Dimitré Dinev

Geboren 1968 in Bulgarien, besuchte das Bertolt-Brecht-Gymnasium in Plovdiv; ab 1986 erste Veröffentlichungen in bulgarischer, russischer und deutscher Sprache. 1990 Flucht nach Österreich, Studium der Philosophie und der russischen Philologie in Wien. Sein erster Roman, Engelszungen (Deuticke, 2003), wurde mehrfach ausgezeichnet und zu einem großen Erfolg bei Kritik und Publikum. Lebt als freier Schriftsteller in Wien.

Beiträge von Dimitré Dinev
Context XXI, Heft 3-4/2005

Von Menschen und Fledermäusen

■  Dimitré Dinev
Juni
2005

Man kehrt sie weg, schiebt sie ab oder steckt sie in Anstalten. Noch bevor sie etwas berührt haben, nimmt man ihnen die Fingerabdrücke ab. Man hat Angst vor ihren Berührungen. Der Mensch ist mit zehn Fingern und einem Herz geschaffen worden, aber die Beamten schrecken Zahlen nicht ab und anstatt (...)

Streifzüge, Heft 35

Arbeit ist ein magisches Wort

■  Dimitré Dinev
Oktober
2005

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Beiträge zu Dimitré Dinev
Context XXI, Heft 4-5/2004

Auf den Spuren von Baj Ganjo

Die „Rückkehr nach Europa“ auf Bulgarisch
Juni
2004

Was die literarische Figur des „Vetter Ganjo“, die alten und neuen politischen Eliten und die ArbeitsbrigardistInnen an Europa denken lässt, ist die Sehnsucht nach einem besseren Leben. Ob sie jenes dort finden werden, bezweifelt Jutta Sommerbauer. Das Ende der Welt liegt zum Beispiel in (...)

Dimitré Dinev im Lesezelt auf der Frankfurter Buchmesse 2002

Dimitré Dinev (* 1968 in Plowdiw, Bulgarien) ist ein Schriftsteller, Theater- und Drehbuchautor deutscher Sprache.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er machte seine Matura 1987 am Bertolt-Brecht-Gymnasium in Pasardschik. 1990 floh er über die „Grüne Grenze“ nach Österreich, wo er sich die folgenden Jahre mit Gelegenheitsjobs durchbrachte und in Wien Philosophie und russische Philologie studierte. Dimitré Dinev ist verheiratet und lebt als freier Schriftsteller in Wien. 2003 erlangte er die österreichische Staatsbürgerschaft.

Seit 1991 schreibt er in deutscher Sprache Drehbücher, Erzählungen, Theaterstücke und Essays. Seinen literarischen Durchbruch schaffte er 2003 mit seinem Familienroman Engelszungen, der europaweit mit großem Interesse aufgenommen wurde. Werke von Dimitré Dinev sind inzwischen in fünfzehn Sprachen übersetzt worden.

2016 wird er mit fünfzehn anderen Autoren durch eine Fachjury für die Publikation schreibArt AUSTRIA ausgewählt, einem Literaturprogramm der Kultursektion des Außenministeriums, wodurch im Rahmen der österreichischen Auslandskulturpolitik ein Beitrag dazu geleistet werden soll, dass das heutige Österreich in der Welt auch als ein Land mit viel bemerkenswertem literarischen Schaffen wahrgenommen wird. (Sebastian Kurz, Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres.)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film - Auswahl

Theater

  • Russenhuhn UA 1999 WUK, Wien
  • Haut und Himmel UA 2006 Rabenhof, Wien
  • Das Haus des Richters UA 2007 Akademietheater, Wien
  • Eine heikle Sache, die Seele (Komödie), UA 2008 Volkstheater, Wien
  • Die Ratten von Gerhart Hauptmann - Bearbeitung für das Volkstheater von Dimitré Dinev, Premiere 2010, Wien
  • Topalovic & Söhne (Balkanoperette, Komponist: Nebojsa Krulanovic), UA 2014 Theater an der Rott, Eggenfelden
  • Alice im Wunderland (Neubearbeitung des Stoffes), UA 2015 Sommerspiele Melk
  • Whatever works (Satirisches Musiktheater), UA 2015 Wien Modern

Bücher

  • Die Inschrift (Erzählungen), Edition Exil, Wien 2001, ISBN 3-901899-13-8
  • Engelszungen (Roman), Deuticke Verlag, Wien 2003, ISBN 3-216-30705-0 (Lizenzausgaben und btb-Taschenbuch 2006; bulgarische Ausgabe 2006, mazedonische Ausgabe 2007, türkische Ausgabe 2008, schwedische Ausgabe 2011)
  • Ein Licht über dem Kopf (Erzählungen), Deuticke Verlag, Wien 2005, ISBN 3-552-06000-6 (Lizenzausgabe „Innsbruck liest“ 2006; btb-Taschenbuch 2007; rumänische Ausgabe; norwegische Ausgabe);
  • Barmherzigkeit (Essays, Burgtheaterrede), Residenzverlag, St. Pölten 2010, ISBN 978-3-70173147-3

Beiträge - Auswahl

  • Boshidar (Kurzgeschichte), in: fremdland, Edition Exil, Wien 2000
  • Ein Licht über dem Kopf (Kurzgeschichte), in: Hallo Taxi, Andiamo Verlag, Mannheim 2001
  • Wechselbäder (Kurzgeschichte), in: Lichtungen, Akademie Graz 2002, sowie im Wiener „Volltext“ und in der „Süddeutschen Zeitung“ Nr. 223, Sept. 2004
  • Das Kind mit dem Schirm (Ein literarisches Protokoll), in: Tandem, Mandelbaum Verlag 2006
  • Der Regen (Kurzgeschichte), in: Der andere nebenan: Eine Anthologie aus dem Südosten Europas, hrsg. von Richard Swartz, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007
  • Das Geburtstagskind (Kurzgeschichte), in: Lichterfeste, Schattenspiele, hrsg. von Péter Esterházy, DTV 2009, ISBN 978-3-423-13828-4
  • Ion (Kurzgeschichte), in: grenzenlos. ein literarisch engagiertes europabrevier, hrsg. von Klaus Servene, Andiamo Verlag, Mannheim 2011, ISBN 978-3-936625-18-9
  • Spas sleeps (Kurzgeschichte), in: Vienna Tales, hrsg. von Helen Constantine, ins Englische übertragen von Deborah Holmes, Oxford University Press 2014, ISBN 9780199669790

Herausgaben

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dimitré Dinev, in: Internationales Biographisches Archiv 46/2008 vom 11. November 2008, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Ankommen: Gespräche mit Dimitré Dinev, Anna Kim, Radek Knapp, Julyia Rabinowich und Michael Stavaric Gebundene Ausgabe – 24. September 2014 von Brigitte Schwens-Harrant
  • Raluca Rădulescu: Die Fremde als Ort der Begegnung. Untersuchungen zu deutschsprachigen südosteuropäischen Autoren mit Migrationshintergrund. Konstanz: Hartung-Gorre 2013.
  • Raluca Rădulescu: Lazarus darf nicht herauskommen. Dimitré Dinevs unheile Welt im Erzählungsband „Ein Licht über dem Kopf“. In: Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, Bucureşti, 1-2 (39-40)/ 2011, S. 219–232.
  • Raluca Rădulescu:„Wir sind alle nur Gäste auf dieser Erde“. Fremdheit und Vertrautheit in Dimitré Dinevs Werk. In: Wechselwirkungen II. Deutschsprachige Literatur und Kultur im regionalen und internationalen Kontext. Pécser Studien zur Germanistik Band 6. Hg.v. Zoltán Szendi, Praesens, Wien, 2012, S. 107–117.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]