Streifzüge, Jahrgang 2016
Mai
2016

Stellt Euch vor, das Proletariat kommt in Bewegung – und die Linke ekelt sich!

Es sind verdämmernde Begriffe, das Proletariat und die Linke. Allenfalls in den Köpfen der älteren Generation, die sich die Erinnerung an die klassische Arbeiterbewegung bewahrt hat, spielen sie noch eine Rolle. Aber auch dort nur eine negative. Sie seien nicht nicht mehr dafür geeignet, die heutige gesellschaftliche Situation zu beschreiben, ist die verbreitete Meinung.

Ich bin mir da nicht so sicher. Was heute spürbar in Bewegung gekommen ist und was den sogenannten Rechtspopulismus gleichsam sozial unterfüttert, ist zwar nicht dem klassischen Proletariat zuzuordnen, sofern man darunter Menschen versteht, die in der Industrie arbeiten und „Werte schaffen“. Das Proletariat dieser Art ist in der ganzen Welt zerstreut, und überall, wo es vorkommt, ist es froh, dass es – noch – die Gelegenheit hat, auf anständige Weise Geld zu verdienen. Wer in diesem Sinne zum Proletariat gehört, dürfte politisch eher zu den Braven im Lande gehören. Er wird sich hüten, öffentlich mit den „westlichen (oder eben den landesüblichen) Werten“ in Konflikt zu kommen.

Gleichwohl gibt es unter den Ausländerfeinden und Merkel-Bashern, wenn man einmal von den um ihre Aktien-Depots besorgten AfD-Bürgern absieht, ganz offensichtlich einen gehörigen Anteil von Menschen, die ihrer sozialen Lage nach dem unteren, wenn nicht untersten Teil der Gesellschaft zuzurechnen sind, den „Deklassierten“ etwa, wie sie in den Streifzügen 64 genannt werden (F. Schandl: Von der Deindustrialisierung zur Deklassierung). Das wären also Langzeitarbeitslose, Gelegenheits-Jobber, Kleinkriminelle, alleinerziehende Mütter und vielleicht auch verbitterte Rentner, die, um finanziell über die Runden zu kommen, irgendwelche Prospekte austtragen oder sonstwie als Aushilfen tätig sein müssen. Leute eben, die deutlich spüren, dass sie in „diesem System“ auf keinen grünen Zweig mehr kommen werden. Jedenfalls gehören die rechten Miesepeter nicht zu den Siegern des globalisierten Kapitalismus, sondern, sei es real oder in der eigenen Wahrnehmung, zu den Verlierern. Und sie sind mit diesem Zustand unzufrieden.

Wenn wir das Wort „Proletariat“ so verstehen, als Metapher für eine Unzufriedenheit, die im weitesten Sinne von unten kommt, scheint es mir durchaus einen Inhalt zu transportieren, mit dem sich etwas anfangen lässt. Zunächst ist es schon ein Vorteil, dass mit diesem Wort überhaupt einmal das Thema der sozialen Lage der Menschen zur Sprache kommt. Man erhält dadurch die Möglichkeit, die ideologischen Brocken und Bewusstseinszustände, mit denen sie auf ihre Situation reagieren, als einen eigenen, von dieser Situation unterschiedenen Faktor der gesellschaftlichen Realität zu behandeln. Was natürlich sofort zu der Frage führt, inwieweit Bewusstsein und soziales Sein zusammenpassen, inwieweit mit den rechten Parolen eine realistische Perspektive zur Verbesserung der sozialen Lage verbunden sein kann.

Eine Linke, die diese Unterscheidung zwischen sozialem Sein und damit einhergehendem Bewusstsein trifft, ist momentan nicht in Sicht. Zumindest tritt sie nicht öffentlich in Erscheinung. Sie verschwindet hinter jener „Linken“, die sich logischerweise daraus ergibt, dass sich die Freunde der Mehrheitsdemokratie mit allen Zeichen des Abscheus gegen „rechts“ abgrenzen und Bekenntnisse zu den Grundwerten der „freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung“ ablegen: für Menschenrechte, Solidarität und Humanität, für „eine offene, menschliche und von Vielfalt geprägte Gesellschaft“ (Zitat aus einer am 2. Oktober 2015 in den überregionalen Zeitungen erschienenen Anzeige zum „Nationalen Tag des Flüchtlings“ und „zum 3. Oktober 2015, dem 25sten Jahrestag eines vereinigten Deutschlands“). Was aber wird uns mit dieser Zurschaustellung der moralisch einwandfreien Gesinnung mitgeteilt, jedenfalls indirekt? Dass es sich bei dem „rechten Pack“ offensichtlich um ein moralisches, nicht etwa um ein soziales Problem handelt. Man weiß nicht, wie es kommt, aber leider gibt es, kenntlich gemacht am Lackmuspapier der „Flüchtlinge“, eine moralisch minderwertige Spezies von Menschen, die all diese schönen Dinge nicht will: keine Menschlichkeit, keine Weltoffenheit.

Dadurch, dass sie ihre wunderbaren „Werte“ ohne den funktionierenden Kapitalismus denken, der logisch dazugehört, werden die Freunde der Demokratie zu einer Art Glaubensgemeinschaft. Die demokratischen Werte, zu denen sie sich bekennen, sind sozusagen immer und an und für sich richtig und schätzenswert, so dass sie historisch gesehen in der Luft hängen. Und wenn sie mit der Krise des Kapitalismus ihre Wirkung und Kraft verlieren, wenn sich Phänomene häufen, die vom demokratischen Standpunkt aus unerwünscht, peinlich und barbarisch sind, dann bleibt nichts anderes übrig, als den Glauben an sie erst recht zu zelebrieren und mit dem Mut des Märtyrers für sie einzutreten. Denjenigen aber, die sich gegen diese Werte versündigen, die sich gleichsam als die Ketzer und Apostaten der Demokratie betätigen, muss mit einer heftigen Abwehrgeste die „rote Karte“ gezeigt werden. Tatsächlich scheint es, durchaus passend zur Konkurrenzgesellschaft, eine Art Wettbewerb unter den bekennenden Demokraten zu geben, wer angesichts der Pegida-Demonstrationen das größte Potential an Abscheu und Ekelgefühlen vorzuweisen hat.

Mit Blick auf die soziale Unterfütterung der Pegida-Demostrationen wäre dies ein weiterer Grund, die rechten Widerlinge in die Nähe der altehrwürdigen Kategorie des Proletariats zu rücken. Abscheu zu erregen bei den „anständigen Menschen“, verachtet zu werden, ist seit jeher ein zuverlässiges Kennzeichen derer, die unten sind. Selbstverständlich können auch die „jungen Männer nordafrikanischen Aussehens“, die sich in der Silvesternacht so unangenehm bemerkbar gemacht haben, Anspruch darauf erheben, hier eingeordnet zu werden. Das einfache, redliche Volk, das darauf wartet, dass aufgeklärte Intellektuelle ihm zu seinem „Recht“ verhelfen, ist eine Legende aus dem 18. Jahrhundert, und das ist lange vorbei. Ohne die Brille des Rousseauismus wahrgenommen, ist Unten-sein ein Zustand, der die Menschen nicht schön macht, auch nicht freundlich oder klug. Unten zu sein, auf dem sozialen Abstellgleis, bedeutet meistens auch, ungebildet, primitiv und widerlich zu sein. Schon seinerzeit, als der Begriff des Proletariats aufkam, wurde er von Synonymen wie Pöbel, Mob, Gesindel und Abschaum begleitet. „Vagabondierende Habe- und Taugenichtse, töricht manche von euch, Verbrecher viele von euch, Elende alle!“ So fasste Thomas Carlyle seinen Eindruck von den „Paupers“ seiner Zeit in den Latter-Day Pamphlets zusammen. (MEW 7, S. 267)

