlag.[2] Lettre International wurde von Frank Berberich mit einer Anschubfinanzierung der durch ihn mitbegründeten taz ins Leben gerufen.[3]

Inhalt und Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „Lettre-Mobil“ bei einer Promotion-Kampagne 2009

Auf der Basis des von allen Lettre-Ausgaben geteilten Grundverständnisses entwickelte die deutsche Ausgabe konzeptionelle Komponenten und ein eigenständiges Profil:

Zeitschrift als Forum und Kombinatorik der Künste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede Ausgabe des Lettre International ist konzipiert als Kombination verschiedener Textsorten, Kunstformen und Themen, eine Komposition von textlichen und bildlichen Beiträgen, ein „Versuch, bildende Kunst und Politik zusammenzudenken“[4][5].

Weltpolitik und Geschichte, Philosophie und Religion, Literatur und Theater, Film und Oper, Musik und Kunst, Wissenschaft und Forschung, Psychoanalyse und Ethnologie, Ökologie oder Ökonomie gehören ebenso zu den Themen von Lettre International wie Architektur, Astronomie, Sport, Natur, Medien, Erotik, Netzkultur oder life style.

Die in Lettre International veröffentlichten Beiträge sind in der Regel deutsche Erstveröffentlichungen; etwa 80 Prozent werden aus anderen Sprachen übersetzt.[6]

Eine Vielzahl von Autoren hat Lettre International erstmals im deutschen Sprachkreis publiziert, darunter Liao Yiwu (2007), Slavoj Žižek (1991), Eliot Weinberger (1995), Halford J. Mackinder (2018), Abdelwahab Meddeb (1989), Urvashi Butalia (1997), Suketu Mehta (1997), Wiliam Langewiesche (2001), Nicholas Shakespeare (1988), Mark Danner (2005), Zhoug Qing (2006), Michail Ryklin (1991) und Gohar Homayounpour (2013). Zu den regelmäßig publizierenden Autoren von Lettre gehören ferner u. a. Bora Ćosić, Régis Debray, Volker Demuth, Svetlana Alexijewitsch, Marcel Hénaff, Pankaj Mishra, Enrique Vila-Matas, Yang Lian, Georges Nivat, Frank Raddatz, Jacques Rupnik, Priya Basil, Wallace Shawn, Jean-Luc Nancy, Tom Engelhardt, Georg Stefan Troller, Karl Schlögel, Raoul Schrott, Elif Batuman, Philippe Videlier, Roberto Scarpinato, Olga Slawnikowa, Patricia Görg, Alfred McCoy, Nedim Gürsel, Péter Nádas, Boris Groys.[7][8]

Zusammenarbeit mit Künstlern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelbilder und weitere Seiten im Innenteil werden exklusiv von Künstlern gestaltet. Zahlreiche internationale Künstler haben die Zeitschrift visuell geprägt, darunter Jörg Immendorff, der die erste Ausgabe gestaltete, Miquel Barcelò (2004), Ai Weiwei (2009), Georg Baselitz (1989 und 2008), Sigmar Polke (1989), Rebecca Horn (1990), Rosemarie Trockel (1994), Tobias Rehberger (2012 und 2018), Ilya Kabakov (1990), Marina Abramović (1993), A. R. Penck (1988), Jorinde Voigt (2015), Gerhard Richter (1996), Max Grüter (2003 und 2009) und Valérie Favre (2016).[9][10]

Photographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die großzügige Positionierung von Fotografie, Fotoportfolios sowie der Einsatz konzeptioneller, künstlerischer, essayistischer, dokumentarischer oder Reportage-Fotografie gehört zu den wesentlichen visuellen Bestandteilen des Heftes.[11][2]

Beiträge kommen von international bekannten Photographen wie Quentin Bertoux, Daniel Schwartz, Cristiana Garcia Rodero, Sebastião Salgado, Massimo Berruti, Rodrigo Abd, Graciela Iturbide, Tian Doan Na Champassak, JR, Hans Hansen, Paolo Pellegrin, Olafur Eliasson, Juan Manuel Castro Pietro, Matt Black, oder Robert Longo.[8]

