Universität
Beiträge
FORVM, No. 9

Unterrichtsfach „Gesellschaft“

September
1954

Als vor einigen Monaten im Österreichischen Nationalrat die Krise der Hochschulen zur Debatte stand, wurden die Namen Joseph Schumpeter und Friedrich A. Hayek als Beispiele für den hohen Ruf der österreichischen Wissenschaft hervorgehoben. Von Seiten der äußersten Linken kam der Einwurf, daß (…)

FORVM, No. 86

Philosophie unter Kádár

Februar
1961

Untersuchungen über die philosophische Aktivität in den kommunistischen Ländern werden oft mit der Bemerkung als überflüssig bezeichnet, daß die Philosophie in der deutschen Sowjetzone, in der Tschechoslowakei oder in Ungarn nur eine Lizenzausgabe der Sowjetphilosophie sei. Dabei wird nicht (…)

FORVM, No. 107

Wissenschaft ist nicht Kultur

Zur Situation der österreichischen Forschung
November
1962

„Trotz der wachsenden Erkenntnis dessen, was im Osten vor sich geht, bleibt die Wohlstandsgesellschaft des freien Westens den Hochschulen das gleiche schuldig, was die kapitalistische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts den Arbeitern schuldig geblieben ist: die Integration ihrer Existenz.“ Mit (…)

FORVM, No. 118

Hochschulen am Tiefpunkt

Oktober
1963

In der Frage der vieldiskutierten Hochschulreform sollte unseres Erachtens auch die Stimme der jungen Hochschullehrer zu Gehör kommen. Möglicherweise könnte sie die richtige mittlere Tonlage treffen zwischen dem allzu sordinierten Baß der Kapazitäten und dem allzu irritierenden Diskant der (…)

FORVM, No. 131

Delogierte Meinungsfreiheit

November
1964

FORVM verweist auf eine nunmehr elfjährige Regsamkeit als Marktplatz für Meinungsware von anderswo unanbringlicher Qualität und Quantität, als Stadion für den Amoklauf quer über geheiligte Weltanschauungs- sowie insbesondere Parteizäune. Gedeckt durch solche längst gefestigte Tradition lassen (…)

FORVM, No. 137

Forscher, Lehrer, Mandarine

Mai
1965

Dr. Carl Grünberg, vor 25 Jahren fast achtzigjährig gestorben, war Professor an der Universität Wien, Jude und Marxist. Daß er alles drei sein konnte, spricht für die Zeit, in der er es war (1900-1924). Heute wäre dies wohl unmöglich. Gar erst mit so provokanter offizieller Deklaration wie in (…)

FORVM, No. 158

150 Jahre Germanistik

Jubiläumsbetrachtungen statt eines Nekrologs
Februar
1967

Die Germanistik ist eine sehr junge Wissenschaft, aber sie hat viel Vergangenheit. Im Grunde zählt sie zu den romantischen Parvenus, die sich Traditionen anmaßen. Die Philosophie und die klassische Philologie blicken mit tausendjährigen Rechten auf sie herab; und ihre vielfältigen (…)

FORVM, No. 164-165

Rebellierende Studenten: Wien?

August
1967

Günther Blecha ist Obmann des Verbandes Sozialistischer Studenten Österreichs und befindet sich — unter anderem eben deshalb — im 12. Semester seines Jus-Studiums. Daß er seine Zeit nutzbringend verbracht hat, scheint uns die folgende präzise Struktur-Analyse zu beweisen. Die Universitäten (…)

FORVM, No. 164-165

Rebellierende Studenten: Berlin

August
1967

Weniger denn je sind die Universitäten heute elfenbeinerne Türme, in die der Geist sich aristokratisch aus den Niederungen der Gesellschaft zurückziehen könnte. Mehr denn je ist das Leben der Universität mit dem Leben der Gesellschaft — und das heißt auch mit dem politischen Leben — verwoben. (…)

FORVM, No. 164-165

Rebellierende Studenten: London

August
1967

Die Studenten der „London School of Economics and Political Science“ machten in diesem Studienjahr durch eine Serie dramatischer Vorfälle von sich reden; sie rebellierten gegen die akademischen Autoritäten, blockierten das Hochschulgebäude durch „sit-ins“, boykottierten die Vorlesungen. (…)

