Luciana Castellina
Beiträge von Luciana Castellina
FORVM, No. 289/290

RAF fürs Kapital

■  Luciana Castellina ▪ Horst Mahler
Januar
1978

Horst Mahler, 41, seit sieben Jahren in Moabit, West-Berlin, im Gefängnis, sprach mit der italienischen Abgeordneten Luciana Castellina (Democrazia proletaria) darüber, wie er heute den RAF-Terror als Phänomen der Zeitgeschichte rückblickend beurteilt (il manifesto vom 6. November 1977). Auszug aus (...) Sie wollen diesen Text online lesen?
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Luciana Castellina (* 9. August 1929 in Rom) ist eine italienische Politikerin und Journalistin. Von 1976 bis 1983 war sie Abgeordnete im Italienischen Parlament und von 1979 bis 1999 Abgeordnete im Europäischen Parlament.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tochter eines Milaneser Geschäftsmanns und einer Jüdin aus Triest wuchs sie einem bürgerlichen Viertel auf. Ihre Schulkameradin war Anna Maria Mussolini, die Tochter des Duce. Oft haben sie gemeinsam in der Villa Torlonia gespielt. Schon mit 15 interessierte sie sich für Kino und Malerei und geriet so ins Umfeld linker Zirkel und Gruppen. 1947 trat sie in Kommunistische Partei Italiens ein. Wegen Protestdemonstrationen saß sie mehrmals im Gefängnis. 1969, als sie zusammen mit Lucio Magri, Aldo Natoli, Valentino Parlato, Luigi Pintor und Rossana Rossanda die Zeitung il Manifesto gründete, wurde die aus der Partei ausgeschlossen. Als Journalistin war Castellina, die ein Jurastudium abgeschlossen hatte, für die linke Zeitung Il manifesto tätig. Mit "Die Entdeckung der Welt" ihren Tagebücher, in denen sie ihre Politisierung im Alter zwischen 14 und 18 Jahren beschreibt, war sie 2011 in Italien für den Literaturpreis Strega nominiert worden.[1]

Sie war mit dem Politiker Alfredo Reichlin verheiratet und hat zwei Kinder, unter ihnen Lucrezia Reichlin.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castellina war nach dem Ausschluss 1969 Mitglied der italienischen Partei Democrazia Proletaria, ab 1974 Mitglied in der Partito di Unità Proletaria per il Comunismo. Diese ging 1984 in der Partito Comunista Italiano auf. Nach der Auflösung der PCI schloss sich Castellina der Neugründung des linken Flüge, der Partito della Rifondazione Comunista (PRC) an. 1996 war sie Teil der PRC-Abspaltung Movimento dei Comunisti Unitari, die schließlich in der Democratici di Sinistra aufging.

Seit 2015 ist sie wieder parteipolitisch aktiv. Sie schloss sich der Sinistra Ecologia Libertà an, die Ende 2016 in der Sinistra Italiana aufging.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eurollywood. Il difficile ingresso della cultura nella costruzione dell’Europa. Pisa, Edizioni ETS 2008, ISBN 978-8-846721-12-9.
  • Die Entdeckung der Welt. Übersetzung Christiane Barckhausen-Canale. Herausgeberin der deutschen Ausgabe Gabriella Angheleddu. Laika Verlag, Hamburg 2016, ISBN 978-3-944233-64-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Sie wollen nichts mehr von früher wissen", Interview, Der Freitag Nr. 27, 7. Juli 2016, S. 23