Literarische Reportagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Blatt pflegt die Akzentuierung des bis dahin im deutschen Sprachraum „verkümmerten literarischen Genres“[12], der literarischen Reisereportage. Lettre entdeckte namhafte Vertreter dieses Genres für den deutschen Sprachraum, darunter Amitav Ghosh, Nicolas Shakespeare, Isabel Hilton, Liao Yiwu oder William Langewiesche.[13] In den Jahren 2003 bis 2006 wurde auf Initiative von Lettre und in Partnerschaft mit dem Goethe-Institut erstmals ein Weltpreis für die beste literarische Reportage, der Lettre Ulysses Award, verliehen.[14]

Lettre Ulysses Award[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zusammenarbeit mit der Aventis Foundation und dem Goethe-Institut begründete Lettre International 2003 einen jährlich vergebenen Weltpreis für die besten literarischen Reportagen, den Lettre Ulysses Award. Der mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Preis wurde bis 2006 viermal verliehen und ist seitdem suspendiert. Jurymitglieder aus elf Sprachkreisen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch, Portugiesisch, Arabisch, Russisch, Hindi, Chinesisch, Japanisch) wählten die besten Leistungen der Reportageliteratur.

  • 2003 wurde der Preis Anna Politkowskaja für ihr Buch Tchétchénie: Le déshonneur russe über den Krieg in Tschetschenien verliehen.
  • 2004 gewann das chinesische Autorenpaar Wu Chuntao und Chen Guidi den mit 50.000 Euro dotierten ersten Preis für das Buch A Survey on Chinese Peasants (zur Lage der chinesischen Bauern).
  • 2005 wurde die britische Autorin Alexandra Fuller für ihr Buch Scribbling the Cat. Travels with an African Soldier mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
  • 2006 erhielt die britische Schriftstellerin Linda Grant den ersten Preis für ihr Buch The People on the Street. A Writer’s View of Israel.

Kontroverse um Sarrazin-Interview[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in LI 86 platzierte Interview mit Thilo Sarrazin erzeugte große mediale Aufmerksamkeit und führte zu hitzigen Debatten über den vermeintlichen Rassismus mancher Äußerungen des damaligen Bundesbank-Vorstandes. In einem Interview für das Magazin der Medienmacher kritisierte der Herausgeber, Frank Berberich, die Reaktion der Massenmedien als „Dilettantismus, politisch-korrekte Phrasen, Irreführung, große Parolen.“[15] Der dabei aufgekommene Skandal sei durch Medieninteressen entstanden und „die Sensationalisierung und Skandalisierung wurde vor allem von Medien inszeniert, die damit Geld verdienen wollten“,[15] so Berberich. Das Interview sei einer von mehr als 40 Beiträgen zum Schwerpunktthema „Berlin“ gewesen und weder durch explizite Hinweise im Editorial oder gegenüber der Presse noch durch seine Platzierung – das Interview findet sich auf Seite 197 des 258 Seiten umfassenden Heftes – besonders hervorgehoben worden. Die Funktion eines sensationalistischen Aufmachers sei ihm erst durch Skandalisierung von außen zugewiesen worden.[15] Lettre International geriet darüber hinaus mit dem Springer Verlag und seinen in Berlin erscheinenden Tageszeitungen, die das Interview zum Skandal hochstilisiert hatten, in einen urheberrechtlichen Konflikt. Die Bild und andere Springer-Zeitungen hatten das Interview nicht nur mehrfach für Schlagzeilen benutzt, sondern den Text ohne Genehmigung zum großen Teil abgedruckt, sowie abgeschrieben und online vollumfänglich zur Verfügung gestellt. Lettre International erwirkte eine einstweilige Verfügung und bereitete eine Schadensersatzklage vor. Am 8. März 2011 einigten sich der Springer-Verlag und Lettre International auf ein Schadensgeld in Höhe von 60.000 Euro.[16][17][18] Patrick Bahners, damals Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, monierte: „Berlin soll sich, wie Sarrazin seinem Interviewer Frank Berberich allen Ernstes erklärte, durch Abdrängung der Nichtintegrierten sanieren. ‚Die Schulen müssen von unten nach oben anders gestaltet werden. Dazu gehört, den Nichtleistungsträgern zu vermitteln, dass sie ebenso gerne woanders nichts leisten sollten.‘“[19] Der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani behauptete 2012, die Kulturzeitschrift habe „mit ihrem vollständig widerspruchsfreien Interview“ einem Wirtschaftsexperten ein Forum gegeben, dessen Äußerungen sich als „wahre Fundgrube für die politische Arbeit der national-identitären Rechten“ entpuppten. Dadurch habe Lettre International „für die Popularisierung des völkischen Nationalismus, dem Uwe Mundlos anhing, mehr bewirkt als der Nationalsozialistische Untergrund“.[20]

Kunsteditionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Verkauf von Kunsteditionen hat der Verlag den Versuch gemacht, die redaktionelle Arbeit finanziell zu unterstützen. So entstanden in den Jahren 1992, 2011, 2012 und 2013 je eine Kunsteditionsausgabe.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Verdienste an der internationalen Presselandschaft wurde Lettre International mehrfach ausgezeichnet:

  • 1997 erhielt der Lettre-Gründer Antonin J. Liehm stellvertretend für das gesamte Netzwerk den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung der Leipziger Buchmesse.
  • 2010 erhielt Chefredakteur Frank Berberich den Preis Kulturjournalist des Jahres 2009 durch das Medium Magazin.[21]
  • Am 18. März 2010 erhielt Frank Berberich den Will-Grohmann-Preis der Berliner Akademie der Künste.[22]
  • 2012 erhielt Stavros Papadopoulos für sein in Lettre International 95 erschienenes Fotoportfolio „Griechenland“ den LeadAward in Bronze in der Kategorie „Reportagefotografie des Jahres“.[23]
  • 2018 wird Lettre International mit dem Konrad-Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roman Léandre Schmidt: Lettre internationale: Geschichte einer europäischen Zeitschrift. Paderborn: Fink, 2017 ISBN 978-3-7705-6051-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum, in: Lettre international: Europas Kulturzeitung. (Nr. 1 ff.), Berlin 1988–2015.
  2. a b Sara Hoegen u. a.: Friedrichstraße/Ostsee für Lettre International, Berlin 2006, S. 41–51.
  3. Publizistischer Wahnsinn. In: taz, 2. Juni 2008
  4. Nina Apin: Magazin "Lettre" wird 20: Publizistischer Wahnsinn. In: Die Tageszeitung: taz. 1. Juni 2008, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  5. «Lettre International»: Arsenal des Geistes. 21. August 2013 (woz.ch [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  6. Buchstaben für die Welt. In: Der Tagesspiegel Online. 12. Juni 2008, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  7. Gerrit Bartels: „Lettre International“ feiert 30. Jubiläum. In: Der Tagesspiegel Online. 12. Juni 2018, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  8. a b Online-Archiv Lettre International
  9. «Lettre International»: Arsenal des Geistes. 21. August 2013 (woz.ch [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  10. Gerrit Bartels: „Lettre International“ feiert 30. Jubiläum. In: Der Tagesspiegel Online. 12. Juni 2018, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  11. Buchstaben für die Welt. In: Der Tagesspiegel Online. 12. Juni 2008, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  12. Für Lustleser und Masochisten. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  13. Die Grenzen überwinden | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. April 2013, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  14. Deutsche Welle (www.dw.com): Die beste Reportage der Welt | DW | 07.10.2003. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  15. a b c V.i.S.d.P., Dilettantismus, Phrasen, Irreführung, Parolen. 26. Oktober 2009, abgerufen am 6. Juni 2018.
  16. Sarrazin-Interview: "Lettre"-Magazin fordert Schadensersatz von "Bild". In: Spiegel Online. 27. Oktober 2009 (spiegel.de [abgerufen am 6. Juni 2018]).
  17. 60.000 Euro für geklautes Sarrazin-Interview — BILDblog. Abgerufen am 6. Juni 2018.
  18. DWDL.de GmbH: Interview-Klau: "Bild"; muss 60.000 Euro zahlen - DWDL.de. In: DWDL.de. (dwdl.de [abgerufen am 6. Juni 2018]).
  19. Patrick Bahners: Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam - Eine Streitschrift. C.H.Beck, München 2011, S. 24. ISBN 978-3-406-61645-7
  20. Navid Kermani, Vergesst Deutschland! Eine patriotische Rede zur Eröffnung der Hamburger Lessingtage 2012. Ullstein, Berlin 2012.
  21. Die Journalisten des Jahres 2009. In: Medium Magazin online am 21. Dezember 2009, abgerufen am 14. Januar 2010.
  22. Akademie der Künste, aufgerufen 1. Februar 2013
  23. LeadAward-Preisträger 2012
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