Julian Bierwirth

Julian Bierwirth, seit 1975 auf der Welt, seit 2000 in Göttingen. Hauptberuflicher Möchtegern-Weltverbesserer mit Ambitionen, sein im nebenberuflichen Studium der Sozialwissenschaften akkumuliertes Wissen zum Fortgang der emanzipatorischen Transformation zu nutzen. Nach einer theoretischen und praktischen Odyssee schließlich bei der Gruppe 180° - Für einen neuen Realismus gelandet. Schreibt neben anderen auch auf emanzipationoderbarbarei.blogsport.de.

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Beiträge von Julian Bierwirth
Streifzüge, Heft 41

Widerspruch und Praxis

Das Grundeinkommen und die emanzipatorische Linke
■  Julian Bierwirth
Oktober
2007

Dass wir Kapitalismus haben, also in einer Gesellschaft leben, in der unser Leben nicht zuletzt durch selbstzweckhafte Realabstraktionen wie Arbeit und Geld bestimmt wird, ist nicht schön, aber durchaus zu ändern. Auch wenn der warenproduzierende Gesamtmoloch dazu neigt, die ihm unterworfenen (...)

Streifzüge, Heft 43

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Skizze zu Wertkritik und Soziologie
■  Julian Bierwirth
Juni
2008

Wertkritik als Gesellschaftskritik In seinem Werk „Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft“ stellt Moishe Postone die Behauptung auf, bürgerliche Individuen hätten analog zur Ware einen Doppelcharakter. Diesen macht er in ihrer Bestimmung als warenproduzierende und -tauschende Menschen aus: (...)

Streifzüge, Heft 45

Ungleiche Gleichheit

■  Julian Bierwirth
März
2009

Im postmodernen Kapitalismus soll alles vergleichbar sein. Neue Konzernstrategien wie etwa bei VW zielen darauf ab, die konzerninterne Arbeitsteilung dahingehend zu revolutionieren, dass ein steter Vergleich der Rahmendaten zwischen unterschiedlichen Produktionsstandorten möglich ist. (...)

Streifzüge, Heft 46
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Linke Ökologie?

■  Julian Bierwirth
Juni
2009

Mit der Ökologie stehen viele Linke auf Kriegsfuß. Sie gilt ihnen als rein technische Frage, im Unterschied zum gesellschaftlichen Anliegen der Emanzipation. Davon abgesehen, so können wir hören, laufe das alles auf Verzichtsethik hinaus – und damit „lässt sich doch kein Hund hinterm Ofen vorlocken“, (...)

Streifzüge, Heft 46

Geschmacks- und Herrschaftsfragen

Anmerkungen zu Martin Scheuringers Beerdigung der Kritischen Theorie
■  Julian Bierwirth
Juni
2009

Als ich im Juli 2008, also ziemlich direkt während der Fußball-Europameisterschaft, die Streifzüge aufschlug, da war ich zunächst recht begeistert. „Endlich schreiben die mal was über die Hintergründe der elendigen Fahnenschwenkerei!“, dachte ich bei mir, als ich Martin Scheuringers „Rausch ohne (...)

Streifzüge, Heft 47
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Adorno wohnt trotzdem

■  Julian Bierwirth
Oktober
2009

Der Mensch im Kapitalismus ist nicht bei sich zu Hause. Er ist den gesellschaftlichen Verhältnissen, die er doch selbst macht, ausgeliefert. Was inhaltlich nicht nur das Motiv Marxens war, sondern auch bei Adorno im Mittelpunkt stand, wollte Letzterer auch sprachlich zum Ausdruck bringen. Da das (...)

Streifzüge, Heft 48
2000 Zeichen abwärts

Dialektik der Freundschaft

■  Julian Bierwirth
März
2010

Der Kapitalismus macht keine Gefangenen. Er lässt „kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch als das nackte Interesse, als die gefühllose ‚bare Zahlung‘“ (Kommunistisches Manifest). Das Gegenüber zählt nur, solange es sich im Tausch als ebenbürtig erweist. Taugt es nicht dafür, kann es mir (...)