FORVM, No. 178

Der Tod des Ordinarius

Thesen zur Hochschulreform
Oktober
1968

I. Wissenschaft und Freiheit Die einfache und klare liberale Beziehung zwischen Wissenschaft und Freiheit und zwischen Universität und Gesellschaft ist seit neuestem bei uns tiefgreifend in Frage gestellt. Aus Teilen der Gesellschaft, vor allem von seiten der jungen Generation, aufgenommen (…)

FORVM, No. 183/II

Positivisten gegen Studenten

März
1969

Ernst Topitsch: Die Sozialphilosophie Hegels als Heilslehre und Herrschaftsideologie, 1967, und Die Freiheit der Wissenschaft und der politische Auftrag der Universität, 1968; Luchterhand Verlag, Neuwied/Rhein. Die Verwandlung, die die Lehre von den menschlichen Beziehungen aus einer (…)

FORVM, No. 191/I

Akademikerfabrik für die Stagnation

Zur technokratischen Hochschulreform in Österreich
November
1969

Nach einer 20jährigen Periode des allgemeinen Desinteresses an der Qualität des österreichischen Bildungssystems, die den für die Bedürfnisse der Nachkriegskonjunkturen ausreichenden Stand der durchschnittlichen Berufsqualifikationen reflektierte, setzte 1965 die Reformdiskussion ein. (…)

FORVM, No. 197/II

Politologie = Revolution
Professor = Angst

Ein vertrauliches Dokument, rechtzeitig zum. 25. Jahrestag der Republik Österreich
Mai
1970

Denkschrift zur Frage der Errichtung einer Studienrichtung „Politologie“ im Rahmen der geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen Vorgelegt von: o.Univ.-Prof. Dr. Berthold Sutter, Graz (...) I. Allgemeines (...) 1. Von der Mehrzahl der Fakultäten wird die (…)

FORVM, No. 198/II/199

Illich vor Studenten: „Setzt Universität außer Betrieb!“

Juni
1970

Hager, fast ausgemergelt, braungebrannt und impulsiv macht Ivan Illich alles nur nicht den Eindruck eines katholischen Geistlichen. Der Sohn eines kroatischen Katholiken und einer spanischen Jüdin, der seit zehn Jahren das „Centro Intercultural de Documentacion“ (CIDOC) in Cuernavaca, 70 km von (…)

FORVM, No. 202/II/203/I

Studenten am Nullpunkt

Oktober
1970

B. F., einst Spiritus Rector der Wiener Studentengruppe „Aktion“, unternimmt hier, auf inhaltlich wuchtige, sprachlich leider ärgerlich komplizierte Weise, den Versuch, Diskussion und Analyse oder gar Neubelebung studentischer Politik in Österreich vorzuschlagen. I. Die bisherige (…)

FORVM, No. 205/206

Uni schon kaputt?

Gespräch
Januar
1971

In Ihrer Studie „Macht und Gewalt“ gehen Sie an mehreren Stellen auf die revolutionäre Studentenbewegung in den westlichen Ländern ein. Eines bieibt dabei unklar: Sehen Sie in der studentischen Protestbewegung überhaupt einen historisch positiven Vorgang? Ich weiß nicht, was Sie mit „positiv“ (…)

FORVM, No. 215/I/II

Warum Max Adler nicht Ordinarius wurde

November
1971

Von 1919 bis 1930 gab es in Wien einen antisemitischen Geheimbund, der Juden, d.h. also liberale Intellektuelle, aus Öffentlichen Stellungen drängte und CV-er wie schlagende Burschenschafter auf freiwerdende Positionen hievte. Dieser Verein hieß „Deutsche Gemeinschaft“ und war ein Aftermieter (…)

FORVM, No. 219

Provinzsoziologie

März
1972

An der philosophischen Fakultät der Wiener Universität sollte 1970 ein Lehrstuhl für Soziologie besetzt werden, ebenso wie an der juridischen ein dritter; die beiden bestehenden sind durch Prof. Rosenmayr und Prof. Reichhardt okkupiert, beide Anhänger einer empirischen Soziologie, der kritische (…)

FORVM, No. 241/242

Die Armen zahlen den Reichen die Stipendien

Europas Schul- und Hochschulreform in der Sackgasse
Januar
1974

Michael Huberman ist Verfasser einer offiziellen UNESCO-Studie, die mit ihrer ungeschminkten Kritik an der westlichen Schul- und Bildungsstrategie einen handfesten Skandal hervorgerufen hat. Sofort nach Veröffentlichung ließ der Generaldirektor der UNESCO, René Maheu, alle erreichbaren Kopien (…)

