Manfred Lauermann

Früher tätig als Soziologe an der TU Dresden und als Philosoph an der Universität. Zuletzt DAAD-Professur in Brasilien, Mitglied der Sektion Kultursoziologie in der DGS und diverser Spinoza-Gesellschaften, lebt als Privatgelehrter in Hannover, sein Arbeitsschwerpunkt in der Wissens- und Wissenschaftssoziologie ist die Theorie- und Ideengeschichte, weiteres Forschungsinteresse gilt der Systemtheorie, Spinoza, Carl Schmitt, gegenwärtiges Spezialfeld: Kunsttheorie.

Beiträge von Manfred Lauermann
Grundrisse, Nummer 41

China — Katechon der Weltrevolution

■  Manfred Lauermann
März
2012

The Multitude called Empire into being. We must push through Empire to come out. This is the alternative implicit in Lenin’s work: either world communist revolution or Empire. Hardt & Negri Empire Angesichts des religiösen Spektakels, den die Massenmedien mit Papst im Petersdom, (...)

Beiträge zu Manfred Lauermann
Streifzüge, Heft 4/1999

Marx und die Volkswirtschaft

Über die mißbräuchliche Nutzbarmachung der Kritik der politischen Ökonomie für die Wirtschaftswissenschaft
Dezember
1999

Wenn man ein Buch über Marx durchblättert und es in ihm von volkswirtschaftlichen Diagrammen und Tabellen nur so wimmelt, und wenn sich im Stichwortregister dieses Buches zwar Begriffe wie „Transfereinkommen“, nicht aber „Verdinglichung“, „Fetischismus“ oder „Versachlichung“ finden, dann weiß man (...)

Manfred Lauermann (* 22. April 1947 in Hannover) ist ein deutscher Soziologe, Ideengeschichtler und Linksintellektueller, der als Privatgelehrter in Hannover lebt und seine politischen Ursprünge in der deutschen 68er-Bewegung hat.

Manfred Lauermann

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der habilitierte Soziologe Lauermann gilt als einer der besten Kenner Spinozas in Deutschland, aber auch von Carl Schmitt, Althusser und Luhmann sowie von Marx.[1] Die intensive Beschäftigung mit derart unterschiedlichen Theoretikern und seine Art sie zu rezipieren, brachte ihm seitens der Jungle World den Ruf ein, „Wanderer zwischen den Welten“ zu sein.[2] Dies wurde kurz darauf bestätigt, als Lauermann im neurechten Theorieorgan Etappe einen 50-seitigen Beitrag incl. einer „Hommage à Panajotis Kondylis“ veröffentlichte.[3]

Lauermann lehrte an den Universitäten Bochum, Dresden und Bielefeld. 1999 hatte er eine DAAD-Professur an der brasilianischen Universidade Federal de Goiás (UFG).

Er war Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) und ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (Sektion Kultursoziologie)[4], der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft sowie der deutschen und der niederländischen Spinoza-Gesellschaft.

Lauermann gehörte von 2007 bis 2017 der Historischen Kommission der Partei Die Linke an.[5] Bei der Neubesetzung der Kommission wurde er 2017 nicht mehr berücksichtigt.[6][7] Er ist Teil des Mitarbeiterstammes der Schriftenreihe Tumult.[8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Begriff und Erfahrung. Studie zur "diskursiven Konfiguration" der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Universität Hannover, Hannover 1977, Dissertationsschrift.
  • Sozialwissenschaften in der DDR aus Sicht des bundesdeutschen SDS. Helle Panke, Berlin 2005.

Buchbeiträge und Aufsätze (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Versuch über Carl Schmitt im Nationalsozialismus. In: Klaus Hansen, Hans Lietzmann (Hrsg.), Carl Schmitt und die Liberalismuskritik. Leske u. Budrich, Opladen 1988, ISBN 978-3-8100-0702-5, S. 37–51.
  • Die Soziologie auf dem Weg zur Normalität und die Erhöhung ihrer Selbstreferenz. In: Soziale Welt, 46. Jahrg., H. 3 (1995), S. 354–363.
  • Das Soziale im Nationalsozialismus. Berliner Debatte Initial, Jg. 9 (1998), H. 1, S. 35–52.
  • Spinozanische Ethik und Wissenschaft Carneri, eine Miszelle-Freud, eine Fußnote. Darwin, ein Exkurs. In: Klaus Hammacher (Hrsg.), Zur Aktualität der Ethik Spinozas. Königshausen und Neumann, Würzburg 2000, ISBN 978-3-8260-1809-1, S. 56–100.
  • Vierzig Jahre 1968. In: Berliner Debatte Initial, Jg. 20 (2009) 1, S. 111–149, Erweiterte Fassung als elektronischer Sonderdruck.
  • Michael Hardt & Antonio Negri. Kulturrevolution durch Multitudo. In: Stephan Moebius, Dirk Quadflieg (Hrsg.), Kultur. Theorien der Gegenwart. 2. Auflage, VS-Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-16775-6, S. 309–321.
  • Außenseiter als Hofnarren im Wissenschaftssystem. In: Anne Honer (Hrsg.), Fragile Sozialität. Inszenierungen, Sinnwelten, Existenzbastler. VS-Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17173-9, S. 447–462.
  • Die Geburt der Soziologie aus dem Geiste der Renaissance. Alfred von Martin im wissenschaftsgeschichtlichenm Kontext. In: Richard Faber, Perdita Ladwig (Hrsg.), Gesellschaft und Humanität. Der Kultursoziologe Alfred von Martin (1882–1979). Königshausen & Neumann, Würzburg 2013, ISBN 3-8260-5123-8. S. 155–190.
  • Ist ›Kultursoziologie‹ institutionalisierbar? In: Stephan Moebius, Clemens Albrecht (Hrsg.), Kultur-Soziologie. Klassische Texte der neueren deutschen Kultursoziologie. Springer VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-02253-2, S. 281–299.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So Erhard Crome, „Linker“ Hexenhammer. In: Das Blättchen, 20. Jahrgang, Nummer 13, 19. Juni 2017, Online.
  2. Alfred Schobert, Soziale Frage beantwortet. In: Jungle World, 1. April 1998, Online (Memento des Originals vom 12. August 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/jungle-world.com.
  3. Manfred Lauermann: Freiheit als zivilreligiöses Formular bei Spinoza: diverse Bielefelder Rekonstruktionen. In: Etappe, Heft 15, Herbst 2000, S. 49–99.
  4. Mitgliederliste der DGS-Sektion Kultursoziologie
  5. Historische Kommission, Die Linke, Liste der Mitglieder, Stand 2014.
  6. Kommission, Die Linke, Mitglieder der Historischen Kommission, Stand 2017.
  7. Zur Nichtberücksichtigung Lauermanns auch Erhard Crome, „Linker“ Hexenhammer. In: Das Blättchen, 20. Jahrgang, Nummer 13, 19. Juni 2017, Online.
  8. Website der Zeitschrift Tumult: Über Tumult

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manfred Lauermann bei

Ohne Titel