Rudolf Henz

Prof. Dr. Rudolf Henz, der 1953 mit dem Literatur-Staatspreis ausgezeichnet wurde und dessen Drama „Die letzte Entscheidung“ derzeit auf dem Spielplan des Burgtheaters steht, ist Programmleiter des Österreichischen Rundfunks.

Beiträge von Rudolf Henz
FORVM, No. 10

Antwort an die Rundfunk-Kritiker

Oktober
1954

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FORVM, No. 282/283

... ein Toter führt uns an!

Juni
1977

Aus Anlaß der Ehrungen für Rudolf Henz — Präsident des Österreichischen Kunstsenates und damit Vorsitzender der Jury für den Großen Österreichischen Staatspreis —‚ dargebracht durch den Österreichischen PEN-Club, den Bundesminister für Unterricht sowie den Kunstsenat selbst, bringen wir (…) Sie wollen mehr Texte online lesen?
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Rudolf Henz (Pseudonym: R. Miles; * 10. Mai 1897 in Göpfritz an der Wild (Niederösterreich); † 12. Februar 1987 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller und Programmdirektor des Österreichischen Rundfunks.

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Grabstätte von Rudolf Henz

Rudolf Henz trat 1908 gemeinsam mit Jakob Kern in das Knabenseminar Hollabrunn ein und legte 1915[1] die Kriegsreifeprüfung am k. k. Staatsgymnasium Hollabrunn ab. Danach besuchte er die Kadettenschule an der theresianischen Militärakademie. Während des Ersten Weltkriegs war Henz im Rang eines Leutnants der Adjutant von Stephan Duić (1877–1934)[2].

Nachdem er seinen Kriegsdienst geleistet hatte, studierte Henz an der Universität Wien die Fächer Germanistik und Kunstgeschichte. 1923 wurde er zum Dr. phil. promoviert.

In den kommenden Jahren arbeitete er in der katholischen Volksbildung. Im Jahr 1931 wurde er Direktor der wissenschaftlichen Abteilung der RAVAG und führte 1932 den Schulfunk ein.

Im Mai 1934 wurde Henz die Leitung des Kulturreferates der Vaterländischen Front (VF) übertragen.[1] Nach der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß im Zuge des gescheiterten Juliputsches 1934 verfasste Henz im Auftrag von dessen Nachfolger Kurt Schuschnigg den Text zum Lied der Jugend, auch Dollfußlied genannt, das als Pendant zum nationalsozialistischen Horst-Wessel-Lied zur Hymne der austrofaschistischen Bewegung wurde. Von 1934 bis 1938 gehörte er auch dem Bundeskulturrat an. Von Juli 1936 bis Oktober 1937 war er Bundesleiter des VF-Werkes Neues Leben.[1]

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich verlor er 1938 seine Posten. Henz wurde freier Schriftsteller und verdiente nebenbei als Glasmaler etwas Geld.

Im September 1938 brachte Henz einen Aufnahmeantrag an die Reichsschrifttumskammer ein und gab u. a. an, Mitglied bei der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, beim Reichsluftschutzbund und beim Deutschen Roten Kreuz zu sein.[3] Zu einer Stellungnahme zu seinen Positionen und Tätigkeiten im Ständestaat aufgefordert,[4] beteuerte Henz in einem mehrseitigen Schreiben die unpolitische Ausrichtung der von ihm verantworteten Rundfunksendungen, seine ‚Arisierungsbestrebungen’ und den Ausschluss emigrierter Personen. Zudem betonte er sein loyales Verhalten gegenüber (illegalen) Nationalsozialisten und der v. a. nach 1936 engen Zusammenarbeit mit verschiedenen kulturpolitischen Stellen im Deutschen Reich. In einem weiteren Schreiben an die Reichsschrifttumskammer Berlin schrieb Henz, dass er seine staatsbürgerlichen Pflichten stets erfüllt, bei der Volksabstimmung für den Führer gestimmt, von Jänner bis Mai als Oberleutnant beim Einmarsch in Mähren mitgewirkt habe und auch als Schriftsteller jederzeit bereit sei, seinen Platz auszufüllen.[5] Im Juli 1939 wurde Henz eine rückwirkende Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer mit 1. Juli 1938 gewährt. So konnten zwischen 1938 und 1945 die Romane Begegnung im September (1939), Der große Sturm (1943), Der Kurier des Kaisers (1941) im Münchner Alber Verlag, Ein Bauer greift an die Sterne (1943) im Verlag der Buchgemeinde Bonn sowie der Erzählband Die Hundsmühle (1939) im Laumann Verlag erscheinen.

Henz war Mitglied der 1948 bis 1949 vom Unterrichtsministerium eingesetzten ‚Zentralkommission zur Bekämpfung der NS-Literatur’ als Vertreter der Schriftsteller und saß damit in jenem nur kurz bestehenden Gremium, das die Entnazifizierung des Literaturmarkts und -betriebs realisieren sollte.[6] Gleichzeitig verfasste Henz Entlastungsschreiben für ehemalige Nationalsozialisten, u. a. für Siegfried Freiberg.[7] Auch für den schwer belasteten NS-Germanisten Josef Nadler setzte sich Henz sowohl in der Kommission[8] als auch im neu gegründeten P.E.N.-Club ein.[9]

In den Jahren 1945 bis 1957 war er Programmdirektor des Österreichischen Rundfunks. Er gründete 1947 die Wiener und 1948 die österreichische Katholische Aktion. 1952 war er Präsident des österreichischen Katholikentages. Von 1950 bis 1952 gab er die Literaturzeitschrift Dichtung der Gegenwart, ab 1955 die Literaturzeitschrift Wort in der Zeit heraus. Von 1967 bis 1980 war Rudolf Henz Präsident des Österreichischen Kunstsenats.