Dass auf diesem Boden reaktionäre Verhaltensweisen gedeihen, wird niemanden wundern. Reaktionär im Wortsinn ist schon einmal die bei den Unterschichtlern verbreitete Neiung zum schnellen Hinschlagen, weil es sich dabei eben um ein unvermitteltes, sozusagen kopfloses Reagieren handelt. Neue soziale Phänomene, die in die gewohnte Lebenswelt nicht passen, die als nachteilig oder bedrohlich empfunden werden, stoßen auf ein bitterböses „Nein, ich mag nicht!“, wie man es auch von kleinen Kindern zu hören bekommt. Mit dieser Kindlichkeit des unvermittelten Ja oder Nein gehören die Unterschichtler allerdings unter das gleiche Dach der bürgerlichen Bewusstseinsform wie alle anderen Demokraten. Seit jeher bewegt sich ja der bürgerliche Alltagsverstand, dem die allumfassende Vermittlungsinstanz „Gott“ abhanden gekommen ist, in unvermittelten Gegensätzen. Er legt es darauf an, die gesellschaftlichen Phänomene so wahrzunehmen, dass sie zu Dingen und Prinzipien gerinnen, die man politisch „wollen“ oder „nicht wollen“ kann. Die einen wollen „keine Flüchtlinge“, die anderen „keine Nazis“; kontextunabhängig wird „gewollt“. Die kapitalistische Krise, ob sie sich nun als endloser Flüchtlingsstrom nach Europa und um den ganzen Globus wälzt, ob sie als salafistischer Hassprediger in Erscheinung tritt oder als rechter Heimatschutzbund, schert sich weder um das eine noch das andere Wollen. Solange sie nicht als solche begriffen wird, sorgt sie nur dafür, dass der Ton schroffer, das Wollen gewalttätiger wird.

Soweit die aktuelle Bewegung, die mit Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte von sich reden macht, sich politisch artikuliert und die nationale Identität hochleben lässt, ist sie natürlich erst recht als reaktionär einzustufen, auch im Rahmen der bürgerlichen Gesellschaft. Sie stellt geradezu einen Rückfall dar hinter das von den Mehrheitsdemokraten erreichte Niveau der Anpassung an den globalen Kapitalismus. Der Nationalismus hatte seine große Zeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Für die aus der religiösen Einfalt, der Standesehre und so mancher anderen Beschränktheit vertriebenen Menschen stellte er so etwas wie eine Ersatzheimat dar, mit der sich auch die Unterschichten identifizieren konnten. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder, dem Sozialismus, half er mit bei der Enstehung jener Struktur, die allen Bürgern die gleiche Form der selbstverantwortlichen Rechtsperson aufprägte, so dass sie als freie Verkäufer ihrer Arbeitskraft auf dem Markt erscheinen und gleichberechtigt um die vom Kapital angebotenen Arbeitsplätze konkurrieren können. Diese einheitlich strukturierte Marktgesellschaft hat jahrzehntelang automatisch funktioniert, ideologiefrei sozusagen, und wenn sie jetzt kaputtgeht, ist es vergebliche Liebesmüh, wenn die Opfer dieser Entwicklung Glaubensbekenntnisse zu einem Nationalismus ablegen, der seine große und durchaus nicht schöne Zeit in der Vergangenheit hatte. Die Zeit des national umhegten und sozial abgepolsterten Kapitalismus, der durch die Köpfe der Pegida-Demonstranten geistern mag, ist unwiderruflich vorbei. Die Integrationsideologien des 19. Jahrhunderts hatten ihre historische Mission darin, dass sie dem demokratischen Kapitalismus den Weg bereiteten. Die Krise des Kapitalismus bringt die seinerzeitigen Produktionsverhältnisse genauso wenig zurück wie die seinerzeitigen Glaubenserlebnisse. Mit dem Ruf nach der Nation, sei es auch der „sozialistischen“, ist kein gangbarer Weg mehr verbunden, kein politisches Handlungskonzept, schon gar nicht unter kapitalistischen Vorzeichen. Er ist nichts weiter als der Ausdruck tief empfundener Heimatlosigkeit und Entwurzelung.

Was also bleibt, wenn man die rechte Bewegung getrennt von dieser Sackgassen-Ideologie wahrnimmt? Der Hass und die Verbitterung von Menschen, die auf den Wohlstand und die sicheren Arbeitsplätze, die das „Wachstum“ von was auch immer ihnen bringen sollten, vergeblich gewartet haben. Die als die Ausgesonderten und Abgehängten der Konkurrenzgesellschaft in den demokratischen Menschheitsphrasen nur noch Lüge und Heuchelei zu sehen vermögen. Und die darin – mehr als ihnen wohl bewusst ist – recht haben. Schließlich sind auch die exorbitanten Flüchtlingszahlen ein Resultat der demokratischen Weltherrschaft: denn der global operierende Kapitalismus hat seine militärischen Verbrechen, etwa die von den USA verübten Erdöl-Kriege, immer nur als Sendbote der Demokratie begangen. Ob sie wollen oder nicht, die neuen Rechten praktizieren mit ihrem desaströsen Verhalten eine wenn auch hilflose Art von Antikapitalismus. Sei es auch nur darin, dass sie als das barbarische Resultat des neuesten kapitalistischen Entwicklungsstadiums aufzufassen sind, als seine hässliche Fratze.