FORVM, No. 243
NF-Dokumentation

Alma mater minimundus*

Die Hornissen von Klagenfurt
März
1974

FRAGEN Wie wird man Professor in Österreich? Im Anfang war Drischel. Und Drischel zeugte Schöler und Schöler zeugte die Klagenfurter Hochschule und die Klagenfurter Hochschule zeugte eine Heerschar von Drischloiden und Schöleroiden. Und dann kam Herta Firnberg. Und sie sah, daß alles gut war. (…)

FORVM, No. 243

Kleine österreichische Hochschulstatistik

März
1974

1 Wieviel Studenten? „Im internationalen Vergleich liegt die Studentenquote in Österreich unter dem Durchschnitt“, konstatiert der Hochschulbericht ’72. „Im Jahre 1965 wiesen von den OECD-Ländern nur Spanien, Irland, Island, Luxemburg, Portugal und die Türkei eine niedrigere Studentenquote auf (…)

FORVM, No. 243

Universität der Lüfte

Eine technokratische Utopie
März
1974

Die Einführung des Numerus clausus in der BRD bedeutet die Bankrotterklärung des Bildungsbooms. Die liberalen Bildungspolitiker sehen ihre letzte Chance in der englischen „Open“ University“. Diese „Universität der Lüfte“ (Harold Wilson) soll sowohl unbegrenzte Studentenzahlen bewältigen als auch (…)

FORVM, No. 243

Philosophie des freien Studiums

Zur Open University
März
1974

1 Eine konservative Idee? Erwachsenenbildung hat in Großbritannien eine alte Tradition — und zwar eine zweideutige. Sie wurzelt sowohl im radikalen Demokratismus als auch in einer viel konservativeren Ethik. Der Gedanke, daß nur gebildete Staatsbürger die Verantwortung der Selbstbestimmung auf (…)

FORVM, No. 243

Bildungsboom und Produktion

Kritik der formalen Bildung (II. Teil des Aufsatzes in NF Jänner/Februar 1974)
März
1974

Wir haben in den letzten Heften die Kernstücke der Zivilisationskritik von Ivan Illich veröffentlicht (NF Dezember 1973, NF Jänner/Februar 1974). Die vorliegende Arbeit vertieft diese progressiv-katholische Analyse zur Kapitalismuskritik. Es ist einer der raren marxistischen Versuche, die (…)

FORVM, No. 255

Wider die rote Bourgeoisie

In Verteidigung der Gruppe Praxis
März
1975

Mit der Außerdienststellung der acht Belgrader Professoren im Jänner 1975 hat die Verfolgung des Praxis-Kreises einen neuen Höhepunkt erreicht — wenn auch, wie man befürchten muß, keinen Endpunkt. Das NEUE FORVM war seit jeher mit der Praxis verbunden: die Professoren Rudi Supek/Zagreb und (…)

FORVM, No. 282/283

Blutfrühling

Italiens Studentenkämpfe
Juni
1977

Italien ist wie ein leckes Schiff. Kaum glaubt man das Loch gestopft und die Gefahr gebannt, bricht die Flut von einer anderen Seite herein. Die italienische Regierung und ihre taktische Partnerin, die KPI‚ kämpft einen verzweifelten Kampf. Gerade war es ihr gelungen, die Arbeiterschaft etwas zu (…)

FORVM, No. 284/285

Weimar in Italien

Arbeitslose als Voraussetzung des neuen Faschismus
August
1977

„Heil Hitler“ in Rom In Italien geht’s drunter und drüber. Drunter siedet die Hölle aus Ultralinks und Ultrarechts. Drüber finden die Machteliten zu keinem regierungsfähigen Kompromiß, nicht nur nicht zum „historischen“ Berlinguers, sondern zu überhaupt keinem. In der Mitte, wo (…)

FORVM, No. 301/302

Leibeigenschuft

Sekretärinnenreport
Januar
1979

Sieh aus wie eine Frau, benimm dich wie eine Dame, denke wie ein Mann und arbeite wie ein Pferd. Blick durch die Wirtschaft Mann lehrt, Frau putzt Wir möchten die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Arbeitsplatz und seine Bedingungen lenken, nämlich den einer Sekretärin im wissenschaftlichen (…)

FORVM, No. 301/302

Er und Sie

Ein altes Spiel
Januar
1979

Chef bleibt Chef Er in Schnürlsamthosen und Pullover: fesch, flott und fortschrittlich; sie in knöchelgebundenen Samthosen und Schnürschuhen: resch, schick und engagiert. Beide könnten Studenten sein, es herrscht joviale Kameradschaftlichkeit. Man tratscht über die neuesten Schlagzeilen, duzt (…)

FORVM, No. 301/302

Wir sind nicht so

Stellungnahme zu Waltraud Mayer und Katharina Riese
Januar
1979

Der Artikel, der das Ergebnis einer Analyse der Arbeitssituation von Institutssekretärinnen durch einen Arbeitskreis „Frauen an der Universität“ sein soll, enthält eine Reihe von Vorwürfen, die sich auf das Institut für Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik (IFIP) beziehen. Wir sehen uns (…)

FORVM, No. 301/302

Ach, Egon ...

Antwort auf die Antwort
Januar
1979

Ich bin dankbar Ich gehe davon aus, daß die Arbeitssituation hier am Institut für mich die beste ist, die ich je in meinem Leben hatte. Das ist nicht im mindesten übertrieben, und ich bin Euch allen sehr dankbar dafür, daß Ihr in den ersten zwei Jahren meiner „Tätigkeit“ hier am Institut so (…)

FORVM, No. 331/332

Mit dem Browning philosophiert

Der Mord an Moritz Schlick am 22. Juni 1936
Juli
1981

Die Geschichte der Ersten Republik ist schlimmer, als man in der Schule lernt. Die peinlichen Episoden werden verdrängt. Mit Psychoanalyse und Neopositivismus entwickelten sich in dem 1918 klein gewordenen Österreich später weltumspannend gewordene Geistesrichtungen. Ihre Liquidierung geschah (…)

FORVM, No. 331/332

Die Gelbe Liste

Aus der Geheimgeschichte des Antisemitismus der 1. Republik
Juli
1981

Die Professoren trafen sich in aller Heimlichkeit. Der spätere Unterrichtsminister und letzte Obmann der Christlichsozialen Partei, Emmerich Czermak, führte das Protokoll. Man diskutierte, wie der Kollege von der juridischen Fakultät, der Strafrechtler Stephan Brassloff, „auf immer“ von der (…)

FORVM, No. 364/365

Die Türkei ohne Forum

April
1984

Drei- oder vierhundert österreichische Hochschullehrer und Studenten veranstalteten eine Unterschriftensammlung für türkische Hochschullehrer und Studenten — was Botschafter Erdem Erner als Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei zurückwies: eine authentische Interpretation der (…)

FORVM, No. 411/412

Kriegsgerichtsrat a. D. Schwinge macht mobil

März
1988

Die Justiz und die Juristen konnten bekanntlich nach 1945 (fast) ungehindert weiterarbeiten: Wenig betroffen von der Entnazifizierung und kaum gezeichnet von antifaschistischer Gesinnung vermochten Kommentatoren, Legisten, Professoren, Richter und Anwälte der Nazi-Zeit ihre rechtstechnischen (…)

MOZ, Nummer 42

Wir machen es freihändig

Juni
1989

Im Juni wird das Plenum des Nationalrates — auf der Grundlage des neuesten Rechnungshofberichtes — das Thema Universitätszentrum Althanstraße diskutieren. Den Grünen nach sollen Budgetverlagerung, -verschleierung, überhöhte Kosten und private Interessen als Tagesordnungspunkte Stimmung ins Hohe (…)

FORVM, No. 481-484

Die Universitätsphilosophen der »Ostmark«

April
1994

In »Heidegger im Kontext«‚ Argument-Sonderband 205, veröffentlichte G.L. Kurzbiographien der Philosophen im Deutschen Reich in den Grenzen von 1937; hier ergänzt er diejenigen auf dem Gebiet des heutigen Österreich, die Bearbeitung der übrigen besetzten Gebiete erhoffen wir noch. Wieder in: (…)