Als sein Hauptwerk gilt das Vers-Epos Der Turm der Welt (1952), an dem er über viele Jahre hinweg arbeitete.[10]

Er ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33 G, Nummer 75).

Auszeichnungen und Ehrungen

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  • Die Gaukler. München 1932
  • Dennoch Mensch, ein Roman von Krieg und Liebe. Salzburg 1935
  • Der Kurier des Kaisers. Bonn 1941, Wien 1946
  • Begegnung im September. München 1939, Wien 1949
  • Ein Bauer greift an die Sterne, Bonn 1943. Reprint unter dem Titel Peter Anich, der Sternsucher, Wien 1946
  • Der große Sturm. München 1943, Wien 1949
  • Das Land der singenden Hügel. Wien 1954
  • Die Nachzügler. Graz 1961
  • Die Heimkehr der Erstgeborenen. Berlin 1934. Unter dem Titel Flucht in die Heimat. Wien 1946
  • Kaiser Joseph II. Wien 1937
  • Die Erlösung (Passionsspiel). Salzburg 1949
  • Der Büßer. Wien 1950
  • Die große Entscheidung. Wien 1954
  • Das Wächterspiel. Berlin 1931
  • Das Pfingstspiel. Wien 1946
  • Das Spiel von der Geburt des Herrn. München 1947
  • Die ungetreuen Pächter. München 1954
  • Die große Lüge, Ananias und Saphira. Wien 1949, München 1950
  • Der Turm der Welt (Vers-Epos). Wien 1952
  • Kleine Apokalypse. Lyrisches Pamphlet gegen Scharlatane und Anarchisten. Styria, Graz 1977, ISBN 3-222-10970-2.
  • Dennochbrüder. Graz 1981
  • Eine Ahnung von Ewigkeit. Ausgewählte Gedichte. Auswählt und mit einem Nachwort von Christian Teissl. Echter, Würzburg 2012, ISBN 978-3-429-03479-5.
  • Fügung und Widerstand. Graz 1963
  • Dichter zwischen den Zeiten. Festschrift für Rudolf Henz zum 80. Geburtstag, hrsg. von Viktor Suchy. Wien: Braumüller 1977, ISBN 3-7003-0148-0.
  • Gertrude Enderle-Burcel: Christlich – ständisch – autoritär. Mandatare im Ständestaat 1934–1938. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 1991, ISBN 3-901142-00-2, S. 97–99.
  • Irmtraud Letzner: Die Bedeutung des „Wortes“ im poetischen Werk von Rudolf Henz. Eine Untersuchung der Wortauffassung des Dichters in seiner Lyrik und seinem Epos. Univ. Diss., Graz 1966.
  • Erika Wögerer: Innere Emigration und historische Camouflage in Österreich. Zum Widerstandspotenzial in den historischen Romanen des Rudolf Henz. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2004 (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur, 1884). ISBN 3-631-51492-1.

Einzelnachweise

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  1. a b c Gertrude Enderle-Burcel, Johannes Kraus: Christlich – Ständisch – Autoritär. Mandatare im Ständestaat 1934–1938. Hrsg.: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien, Wien 1991, ISBN 3-901142-00-2, S. 97–100.
  2. Dr. Ernest Bauer: Oberst Stjepan Duić – zu seinem 100. Geburtstag. In: Gemeinschaft zur Forschung kroatischer Fragen (Hrsg.): Kroatische Berichte. XII. Jahrgang, Nr. 2 (54). Mainz 1987, S. 18. 
  3. Vgl. Bundesarchiv, BArch R 9361-V/6081.
  4. Vgl. ebda. Siehe Schreiben vom 14.06.1939.
  5. Vgl. ebda. 23.06.1939.
  6. Vgl. Wagner, Claudia: Die Zentralkommission zur Bekämpfung der NS-Literatur. Literaturreinigung auf Österreichisch. Diplomarbeit: Wien 2005, S. 12.
  7. Vgl. Wögerer, Erika: Innere Emigration und historische Camouflage in Österreich: zum Widerstandspotenzial in den historischen Romanen des Rudolf Henz. Frankfurt am Main etc.: Lang 2004, S. 73.
  8. Wagner (2005), S. 79–91.
  9. Vgl. Amann, Klaus: P.E.N. Politik Emigration Nationalsozialismus. Ein österreichischer Schriftstellerclub. Wien etc.: Böhlau 1984, S. 110 f.
  10. Rino Sanders: Drei Reiche und der Dom Gottes. In: Die Zeit. 10. April 1952, Artikel online auf zeit.de. Abgerufen am 7. Dezember 2019.
  11. Personalnachrichten. In: Innsbrucker Nachrichten, 3. Jänner 1935, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  12. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB).