Moshe Zuckermann

Geboren 1949 in Tel Aviv, Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender, wanderte mit seinen Eltern 1960 nach Deutschland aus, emigrierte mit 21 endgültig nach Israel; Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas der Universität in Tel Aviv.

Beiträge von Moshe Zuckermann
Streifzüge, Heft 43

„… und dann gnade uns Gott!“

Interview mit Moshe Zuckermann
■  Lorenz Glatz ▪ Moshe Zuckermann
Juni
2008

Eckpunkte eines Friedens … Ich habe mit einer Reihe Leute in Israel gesprochen. Sie haben Angst, dass, ja weil es keinen Frieden mit den Arabern geben könne. Gibt es noch eine politische Perspektive oder muss man sich auf eine Katastrophe einstellen? Verzweiflung, Absage an die Möglichkeit der (...)

Grundrisse, Nummer 34

Zertretener Wurm

Für Kevin, Sabine, Christof, Jan, Leo und all die anderen, die für eine wahrhaft menschliche Welt kämpfen
■  Moshe Zuckermann
Mai
2010

Die Bibelgeschichte von der Sintflut ist merkwürdig. Was für einen Gott hatte man sich da ausgedacht, der wenige Kapitel nach dem gloriosen Schöpfungsbericht sich bereits eines Anderen zu besinnen und fast die gesamte Menschheit auszurotten sich genötigt sah? Und wenn schon die Menschen ob ihrer (...)

Streifzüge, Heft 59

Mensch und Tier

Anmerkungen zur Zivilisationstragik
■  Moshe Zuckermann
Oktober
2013

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Beiträge zu Moshe Zuckermann
Streifzüge, Heft 1/2002

Auf dem Minenfeld

Vier Versuche einer Beschreibung, aber auch einer Entschärfung von Knallkörpern
März
2002

Gerüchten zufolge soll die Trennung in der alten Streifzüge-Redaktion auch damit zu tun haben, dass es dem neuformierten Kritische Kreis eigentlich darum geht, missliebige Themen auszuklammern, konkret die Frage des Antisemitismus ganz einfach zu entsorgen. Dass dem nicht so ist, demonstriert (...)

Café Critique, Jahr 2004

Propaganda der Tat, Freiheit des Opfers

Gerhard Scheit über sein neues Buch Suicide Attack
Dezember
2004

Gerhard Scheit ist Autor verschiedener Bücher zum Antise­mitismus und Mitglied der Wiener Gruppe Café Critique. Soeben erscheint im ça ira-Verlag sein neues Buch: „Suicide Attack“ — Zur Kritik der politischen Gewalt. Phase 2 be­fragte Gerhard Scheit zu dem von ihm wiedereingeführten Begriff des (...)

Café Critique, Jahr 2005

Im Dilemma

Eindrücke von der radikalen Linken in Israel
 
2005

Was bedeutet es, im Staat der Shoah-Überlebenden radikale Staats- und Kapitalkritik zu formulieren? Radikale Linke befinden sich in Israel in einem Dilemma, das aber nur den wenigsten bewusst zu sein scheint. Der Normalzustand ist, dass man sich als Staatskritiker gegen die Ideologie zur Wehr (...)

Café Critique, Jahr 2005

Lechts und rinks

Und wie man das verwechseln kann, wenn es um Israel geht
Dezember
2005

Der Schutz von Juden und Jüdinnen vor Verfolgung ist der Zweck des israelischen Staates. Gegen diesen Charakter der israelischen Staatlichkeit richten sich die Bestrebungen der meisten sogenannten Post-, Nicht- oder Antizionisten in Israel, die das deutsch-europäische Bedürfnis nach legitimer, (...)

Café Critique, Jahr 2006

Befreite Gesellschaft und Israel

Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus
 
2006

Kritische Theorie ist das Gegenteil von linker Gesinnung. Rekapituliert man, was in den letzten vierzig Jahren so alles unter „die Linke“ firmierte und damit einen Anspruch darauf anmeldete, Teil einer umfassenden Emanzipationsbewegung zu sein, läßt sich in der Rückschau die Tatsache, daß die (...)

Café Critique, Jahr 2008

„Projektion“ – „Überidentifikation“ – „Philozionismus“

Der Vorwurf des Philosemitismus an die antideutsche Linke
September
2008

Die so genannten Antideutschen geistern seit gut 15 Jahren durch die bundesrepublikanische politische Diskussion. Ihre Geschichte beginnt Ende der achtziger Jahre, als sich Angehörige der radikalen Linken auf Jean Améry besannen, der seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 immer wieder betont hat, dass (...)

Moshe Zuckermann (2009)

Moshe Zuckermann (hebräisch משה צוקרמן, geboren 1949 in Tel Aviv) ist ein israelisch-deutscher Soziologe und emeritierter Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. In deutschsprachigen Medien tritt er regelmäßig als Kritiker israelischer Politik auf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuckermann wurde als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Israel geboren und wuchs in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Deutschland (Frankfurt am Main), wo Zuckermann auch studierte. Mit 21 Jahren kehrte er von Frankfurt nach Israel zurück. Zuckermann besitzt auch die deutsche Staatsbürgerschaft.[1] Dort lehrte er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas der Universität Tel Aviv. Von Februar 2000 bis 2005 leitete er das Institut für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv. 2006/2007 war er Gastprofessor am Institut für Jüdisch-Christliche Forschung (IJCF) der Universität Luzern.[2] Von 2010 bis 2015 war er wissenschaftlicher Leiter der Sigmund-Freud-Privatstiftung in Wien.[3]