FORVM, No. 487-492

Gemeinwissen vs. Geheimwissen

Dezember
1994

Ein Handbuch über die »Österreichische Literatur im Nationalsozialismus« ist im Entstehen, auf der Basis von Archivmaterial, das die Forschungsgruppe des Grazer Germanisten Uwe Baur bisher nicht frei zugänglich machen will oder darf. Derfens des? oder derfens des nicht derfen? Eine Frage der (…)

radiX, Texte
Wissenschaft und Hochschulen im Nationalsozialismus:

Konrad Lorenz und die Ethologie

 
2000

I. Vorwort Über die Zeit des Nationalsozialismus gibt es zu verschiedensten Themenbereichen massenhaft Literatur. Nicht wirklich fündig werden die Suchenden unter dem Schlagwort „Wissenschaftsgeschichte des 3. Reiches“ sowie deren Randbereiche, etwa „Hochschulen im NS“ oder (…)

radiX, Nummer 3
Mexiko:

2000 Militärpolizisten stürmen die Uni, doch der Streik geht weiter

Mai
2000

Im Morgengrauen des 6. Februar 2000, der 292. Tag des Streiks der StudentInnen der Öffentlichen Universität Mexikos (UNAM - Universidad Nacional Autónoma de México), saßen 998 StudentInnen im Gefängnis. Die Militärpolizei (Policía Federal Preventiva) hatte mit Einverständnis des Rektors de la (…)

Context XXI, Heft 5/2000

„Por una educación popular y gratuita!“

September
2000

Mexico, das Land, das ab Dezember 2000 vom früheren Coca Cola-Manager Vicente Fox regiert werden wird, der dem politischen System mit dem Wahlsieg seiner rechtspopulistischen Partei der Nationalen Aktion (PAN) einen bilderbuchmäßigen Demokratisierungsschub bescherte, war in den vergangenen (…)

Context XXI, Heft 6/2000

Vom Dilemma der Bildungspolitik

Oktober
2000

Bildungspolitik heute heißt offiziell dafür Sorge zu tragen, daß dem nationalen Standort genügend Eliten entspringen, die ihrerseits wiederum dafür Sorge tragen, daß der Standort selbst in Zukunft attraktiv bleibt. Studierende sind diesem nationalen Konsens mehr oder weniger ausgeliefert oder (…)

Context XXI, Heft 7-8/2000

Bildung der Elite

Über die Funktionalisierung der Wissenschaft für Staats- und Geldmacht
Dezember
2000

Lehrende und Lernende mischen sich in die laufende Universitäts-Reform ein — leider zumeist falsch. Lehrende und Lernende beklagen Studiengebühren, Mittelkürzungen, Reglementierungen, Studienzeitverkürzungen, vermehrten Prüfungsdruck, usw. Und immer wieder begründen sie ihre Kritik nicht nur (…)

Context XXI, Radiosendungen 2001

Siegfrieds Köpfe

August
2001

Zur gleichnamigen Broschüre über Rechtsextremismus, Rassismus undAntisemitismus an der Universität, die von Context XXI in Zusammenarbeit mit dem Republikanischen Club, LICRA, der ÖH und Mitarbeitern des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes herausgebracht wurde. Am 5. März (…)

Context XXI, Heft 5/2001

Kosten-Wahrheit

September
2001

Zur Rechtfertigung von Studiengebühren hat der Indikator „Kosten je StudentIn“ Hochkonjunktur. Die Schwächen der Indikatorenbildung und der Interpretation sind nebensächlich — ob nun mehr oder weniger: die eigentlichen politischen Fragen werden verdrängt. „Bei uns studiert man am längsten — (…)

Context XXI, Heft 5/2001

Praxis, die: Tätigkeit, Ausübung, Erfahrung

Plädoyer für eine Beschreibung studentischer Praxis
September
2001

Ein Versuch, die übliche Perspektive universtärer Bildungstheorien durch etwas zu ergänzen, was meist völlig ausgeblendet ist: die konkrete Anschauung dessen, was StudentInnen tun, wenn sie studieren. Die folgenden Gedanken zu einer Beschreibung studentischer Praxis entstanden aus der (…)

Context XXI, Heft 5/2001

ÖH: … und tschüss?

September
2001

Seit Jahrzehnten ist die Österreichische HochschülerInnenschaft ein wichtiger Bezugspunkt politischer Aktivität an den Universitäten. Mit dem geplanten strukturellen Umbau der Universitäten geht auch ein radikaler Bedeutungsverlust der ÖH einher. Ein paar Gedanken zur Zukunft studentischer (…)

Context XXI, Heft 5/2001

Kritik der Universität

September
2001

Die heutige Universität ist eine Institution mit der unerklärten, aber deshalb nicht weniger verbindlichen Aufgabe, Reflexion zu verhindern. Das ist die Zuspitzung, die der traditionelle Auftrag der Universität, Erkenntnis zu verhindern, mittlerweile erfahren hat. Die traditionelle Universität (…)

Context XXI, Heft 7-8/2001 — 1/2002

Als ich nach Österreich kam. Ein Traum und heute nur mehr ein Alptraum ...

Februar
2002

Als ich die Grenze nach Österreich überquert habe, hatte ich ein Ziel: Studieren, und als Diplom-Ingenieur in mein Heimatland zurückkehren. Immerhin haben es vor mir ein Onkel und eine Tante geschafft und vor kurzem ihr Studium im Ausland absolviert. 5 Jahre im Ausland — das schafft für mich (…)

Context XXI, Heft 7-8/2001 — 1/2002

„als unbegründet abzuweisen“

Februar
2002

Dieser Text wurde 1999 geschrieben. Er bezieht sich lediglich auf eine Form des — strukturell rassistischen — Ausschlusses und der massiven Benachteilung von ausländischen Studierenden. Aufgrund der Entwicklungen mit Einführung der Studiengebühren und das heißt, der doppelten Studiengebühren für (…)

Context XXI, Heft 7-8/2001 — 1/2002

Universität und Rechtsextremismus

Februar
2002

Wie soll das Zusammengehen: hier der Hort von Aufklärung, dort organisierte Unmün­digkeit, hier Wissenschaft, dort Ideologie? Die Selbstwahrnehmung von Universitätsangehörigen steht nicht selten einer Sensibilisie­rung gegenüber Rechtsextremismus im Wege. Historische Phänomene wie (…)

Context XXI, Heft 7-8/2001 — 1/2002

Politische Orientierungen der Studierenden an hessischen Hochschulen

Februar
2002

Die im folgenden vorgestellte Untersuchung wurde 1996 abgeschlossen. Die Ergebnisse könnten deswegen veraltet erscheinen. Doch handelt es sich um breit erhobene Daten, die auf grundlegende Muster der Meinungsmilieus unter Studierenden hinweisen. Insbesondere neuere, allerdings nicht so intensive (…)

Context XXI, Heft 7-8/2001 — 1/2002

Wehret den Kontinuitäten

Ein Interview
Februar
2002

Die französische Universität zwischen Vichy-Tabuisierung, Shoah-Verleugnung und Neuer Rechter. Alexander Emanuely: Sie sind als Flüchtlingskind nach Frankreich gekommen und haben als U-Boot überlebt. Sie wa­ren also schon sehr früh auf lebensgefährliche Art und Weise mit dem Rassismus und (…)

Context XXI, Heft 7-8/2001 — 1/2002

„Despertá pueblo hijo de la gran puta!“*

Rassismus und Universität in Guatemala
Februar
2002

Die Ursprünge von Rassismus in Lateinamerika Die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Rassismus in Guatemala sind Teil einer Ideologie, die in ganz Lateinamerika im Zuge des europäischen Kolonisierungsprozesses (Ende des fünfzehnten bis zum ersten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts) (…)

Grundrisse, Nummer 12

Wissen als Wert und organisierte Erfahrung

Dezember
2004

1. Ich entsinne mich noch gut einer kleinen Episode, die sich anlässlich einer Audimax-Besetzung an der Universität Wien im Oktober 1995 zutrug. Es handelte sich damals um einen eintägigen „Warnstreik“, ausgerufen von der ersten linken ÖH-Exekutive der Geschichte, um einen bundesweiten (…)

Café Critique, Jahr 2006

Siegfrieds Nase

Über die Neuaufstellung des „Siegfriedskopfs“ im Arkadenhof der Wiener Universität
Oktober
2006

Statement anläßlich einer Podiumsdiskussion mit Bele Marx & Gilles Mussard, Rainer Fuchs, Herbert Posch, Gerhard Scheit, Katharina Wegan; Moderation: Florian Ruttner; 18.10.2006 im Hörsaal 33 der Universität Wien. Die sich über mehrere Dekaden hinziehende Kontroverse um das (…)