Und als diese verdienen sie ernstgenommen zu werden. Mir imponiert es sogar, dass hier endlich einmal Verlierer auftreten, die sich von der herrschenden Ideologie des „Selber schuld!“ nicht mehr einschüchtern lassen. Die sich mit ihrem Frust nicht mehr in die private Ecke verziehen, um dort an ihren Depressionen, am Übermaß des Fett- und Medienkonsums, am Alkohol oder an sonstigen Drogen still und leise und unter Wahrung der öffentlichen Ordnung zugrunde zu gehen. Indem sie ihre schwachsinnigen Parolen brüllen und hasserfüllt um sich schlagen, stehen sie gewiss nicht besser da als die Vertreter der herrschenden Ordnung, die tagtäglich die schwachsinnige Litanei vom Wachstum und vom Wettbewerb herunterbeten. Anders als diese aber, die alle Probleme zu einer Frage der „persönlichen Leistungsbereitschaft“ umbiegen, haben sie die Krise ins allgemeine Bewusstsein gehoben. Sie sind ein nicht länger zu leugnender Ausdruck dieser Krise. So manchen „Leistungsträger“, der in seiner Beflissenheit weder nach links noch nach rechts geschaut hat, haben sie inzwischen aus dem Schlaf geschreckt. Und in der öffentlichen Debatte, die jetzt begonnen hat, werden mit Sicherheit noch andere Fragen auftauchen als bloß die, ob wir „für“ oder „gegen“ Flüchtlinge sind. Denn der sozialen Unruhe und Verwahrlosung steht noch einiges an Zukunft bevor. Von der Integrierbarkeit des sozialen, mentalen und geistigen Elends, das die rechten Proleten befeuert, kann keine Rede sein.

Die moralisierende Linke meint, sich gegen die rechte Barbarei auf die Seite der herrschenden Barbarei der Markt-Demokratie stellen zu müssen. Warum? Weil sie im Durchschnitt besser ausgebildet ist als die militanten Ausländerfeinde, weil sie somit mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt und überhaupt einen besseren sozialen Status besitzt. Im moralisierenden Anprangern des Kapitalismus und seiner verheerenden Folgen für das Klima, für die Ozeane und für alle natürlichen Ressourcen des Lebens ist sie groß, in ihrem gesellschaftlichen Sein aber hinkt sie den rechten Proleten vielfach hinterher. Die befinden sich bereits in näherem Kontakt mit der kapitalistischen Krise. Etliche von ihnen, die der freie Arbeitsmarkt als wertlos abgestempelt und ausgespuckt hat, haben das Stadium des Hoffens bereits hinter sich gelassen. Sie wollen gar nicht mehr „integriert“ werden. Das Wort ekelt sie an.

Mit anderen Worten, im Gegensatz von rechter und linker Ideologie, von verbittertem „Volk“ und demokratischem Gutmenschentum, dürfte sich in durchaus nennenswertem Ausmaß ein sozialer Unterschied bemerkbar machen: zwischen denen, die dem Hamsterrad, in dem sie funktionieren, noch einige gute Seiten abgewinnen können, und denen, die es nicht mehr können – und die daher anfangen, es von außen zu betrachten. Dieses „von außen“ scheint mir eine weitere Bestimmung zu sein, die einen Deklassierten unserer Zeit würdig macht, unter die Schar derer eingereiht zu werden, die man im 19. Jahrhundert als classe dangereuse bezeichnete. Die klassische Arbeiterbewegung sah auf diejenigen, die „außen“ herumlungerten, herab. Wer sich außerhalb der Sphäre der produktiven Arbeit herumtrieb, galt, wenn er sonst kein Einkommen hatte, als verkommenes Subjekt und Lumpenproletarier. Heute, wo das Nicht-Produzieren von immer noch mehr Gift und Müll und nutzlosen Dingen ein Fortschritt wäre, ein echter Gewinn von Lebensqualität, hat sich die Situation gedreht. Außen zu sein und trotzdem lesen und schreiben zu können, ist mindestens zum intellektuellen Vorteil geworden. Das System, das nur noch als Katastrophe funktioniert, ist von hier aus leichter zu überblicken. Die Luft ist klarer hier außen, nicht verpestet von irgendwelchen Eigenheimhypothekenabzahlungsnotwendigkeiten; hier kommen Alternativen in Sicht, die es von innen gesehen nicht gibt.

Wenn die Unterschichten sich zu diesem „Außen“ hinbewegen, dann sieht das natürlich anders aus als bei jenen „freischwebenden Intellektuellen“, die sich den Standpunkt des Außen auf theoretischem Wege erworben haben. Das sollte letztere aber nicht davon abhalten, jenes mehr praktische Außen in gehörigem Maße zu würdigen. Das Außen hat eine Zukunft. Es ist gerade dabei, sich durch den millionenfachen Zuzug der Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten zu verstärken. So dankbar, beflissen und arbeitseifrig die meisten von ihnen sein mögen: hier tut sich ein großes Potential von Nicht-Integrierbarkeit auf. Wer die Lunte sein will an dem sozialen Sprengstoff, der sich hier ansammelt, wird eine Idee propagieren, die etwa auf die folgende Formel zu bringen ist: „Nicht-Integrierbare aller Länder vereinigt Euch!“ Aber vereinigt Euch nicht in einer neuen staatsbildenden Ideologie, die es nicht geben kann, sondern vereinigt Euch in der Vielzahl von Kenntnissen und Fähigkeiten, die Ihr Euch im Verlaufe der kapitalistischen Vergesellschaftung erworben habt, und die es Euch längst ermöglichen, mit konkreten Problemen und Bedürfnissen auf konkrete Weise umzugehen.

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Der vierte Stand“ (1901) von Giuseppe Pellizza da Volpedo zählt zu den bekanntesten Darstellungen des modernen Proletariats.

Das Proletariat (von lateinisch proles ‚die Nachkommenschaft‘) bezeichnete im antiken Rom die gesellschaftliche Schicht der landlosen und lohnabhängigen besitzlosen, aber nicht versklavten Bürger im Stadtstaat, die nicht steuer- und wehrpflichtig waren. Aus dem Lateinischen übernommen, taucht der Begriff im 19. Jahrhundert zuerst in England, später auch in anderen europäischen Ländern auf, wird jedoch erst seit der Französischen Revolution zögernd als Bezeichnung konkret auf den damaligen Vierten Stand (richtiger: auf die unterständischen, keinem der drei Stände angehörigen Schichten) bezogen. Um 1820 spricht Henri de Saint-Simon zum ersten Mal von der Klasse der Proletarier. Seit 1830 wird der Begriff zur Bezeichnung der pauperisierten Unterschichten verwendet, die als Gefahr für die soziale und politische Stabilität angesehen werden. Dies tut z. B. Lorenz von Stein, der die Gefahr im Bedürfnis der eigentums- und bildungslosen Proletarier sieht, „nicht ganz ohne jene Güter zu bleiben, die der Persönlichkeit erst ihren Wert verleihen.“[1] Etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts findet der Begriff vorzugsweise Anwendung auf die infolge der Industriellen Revolution entstandene Industriearbeiterschaft. Nach Karl Marx sind Proletarier doppelt freie Lohnarbeiter, Menschen, die nichts anderes besitzen als ihre Arbeitskraft, die also allein durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft ihren überwiegenden Lebensunterhalt erzielen können.

Aus der marxistischen Weltsicht stehen sie in einer kapitalistischen Gesellschaft im unversöhnlichen Gegensatz zur besitzenden Klasse, der Bourgeoisie.

Während in der Soziologie heute von dem neuen Proletariat gesprochen wird, kommt im alltäglichen Sprachgebrauch der Begriff Proletariat selbst kaum mehr vor. Allerdings sind in der einfachen Umgangssprache die davon abgeleiteten Begriffe „Prolet“ bzw. neuerdings „Proll“ als Schimpfwörter bzw. diskriminierende Bezeichnungen gebräuchlich. Dahinter verbergen sich klischeeartige abwertende Zuschreibungen. Der Begriff „Prolet“ und insbesondere der Begriff „Proll“ sind vergleichsweise unscharf und entfernen sich in der Benutzung teilweise erheblich von der Bezeichnung einer gesellschaftlichen Gruppe im soziologischen Sinne (Schicht, Klasse, Milieu); sie assoziieren (anstelle ökonomischer Ungleichheit) meist eher kulturelle Wertungen, einerseits im Sinne von derb, vulgär, nicht kultiviert, ungebildet oder sogar barbarisch oder kulturlos, manchmal auch in Abgrenzung zu intellektuell, andererseits im Sinne von protzig, bzw. mit derben, wenig raffinierten Modegegenständen oder Verhaltensweisen prahlend.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimkehrende Schnitter von Jakob Becker: Blick eines romantischen Malers auf das Landproletariat im 19. Jahrhundert

Der deutsche Begriff Proletariat stammt vom lateinischen Begriff proletarius. Der ursprünglichen Wortbedeutung folgend bedeutet proletarius „die Nachkommenschaft betreffend“. Abgeleitet davon erschließt sich die heutige Wortbedeutung: Das Proletariat ist die Bevölkerungsgruppe, die „den Staat nur mit ihrer Nachkommenschaft trägt und nicht mit ihrem Vermögen.“[2]

Das Proletariat im alten Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Ausbreitungsphase des Imperium Romanum wurden Sklaven als Kriegsbeute in Massen nach Rom gebracht und auf Großgrundbesitzungen als Landarbeiter eingesetzt. Da diese großen landwirtschaftlichen Betriebe wesentlich effizienter produzierten als das Kleinbauerntum, verlor dieses seine Existenzgrundlage. Kleinbauern zogen in die Hauptstadt, wo sie als landlose, aber dennoch freie römische Bürger neben den adligen Patriziern und den nichtadligen Plebejern (vor allem Bauern und Handwerker) lebten. Da sie außer ihrem Stimmrecht nichts mehr besaßen, verkauften die Proles dieses gegen Lebensmittel an die reiche Oberschicht.

Das Arbeiterproletariat der Industriellen Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemälde „Eisenwalzwerk“ (1872–1875) von Adolph Menzel, im Stil des Realismus

Genau wie das antike Proletariat handelte es sich auch beim Proletariat der Zeit der Industriellen Revolution um Menschen, die ihre bäuerlichen oder kleingewerblichen Existenzen aufgeben mussten und in die Städte zogen. Grund war die Industrialisierung, beginnend mit der Textilindustrie. Das oft mit Heimarbeit verbundene Verlagssystem stellte eine Vorform der Industrialisierung dar. Mit deren wesentlich effizienterer Produktionsweise konnte das kleine Handwerk nicht mehr mithalten. Auf der anderen Seite benötigten die neu entstehenden Fabriken Arbeitskräfte, so dass mehr und mehr die vormaligen Handwerker und Bauern unter Aufgabe ihres Landbesitzes oder ihrer Werkstatt in die Städte gingen und zu (Industrie-) Arbeitern, zum industriellen Proletariat wurden. Diese Entstehungsgeschichte des Kapitalismus wird im 24. Kapitel des Hauptwerks von Karl Marx Das Kapital geschildert und analysiert, meist am Beispiel Englands, wo Ackerland in Schafweide umgewandelt wurde, um die Wollmanufakturen oder dampfgetriebene Webstühle, die bereits für den Weltmarkt produzierten mit Rohstoff zu beliefern. Die vertriebenen Bauern, teils auch Handwerker wurden durch brutale Polizeimaßnahmen und Landstreichergesetze mit der Zeit in die entstehenden Fabriken gezwungen.

Sie wurden dort in einer bis dahin unbekannten Weise ausgebeutet, die tägliche Arbeitszeit betrug bis zu 18 Stunden. Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen gab es nicht. In Kohlebergwerken wurde die billigere Frauenarbeit und Kinderarbeit üblich. Diese Missstände führten nach langen Verboten und Kämpfen letztlich zur Gründung von Gewerkschaften und zur Entstehung der Arbeiterbewegung wie des Marxismus.

Proletariat nach Marx[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Proletariat ist nach der Definition von Karl Marx eine neue Klasse, die mit der Entwicklung der Industriellen Revolution entstanden ist. Während es vorher im Wesentlichen relativ freie Handwerker und leibeigene oder Pachtbauern gab, die über Produktionsmittel wie Werkzeuge und Agrarland verfügten, entstand mit dem Proletariat eine neue Klasse, die nicht mehr über Produktionsmittel oder nicht mehr über gesellschaftlich konkurrenzfähige Produktionsmittel (z. B. Weber) verfügte, die aber – im Gegensatz zu leibeigenen Bauern – frei über ihre Arbeitskraft verfügten. Am Beispiel England beschreibt Marx, wie die Einführung der maschinellen Webstühle den Bedarf an Wolle und die Preise für Wolle steigerte und zur Umwandlung des an Bauern verpachteten Ackerlands in Schafsweiden für die Steigerung der Wollproduktion stattfand. Die vom Bauernhof vertriebenen und so hungrig im ganzen Land herumgetriebenen Bauern konnten nur dort überleben, wo die entstehenden Manufakturen oder Fabriken diese neue Klasse von abhängigen Proletariern gebrauchen konnte. Die Besonderheit dieser neuen Klasse und ihre Definition besteht nach Marx im „doppelt freien Arbeiter“ – frei von Produktionsmitteln, die ihm ermöglichten, sich selbst zu versorgen und frei, ihren einzigen Besitz, sich selbst bzw. genauer ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Die Definition des Proletariats umfasste zu Marx Lebenszeit überwiegend Fabrikarbeiter, schließt aber prinzipiell alle ein, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich oder überwiegend nur durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft verdienen können. Damit sind auch die heutigen größeren Gruppen von Arbeitskräften wie Angestellte, Beamte (sind nach Marx keine Proletarier, da diese der Rechnung des Staates und nicht des Kapitals unterworfen sind, z. B. Lehrer: ein Lehrer in einer Privatschule ist Proletarier, in einer staatlichen Schule hingegen nicht, obwohl er dieselbe Tätigkeit ausübt), ja sogar angestellte Betriebsleiter, die Funktionen von Kapitalisten ausführen, per Definition Proletarier und zumindest heute die mit Abstand größte Klasse. Marx ging davon aus, dass wegen der zunehmenden Oligopolisierung und Globalisierung des Kapitalismus und seiner immanenten Krisenbehaftetheit insbesondere der tendenzielle Fall der Profitrate in gravierenden Krisen die Selbstbefreiung des Proletariats mit sich bringen werde und zu einer klassenlosen Gesellschaft führe. Karl Heinz Roth spricht, im Zuge einer Neuprojektierung revolutionärer Praxis von der (neuen) Proletarität.

Definition des Proletariats nach Immanuel Wallerstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Wallerstein die Bourgeoisie dadurch charakterisiert, dass sie über Mehrwerte verfügt, die sie nicht selbst erwirtschaftet hat und in der Lage ist, diese in Kapitalgüter zu investieren, ergibt sich daraus für das Proletariat, dass es aus jenen besteht, die Teile des von ihnen erwirtschafteten Mehrwertes an andere abgeben. Der Erhalt von Lohnzahlungen ist an sich kein Merkmal des Proletariats. Denn der Produzent schafft den Wert, den er nicht im Gesamten behält, sondern in Teilen oder im Ganzen an jemand anderen gibt, wofür er wiederum abhängig von der Arbeitsform nichts oder Güter oder eben einen Lohn erhält. Somit ergibt sich im Kapitalismus eine strukturelle Polarität zwischen der Bourgeoisie auf der einen und dem Proletariat auf der anderen Seite.

Den Prozess der Proletarisierung charakterisiert Wallerstein durch die Verbreitung der Lohnarbeit im Laufe der historischen Entwicklung der kapitalistischen Weltwirtschaft. Erklärt wird diese dadurch, dass die dem Kapitalismus innewohnende Notwendigkeit der Expansion regelmäßig Engpässe aufgrund mangelnder globaler Nachfrage zu überwinden hat, und eine Möglichkeit zur Überwindung solcher Engpässe stellt die Verbreitung von Lohnarbeit dar. Denn dadurch erhöht sich der Anteil des Mehrwertes, den der Produzent behält und über den er folglich zum Konsum verfügt. Entsprechend erhöht sich somit auch die globale Nachfrage. Stetige Expansion gelingt also nur durch Löhne, da diese Nachfrage erzeugen.