Politische Position[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuckermann ist ein Kritiker der israelischen Politik und Gesellschaft. Er steht politisch links und befürwortete für den Nahostkonflikt zunächst als Zwischenlösung die Gründung eines Palästinenserstaates, der dann langfristig mit Israel eine Konföderation eingehen solle.[4] Inzwischen tritt er für eine Ein-Staat-Lösung ein, da er eine Zweistaatenlösung als „unrealistisch“ ablehnt.[5] Bereits im Jahr 2000 hatte er erklärt, dass Israel lediglich eine „Scheindemokratie“ sei.[6]

Zuckermann gehörte 2021 zu den Unterzeichnern der Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus, die eine Neudefinition des Antisemitismusbegriffs versucht und dabei insbesondere die Kampagne Boycott, Divestment and Sanctions vom Vorwurf freispricht, „per se“ antisemitisch zu sein.[7]

Zuckermann ist Anhänger kritischer Theorien und referiert regelmäßig zu entsprechenden Themen. Er unterstützt die Tierrechtsbewegung und lehnt im Sinne der „Versöhnung von Mensch und Natur“ den Speziesismus ab.[8]

Neben seiner Tätigkeit als Sachbuch-Autor ist Zuckermann regelmäßig mit Beiträgen für Hörfunk, Fernsehen und Printmedien wie die taz, den Tagesspiegel, die junge Welt, deren Musik Magazin Melodie und Rhythmus, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit, den Freitag, KenFM[9] oder die Zeitschrift des iz3w vertreten.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte und Psychoanalyse. Wallstein, Göttingen 2004.
  • Theodor W. Adorno – Philosoph des beschädigten Lebens. Wallstein, Göttingen 2004.
  • Geschichte denken: Philosophie, Theorie, Methode. Universität Tel Aviv, Forschungszentrum für Geschichte. Hrsg. im Auftrag des Instituts für Deutsche Geschichte. Gerlingen 2000.

Aufsätze (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Operation Yonathan: Mythos und Ideologie. In: Markus Mohr (Hrsg.): Legenden um Entebbe: Ein Akt der Luftpiraterie und seine Dimensionen in der politischen Diskussion. Unrast, Münster 2016, ISBN 978-3-89771-587-5.
  • 2006: Aufschrei der Utopie als radikale Kritik von zweierlei Barbarei. In: Marcus Hawel, Gregor Kritidis (Hg.): Aufschrei der Utopie. Möglichkeiten einer anderen Welt. Hannover 2006, ISBN 3-930345-51-X.
  • 2006: Kants Religionsschrift. Überlegungen zu Vernunft und Religion auf dem kurzen Weg missglückter Säkularisierung. In: Margarete Jäger, Jürgen Link (Hrsg.): Macht – Religion – Politik. Zur Renaissance religiöser Praktiken und Mentalitäten. Münster 2006, ISBN 3-89771-740-9.
  • 2005: Die Ideologie der israelischen Rechten. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt. Analysen rechter Ideologie. Unrast, Münster, ISBN 3-89771-737-9.
  • 2004: Was heißt: Solidarität mit Israel? In: Gerhard Hanloser (Hrsg.): Sie waren die Antideutschesten der deutschen Linken. Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik.
  • 2001: Die Lösung des Unlösbaren. Historische Chance des Friedens in Palästina. In: ak – analyse + kritik – Zeitung für linke Debatte und Praxis. #447, 22. Februar.
  • 2000: Faschismus, autoritärer Charakter und Kulturindustrie. In: jour fixe initiative berlin (Hrsg.): Theorie des Faschismus – Kritik der Gesellschaft.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sigmund-Freud-Vorlesung 2010: Freuds Weltsicht und die Theorie vom „autoritären Charakter“. Zur Aktualität der Freudschen Kategorien für die gegenwärtige Gesellschaftsanalyse.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nirit Sommerfeld im Gespräch mit Moshe Zuckermann, Tel Aviv im Mai 2019, 9. Juni 2019 Youtubekanal von Nirit Sommerfeld, Min. 31 ff.
  2. Universität Luzern: Gastprofessur Moshe Zuckermann (Memento vom 7. März 2014 im Internet Archive)
  3. Israel-Kritiker Zuckermann wehrt sich gegen Antisemitismus-Vorwurf durch Deutsche hna.de, 17. Oktober 2018, siehe Abschnitt Zur Person.
  4. Die Logik der Okkupation. Eine Diskussion mit dem israelischen Historiker Moshe Zuckermann (Memento vom 24. August 2006 im Internet Archive), ohne Datum, in: Sozialistische Positionen, 5/2002
  5. Cyrus Salimi-Asl: „Zwei-Staaten-Lösung nicht realistisch“ (Interview). In: Neues Deutschland. 21. Mai 2021, abgerufen am 7. November 2021.
  6. Moshe Zuckermann, Vorlesung an der Westfälischen Wilhelms-Universität (Memento des Originals vom 20. Januar 2005 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.diak.org, Münster, 24. Oktober 2000
  7. The Jerusalem Declaration On Antisemitism
  8. vgl. Matthias Rude: Leiderfahrung und Solidarität: Die Tiere Rosa Luxemburgs (Artikel in der Wochenendausgabe der sozialistischen Tageszeitung „Neues Deutschland“, 21./22. Mai 2011; PDF; 213 kB); Mitschnitt des Vortrags „Rosa Luxemburg – erlebtes Leid, Mitgefühl und gesellschaftliche Revolution“ und Aphorismus von Zuckermann auf der Website vom Internationalen Repressionskongress „New Roads of Solidarity“, Oktober 2010.
  9. Hendrik Steinkuhl: Verschwörungstheorien und „gutes Bildungsfernsehen“: das kontroverse YouTube-Phänomen KenFM. Meedia, 14. Juli 2017