Streifzüge, Heft 53

Die Zeit der Arbeit

■  Julian Bierwirth
Oktober
2011

Wer über Arbeit reden will, sollte über die Zeit nicht schweigen. Wenn der Kapitalismus in seinem Wesen auf dem Terror der Arbeit beruht, dann ist dieser bei Lichte betrachtet nicht mehr als die Tyrannei der Zeit. Kaum etwas dürfte – neben der Arbeit – dem modernen Menschen so in Fleisch und Blut (...)

Streifzüge, Heft 53
2000 Zeichen abwärts

Wert und Arbeit

■  Julian Bierwirth
Oktober
2011

Warum also ist es die Arbeit, die den Wert schaffen soll? Die hier verfochtene Antwort lautet: weil Wert keine Naturkonstante ist, sondern ein spezifisches gesellschaftliches Verhältnis ausdrückt. Dieses gesellschaftliche Verhältnis ist die Folge der großen Transformation der traditionellen (...)

Streifzüge, Heft 54
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Das Nadelöhr

■  Julian Bierwirth
März
2012

Das Bild des Jahres 2008 zeigt einen Polizisten, der mit gezogener Waffe eine zu räumende Wohnung durchschreitet. Durch die Immobilienkrise konnten viele Wohnungsbesitzer*Innen die Raten an die Bank nicht mehr zahlen – und dann kam die Polizei. Aber was ist mit den Menschen geschehen, die noch (...)

Streifzüge, Heft 54
2000 Zeichen abwärts

Obsoleszenz als Modetrend

■  Julian Bierwirth
März
2012

Die Linke hat ein neues Modewort entdeckt: geplante Obsoleszenz. Der Begriff ist eine Adaption aus dem englischen Sprachraum, wo von planned obsolescence die Rede ist. Der Begriff kommt von dem Adjektiv obsolet, das so viel bedeutet wie „nicht mehr gebräuchlich“ oder „hinfällig sein“. Gemeint ist (...)

Streifzüge, Heft 54

Kritik und Affirmation

Zur Auseinandersetzung mit der Geldpfuscherei
■  Julian Bierwirth
März
2012

In einer alten indischen Legende über die Erfindung des Schachspiels wird berichtet, der Erfinder des Spiels habe von seinem König für diese Erfindung nicht mehr verlangt als Weizenkörner. Ein Korn auf das erste Feld des Schachbrettes, die doppelte Menge auf das zweite Feld, wiederum die doppelte (...)

Streifzüge, Heft 54
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Über die Verhältnisse leben

■  Julian Bierwirth
März
2012

In regelmäßigen Abständen verkünden Politiker*Innen jedweder Coleur, die Gesellschaft habe „über ihre Verhältnisse“ gelebt. Obwohl häufig gehört, macht diese Redewendung doch stutzig. Dass eine Gesellschaft in der Lage ist, „über ihre Verhältnisse“ zu leben, ist keineswegs selbstverständlich. Kein Mensch (...)

Streifzüge, Heft 54
2000 Zeichen abwärts

Verschlimmbesserungen

■  Julian Bierwirth
März
2012

Dass die Dinge in Waren- und Geldgesellschaften einen doppelten Charakter annehmen, durch den die vermeintliche Rationalität in pure Irrationalität umschlägt, ist für die meisten Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler*Innen ebenso wie für die politischen Entscheidungsträger*Innen nicht vorstellbar. (...)

Streifzüge, Heft 54
2000 Zeichen abwärts

Verschwendung als Krisenlösung

■  Julian Bierwirth
März
2012

Beispiele für geplanten Verschleiß sind mittlerweile Legion. Eine beliebte Variante läuft darauf hinaus, bei der Produktion der Ware deren Haltbarkeit künstlich zu verkürzen. Über Nylon etwa hält sich hartnäckig das Gerücht, es würde während seiner Herstellung derart behandelt, dass es besonders (...)

Streifzüge, Heft 56
Robert Kurz:

Geld ohne Wert

■  Julian Bierwirth
Oktober
2012

Robert Kurz: Geld ohne Wert. Grundrisse einer Transformation der Kritik der politischen Ökonomie. Horlemann-Verlag 2012, 420 Seiten, ca. 16,90 Euro Mit „Geld ohne Wert“ ist das letzte Werk des im Juli 2012 verstorbenen Robert Kurz posthum erschienen. Kurz versucht in dem über 400 Seiten starken (...)

