Alexander Brener

Die Österreicherin Barbara Schurz und der Russe Alexander Brener kooperieren seit 1997 und sind wegen ihrer Interventionen, mit denen sie international und auch in Österreich immer wieder Ausstellungen und Symposien mit brachialer Kritik, Spott und Verhöhnung bedenken, als „Stachel im Fleisch des Kunstbetriebs“ gefürchtet.

Hinter diesem Vorgehen steht eine grundsätzliche Kritik der Künstler (die sich auch als „gang of two“ oder als „Dritteweltkünstler“ bezeichnen) an der von ihnen beobachteten Systemimmanenz, der Marktkonformität und den Ausschliessungs- und Machtstrategien von Interessensgruppen und Ideologien im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Darüber hinaus thematisieren sie den repressiven Geschäftsalltag der Kunstinstitutionen die sie allesamt über das Quotensystem von politischen und privaten Geldgebern gegängelt sehen.

Sie bestehen auf die Notwendigkeit einer freien Kunst als agitativer Ausdruck des souveränen Individuums in einer durch repressive Systeme dominierten eben nicht offenen Gesellschaft. Sie enthüllen mit ihren Störaktionen den endlosen Diskurs der Kunst und Kunsttheorie als inhaltsleere Lippenbekenntnisse ohne reale gesellschaftspolitische Folgen bzw. das Benützen der Kunst als Behübschungspropaganda für agressive politische und wirtschaftliche Strategien.

Diese Kritik stützen Brener/Schurz seit Jahren durch die konsequente Entscheidung für einen nomadischen „drop-out“ Lebensstil, der durch Risikobereitschaft, alltägliche Mühsal aber auch vergnügliche Freiheit geprägt ist. Sie haben weder einen festen Wohnsitz noch ein Atelier und bewegen sich in einer alternativen Freundes- und Strassenkultur.

Unmittelbaren Ausdruck findet dieses Leben in der Wahl der einfachen Medien sie in ihrer Kunst verwenden. Es ist dies in erster Linie die Literatur und erst nachrangig die Bildkunst, die sie entweder in kleinformatigen Zeichnungen oder seit kürzerer Zeit mit grossen Graffiti-Wandbemalungen umsetzen. Sie verwenden dabei einen bewusst heterodoxen, vulgär-primitiven Stil der in seiner Antiform gängige Erwartungen, die in die Kunst gelegt werden, unterläuft.

Beiträge von Alexander Brener
Context XXI, Heft 3-4/2001

Streiken ist nicht obsolet!

■  Alexander Brener ▪ Barbara Schurz
Juli
2001

1977 rief der staatenlose Künstler Gustav Metzger, der zu diesem Zeitpunkt in England lebte, zu einem Art Strike auf. Metzgers Idee war einfach und grundlegend. Sie kann mit Kampfformen der ArbeiterInnenklasse wie der Arbeitsverweigerung verglichen werden. Metzger schlug vor, dass alle (...)

Videos
„Hello, I’m your new commercial director“ Lubyanskaya sqr. Moscow
Action at the autumn exhibition (To the 5th anniversary of the gallery M.Guelman) Moscow, (...)
Alexander Brener, ’Loves me, loves me not’. XL Gallery. Moscow, 1994. Camera: Julia (...)
Performance at Pushkin Museum. Camera: Julia Ovchinnikova.
Performance on Arbat street Moscow, 1994
... and egg in public at the end. performance at rebel:art festival 2004, berlin.

Alexander Dawidowitsch Brener (russisch Александр Давидович Бренер, wiss. Transliteration Aleksandr Davidovič Brener; * 1957 in Alma-Ata, Kasachische SSR) ist ein russischer Aktionskünstler.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brener wurde in Almaty geboren. Er studierte Philologie und wanderte 1989 aus der Sowjetunion nach Israel aus. Dort arbeitete er zunächst als Journalist, später als Performancekünstler.

1992 bis 1996 lebte er in Moskau und war dort als Maler, Dichter und Kritiker tätig. Seine erwähnenswerten oder zumindest Aufsehen erregenden Aktionen bestanden darin, im Moskauer Puschkin-Museum vor ein Bild von Vincent van Gogh zu koten, Sex auf öffentlichen Straßen zu haben und Kunstwerke zu zerstören.

1997 wurde er verhaftet, nachdem er im Stedelijk Museum in Amsterdam ein grünes Dollarzeichen auf das Bild Suprematisme von Kasimir Malewitsch malte. Bei der Verhandlung sagte Brener zu seiner Verteidigung:

Das Kreuz ist ein Symbol des Leidens, Das Dollarzeichen ist ein Symbol für den Handel. Humanitär gesehen sind die Ideen von Christus bedeutender als die des Geldes. Meine Tat war nicht gegen das Bild gerichtet. Ich sehe meine Tat eher als Dialog mit Malewitsch.

Er wurde verurteilt und erhielt eine Haftstrafe, während der er sein Werk Obossany Pistolet schrieb und seine Position zu seinen Aktionen zusammenfasst.

Er arbeitet mit der österreichischen Künstlerin Barbara Schurz zusammen („Kunstterroristen“). Als Künstlerpaar Barbara Schurz & Alexander Brener waren sie auf der 49. Biennale Venedig 2001 vertreten.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brener ist Autor von insgesamt über 20 Büchern.

  • Grudim (1993)
  • Meine Vagina (1993)
  • Chlamidiose (1994)
  • Obossany Pistolet („Vollgepisste Pistole“, 1997)
In Zusammenarbeit mit Barbara Schurz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Brener bei

Furzende Völker von Brener, Alexander, Schurz, Barbara | Buch | Zustand gut

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