Die Lohnarbeit ist zudem von politischer Bedeutung. Denn mit steigendem Lohnniveau weiten sich auch die formellen Rechte der Proletarier und damit verbunden auch ihr Klassenbewusstsein aus. Dies geschieht jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt, und zwar, bis der Proletarier faktisch zu einem Bourgeois wird.[3]

Konkurrierende Begriffe zum Begriff „Proletariat“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Begriffe „Proletariat“ und „Arbeiterklasse“ werden besonders stark im marxistischen Kontext verwendet und assoziieren Ausbeutungsrealitäten sowie Emanzipationsbestrebungen (durch Reform oder Revolution). Der Klassenbegriff grenzt sich dabei von Anfang an scharf ab gegen den Begriff des sozialen Standes. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Klassenbegriff auch in Konkurrenz zum Begriff Schicht sowie seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch in Ergänzung und/oder Konkurrenz zum Begriff des sozialen Milieus zu sehen. Bezogen auf das Proletariat sind die konkurrierenden – wenn auch nicht deckungsgleichen – Begriffe Vierter Stand, Unterschicht und Arbeitermilieu. Dabei wird z. T. zwischen traditionellem und traditionslosem Arbeitermilieu unterschieden. Bei Gerhard Schulze treten an deren Stelle Harmoniemilieu und Unterhaltungsmilieu, also Milieus, die stärker über Freizeitgestaltung und gewähltem Lebensstil charakterisiert werden. Seit wenigen Jahren taucht in der Diskussion auch der Begriff der Neuen Unterschicht auf, der nun eher aus dem linken Lager eingebracht wird.

Statt „Proletarier“ verwendete man im 19. Jahrhundert auch den weniger negativ besetzten Ausdruck „Fabrikarbeiter“.[4] In den 1950er Jahren gab es auch Ansätze, die die Klassengegensätze gänzlich als veraltet betrachteten. Sie sprachen von der Nivellierten Mittelstandsgesellschaft. Dagegen hat zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Diskussion unter dem Begriff Prekariat neu begonnen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Götz Briefs: Das gewerbliche Proletariat. In: Grundriss der Sozialökonomik. IX. Abteilung: Das soziale System des Kapitalismus. 1. Teil, Tübingen 1926, S. 142–240.
  • Werner Conze: Vom 'Pöbel' zum 'Proletariat'. Sozialgeschichtliche Voraussetzungen für den Sozialismus in Deutschland. In: Hans-Ulrich Wehler (Hrsg.): Moderne deutsche Sozialgeschichte. Köln 1973.
  • Peter Decker, Konrad Hecker: Das Proletariat. Politisch emanzipiert – Sozial diszipliniert – Global ausgenutzt – Nationalistisch verdorben – Die große Karriere der lohnarbeitenden Klasse kommt an ihr gerechtes Ende. GegenStandpunkt Verlag, München 2002, ISBN 3-929211-05-X.
  • Marianne Feuersenger (Hrsg.): Gibt es noch ein Proletariat? Mit Beiträgen von Hans Paul Bahrdt, Walter Dirks, Walter Maria Guggenheimer, Paul Jostock, Burkart Lutz und Heinz Theo Risse. Dokumentation einer Sendereihe des Bayerischen Rundfunks. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1962.
  • Chris Harman: Workers of the World – Die Arbeiterklasse im 21. Jahrhundert. Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Walter. Edition aurora, Frankfurt am Main, ISBN 3-934536-08-5.
  • Karl Heinz Roth: Die neuen Klassenverhältnisse und die Perspektive der Linken – Schwächen und Stärken eines überfälligen Diskussionsvorschlags. In: Karl Heinz Roth (Hrsg.): Die Wiederkehr der Proletarität. Dokumentation der Debatte. Köln 1994.
  • Edward P. Thompson: Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse. 2 Bände, Frankfurt am Main 1987. Original: The Making of the English Working Class (1963, Neudruck als Penguin Book 1980).
  • Michael Vester: Die Entstehung des Proletariats als Lernprozeß. Die Entstehung antikapitalistischer Theorie und Praxis in England 1792–1848. Frankfurt am Main 1970.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Conze: Proletariat, Proletarier. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 7, 1989, Sp. 1458.
  2. wikt:proletarius
  3. Immanuel Wallerstein: Der Klassenkonflikt in der kapitalistischen Weltwirtschaft. In: Etienne Balibar, Immanuel Wallerstein: Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten. Hamburg 1998, S. 141–153.
  4. Dieter Schäfer: Aspekte der Wirtschaftsgeschichte Würzburgs vom Ausgang des Alten Reichs bis zur Gegenwart. Probleme, Projekte, Entwicklungen, Märkte, Betriebe, Firmen, Niederlassungen, Beschäftigung, Unternehmer und die Rolle der Stadt in zwei Jahrhunderten. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1321 f., Anm. 75.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikiquote: Proletarier – Zitate
WiktionaryWiktionary: Proletariat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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