Roswitha Scholz
Beiträge
Grundrisse, Nummer 2

Ehekrise — zur Geschichte feministischer Marxkritik

Juni
2002

Net alles, was an Wert hat, muaß a an Preis ham, owa mach des amoi wem kloa. (Wolfgang Ambros) Vorbemerkung: Der folgende Text versteht sich als historische Hinleitung zur Thematik der Relation zwischen der (vorwiegend weiblichen) Haus- und Reproduktionsarbeit und der (vorwiegend männlichen) (...)

Streifzüge, Heft 1/2003

Zur Theorie des Informationskapitalismus

Teil 1: Von der negatorischen Haltung zur Theorie der Aufhebung
März
2003

In der Reihenfolge der von Ernst Lohoff in seinem Artikel (Streifzüge 3/2002) angesprochenen Themenbereiche möchte ich folgende drei Aspekte in zwei Teilen diskutieren: Die Transformation denken: Zur Rolle des Keimform-Begriffes (Teil 1) Den Informationskapitalismus analysieren: Zur (...)

Streifzüge, Heft 66

Home Stories

Aus den gezinkten Märchenbüchern der Streifzüge-Redaktion
August
2006

Schreiben hilft von Maria Wölflingseder Ja, so etwas! Neben dem Gründer der Streifzüge, Franz Schandl, bin ich von den aktuellen Mitarbeitenden die einzige, die von Anbeginn dabei ist. Franz kannte mich aus der Weg und Ziel-Redaktion, in die er von Julius Mende eingeladen wurde, und in der ich (...)

Streifzüge, Jahrgang 2016

Das große Vorbeben

Ökonomische Aspekte der Wanderungs- und Fluchtbewegungen
März
2016

Im August 1907 versammelten sich in Stuttgart für sieben Tage knapp 900 Delegierte aus 25 sozialistischen Parteien zu einem Internationalen Sozialistenkongress, der unter anderem eine Resolution zur »Ein- und Auswanderung der Arbeiter« verabschiedete, an deren Erarbeitung sich auch Wladimir (...)

Streifzüge, Heft 68

Grundrisse einer freien Gesellschaft

Januar
2017

Viele Ansätze erdenken neue Gesellschaften, indem sie interessante aktuelle Entwicklungen prognostisch verlängern. Im Zentrum stehen meist neue Technologien – Jeremy Rifkin (2014) und Ludger Eversmann (2014) machen es vor. Ob die prognostizierte neue Gesellschaft wirklich „neu“ oder doch nur eine (...)

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Roswitha Scholz (* 1959) ist eine deutsche Publizistin und Buchautorin, die in Nürnberg lebt. Sie ist Mitglied der Redaktion der von ihr mitgegründeten wert-abspaltungskritischen Zeitschrift EXIT!. Im Jahr 1992 veröffentlichte sie[1] das Theorem der Wertabspaltung.

Roswitha Scholz war die Ehefrau des im Jahre 2012 verstorbenen Autors Robert Kurz.

Theorem der Wertabspaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 veröffentlichte Roswitha Scholz das Theorem der Wert-Abspaltung:

„Der Grundwiderspruch der Wertvergesellschaftung von Stoff (Inhalt, Natur) und Form (abstrakter Wert) ist geschlechtsspezifisch bestimmt. Alles, was in der abstrakten Wertform an sinnlichem Inhalt nicht aufgeht, aber trotzdem Voraussetzung gesellschaftlicher Reproduktion bleibt, wird an die Frau delegiert (Sinnlichkeit, Emotionalität usw.).“[2]

Dieser theoretische Ansatz der „Kritik der Wert-Abspaltung“ ist seither in verschiedenen Texten und zwei Büchern weiterentwickelt worden und hat auch in die Selbstdarstellung der Gruppe EXIT! Eingang gefunden:

„Die Weiterentwicklung der Marxschen Theorie von einem positivistischen zu einem radikal kritischen Verständnis der modernen gesellschaftlichen Kategorien und ihres Zusammenhangs kann nicht bei einem abstrakt-universalistischen Verständnis stehen bleiben. [...] Der moderne Sexismus, der Rassismus und der Antisemitismus sind grundsätzlich im Denken der Aufklärung selbst enthalten, weil sie sich strukturell auf das realmetaphysische moderne warenproduzierende System beziehen, indem sie dessen Widersprüche destruktiv verarbeiten.

[...] Alle Momente der gesellschaftlichen Reproduktion, des persönlichen Lebens und der sozialen Beziehungen, die nicht in der abstrakten Logik des Werts aufgehen oder sich nur widerwillig und unter Verlust ihres ganz eigenen Charakters in die abstrakte Logik des Werts einordnen lassen (Kinderbetreuung, „Hausarbeit“, „Liebes- und Beziehungsarbeit“, sozio-psychische Pufferfunktionen usw.), wurden vom ökonomisch-politischen Universum abgespalten und historisch als „weiblich“ definiert. Kapitalismus ist also nicht bloß der Zusammenhang seiner kategorialen Formen, sondern immer auch ein Prozess der Abspaltung. Das Verhältnis des Werts ist gleichzeitig ein Verhältnis der Abspaltung bestimmter Momente der sozialen Reproduktion, und erst beides zusammen kann den kritischen Begriff der modernen Gesellschaft bilden. Der Wert und sein Subjekt sind strukturell männlich bestimmt.“

Mit Marx über Marx hinaus: Das theoretische Projekt der Gruppe „EXIT!“ [3]

Ähnlich später Robert Kurz:

„'Geerbt' von Protestantismus und Aufklärung hatte der Arbeiterbewegungsmarxismus [...] auch das Geschlechterverhältnis eines in diesen Formen versachlichten Patriarchats, in dem die nicht im Wert aufgehenden Momente der gesellschaftlichen Reproduktion abgespalten, weitgehend als 'weiblich' bestimmt und an die Frauen delegiert wurden. [...] Die Abspaltung [ist] 'gleichursprünglich' im Verhältnis zur abstrakten Arbeit; also nichts Sekundäres, nichts Abgeleitetes. Konstitutiv für den Kapitalismus sind nicht einfach die nur scheinbar geschlechtsneutralen politisch-ökonomischen Formen des modernen warenproduzierenden Systems, sondern in einem weiteren Sinne das Wert-Abspaltungsverhältnis als 'Geschlecht des Kapitalismus' (Scholz 2000) oder als warenproduzierendes Patriarchat.“[4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Geschlecht des Kapitalismus. Feministische Theorie und die postmoderne Metamorphose des Patriarchats. Horlemann, B, Unkel 2000, ISBN 3-89502-100-8.
  • Differenzen der Krise - Krise der Differenzen. Die neue Gesellschaftskritik im globalen Zeitalter und der Zusammenhang von "Rasse", Klasse, Geschlecht und postmoderner Individualisierung. Horlemann, B., Unkel 2005, ISBN 3-89502-195-4.
  • Der Alptraum der Freiheit. Perspektiven radikaler Gesellschaftskritik. Essays, Kritiken, Polemiken. (mit Robert Kurz und Jörg Ulrich). Ulmer Manuskripte, Blaubeuren 2005, ISBN 3-934869-38-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claus Peter Ortlieb: Ein Vorwort zur Erinnerung an Robert Kurz. in: Robert Kurz: Der Tod des Kapitalismus; LAIKA-Verlag, Hamburg 2013, S. 9–17, ISBN 978-3-94228-159-1, S. 14
  2. Krisis 12 (1992), S. 23, zuletzt abgerufen am 1. Juli 2019
  3. Aus EXIT!-Selbstdarstellung, zuletzt abgerufen am 1. Juli 2019
  4. Robert Kurz: Grau ist des Lebens goldener Baum und grün die Theorie. in: EXIT! 4 (2007), S. 15–106, ISBN 978-3-89502-230-2, S. 16
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