Streifzüge, Heft 57

Rastlose Moderne

■  Julian Bierwirth
März
2013

Der Kapitalismus ist laut Marx und Engels durch „die fortwährende Umwälzung der Produktion“ und „die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände“ gekennzeichnet und führe dazu, dass „alles Ständische und Stehende verdampft“ (Kommunistisches Manifest). Was Marx und Engels zunächst für (...)

Streifzüge, Heft 58
Peter Bierl:

Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn

Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell
■  Julian Bierwirth
Juni
2013

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Das ist machbar!

Streifzüge, Heft 62
Michael Barthel & Benjamin Jung:

Völkischer Antikapitalismus

Eine Einführung in die Kapitalismuskritik von rechts
■  Julian Bierwirth
Oktober
2014

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Das ist machbar!

Streifzüge, Heft 64

Lernen im Kapitalismus

Anmerkungen zu Schulbetrieb und Notengebung
■  Julian Bierwirth
Juni
2015

In ihrer Dialektik der Aufklärung formulieren Theodor W. Adorno und Max Horkheimer eine grundsätzliche Kritik an der Pädagogik: „Furchtbares“, so schreiben sie, „hat die Menschheit sich antun müssen, bis das Selbst, der identische, zweckgerichtete, männliche Charakter des Menschen geschaffen war, und (...)

Streifzüge, Heft 64
Laury Penny:

Unsagbare Dinge

Sex, Lügen und Revolution
■  Julian Bierwirth
Juni
2015

Es zeichnet ein gutes Buch aus, wenn die Autor*innen Geschichten erschaffen, die vor dem geistigen Auge der Leser*innen erscheinen und lebendig werden. Das gilt umso mehr, wenn es sich um politische Sachbücher handelt. Nur wenigen Autor*innen gelingt es, aus Anekdoten und Geschichtchen (...)

Streifzüge, Heft 65

Spiel und Spielerei

■  Julian Bierwirth
November
2015

Vom Spiel wird oft gesagt, es sei das Gegenteil der Arbeit. Das mag für die gedankenlose Spielerei gelten, die als irrational-selbstbezogene Tätigkeit vielleicht wirklich keinen anderen Zweck hat als sich selbst. Nicht aber für das Spiel, das von der Spielerei strikt zu trennen ist. Das Spiel (...)

Streifzüge, Jahrgang 2020
Sascha Lobo:

Realitätsschock. Zehn Lehren aus der Gegenwart

■  Julian Bierwirth
Januar
2020

Kiepenheuer & Witsch, 352 Seiten, ca. 19 Euro Die Welt verändert sich. Nicht nur die herrschende Weltordnung, die gesamte Menschheit stellt das vor eine Reihe schwer zu bewältigender Herausforderungen. Lange hat sich das mitteleuropäische Massenbewusstsein jedoch gesperrt, das überhaupt zur (...)

Beiträge zu Julian Bierwirth
Streifzüge, Heft 67

Die geltende Vernunft bekämpft nicht Macht, sondern nur deren „Entarten“ zu Herrschaft

Teil II des Beitrags „Warum Bildung bei der Überwindung der Machtverhältnisse nicht hilft“
September
2016

Als Konsequenz der bisherigen Ausführungen gilt es die Hoffnung zu begraben, dass Bildung kraft des ihr immanenten Appells, „sich seines Verstandes ohne die Anleitung durch andere zu bedienen“, Grundlage dafür sein kann, die in den gesellschaftlichen Umständen zum Ausdruck kommende Macht tatsächlich (...)

Streifzüge, Heft 70

Das unschuldige Ding

Facetten und Tücken des Gebrauchswerts
August
2017

Frisch sind die Zweifel ja nicht. Macht der Begriff des Gebrauchswerts überhaupt Sinn? Und wenn ja, welchen? Sind Gebrauchswerte universeller Natur, zumindest von hoher ontologischer Härte, unbeeindruckt von verschiedensten Produktionsverhältnissen, eine eherne und unhintergehbare Größe von (...)