Streifzüge, Heft 39
2000 Zeichen abwärts

Akademische Prekarisierung

März
2007

Dieser Tage zeigt sich einmal mehr das „Elend im Studentenmilieu“, gegen das schon die Situationistische Internationale zu einer Zeit polemisiert hat, als eine andere Welt greifbar schien, nämlich kurz vor der 68er-Bewegung. Damals wie heute trifft ihre Analyse, die das Dilemma der (…)

Grundrisse, Nummer 24
Mit Nachdruck:

Zerschlagt die Universität

Dezember
2007

1. Die Universität kann nicht funktionieren, also muss man verhindern, dass sie funktioniert, damit diese Funktionsunfähigkeit ans Tageslicht kommt. Keine irgendwie geartete Reform kann diese Institution lebensfähig machen; also muss man die Reformen bekämpfen, sowohl hinsichtlich ihrer (…)

Grundrisse, Nummer 24

Zerschlagt die Hochschülerschaft, wählt VSSTÖ

Zur Kritik der Hochschuldidaktik
Dezember
2007

Wir dokumentieren ein Flugblatt des Verbandes sozialistischer StudentInnen, ca. aus dem Jahre 1970, in dem sowohl auf Gorz Bezug genommen als auch die Rolle der Wissensproduktion im Rahmen der gesamtgesellschaftlichen Arbeitsteilung ins Visier genommen wird. Interessant der offensichtlich vom (…)

Grundrisse, Nummer 26
Dragomir Olujić:

„Unsere Bewegung war pro-jugoslawisch“

Mai
2008

Dragomir Olujić zählte zur Kerngruppe der Protagonisten der jugoslawischen Studentenbewegung. Er wurde 1948 in der Vojvodina geboren. Olujić begann 1967 in Belgrad Politische Wissenschaften zu studieren. Nach den Protesten im Juni 1968 engagierte er sich in der studentischen Neuen Linken und (…)

Café Critique, Jahr 2009

Postnazistische Anstalt

Lehrjahre zwischen Jargons — am Beispiel der Theaterwissenschaft
Januar
2009

In memoriam Paul Stefanek I Das Institut für Theaterwissenschaft in Wien, wie ich es Ende der siebziger Jahre kennenlernte, erfüllte nicht nur allgemein die Kriterien einer postnazistischen Anstalt. Der familiäre Charakter, der hier den Ton angab; die unabwendbare Nähe und Vertrautheit im (…)

Café Critique, Jahr 2009

Der Siegfriedskopf im Arkadenhof

... oder wie die neue „Aufarbeitung der Vergangenheit“ funktioniert
September
2009

Im Sommer 2006, ohne dass die Feierlichkeit an die große Glocke gehängt worden wäre (wohl aus Angst vor Auseinandersetzungen, wie noch zu erläutern sein wird), wurde ein Symbol des Rechtsextremismus an der Universität Wien, der Siegfriedskopf, aus der Aula in den neugestalteten Arkadenhof (…)

Grundrisse, Nummer 32

Bewegungen der Studierenden in Österreich

Dezember
2009

Wegen der ungenügenden Kapazität der Universitätsräumlichkeiten ereignen sich schon zu Beginn der 1960er Proteste (bis hin zu Krawallen). Sind diese noch von den rechten Organisationen getragen, so ändert sich das Bild in der zweiten Hälfte der 1960er. Neben der allgemein (…)

Grundrisse, Nummer 32

Do you remember Wissensfabrik?

Oder: Warum auch 2009 die Universität zerschlagen werden muss
Dezember
2009

12 Thesen und ein unausgewiesenes Zitat zur Universität in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung des postfordistischen Kapitalismus und deren Überwindung* Im Folgenden soll thesenartig der Stellenwert der gesellschaftlichen Arbeitsteilung für die Aufrechterhaltung aber auch für die Überwindung (…)

Grundrisse, Nummer 32

Die Uni brennt?

Dezember
2009

In den vergangenen Jahren wurden an den verschiedenen Universitäten zahlreiche Reformen umgesetzt, die auf eine grundlegende Umgestaltung der Universität zielen. Diese waren zwar von Protesten begleitet, die aber keine länger anhaltende Dynamik entfalteten. Im Herbst 2009 wurde von Studierenden (…)

Grundrisse, Nummer 32

Kommuniqué aus einer ausbleibenden Zukunft

Über die Ausweglosigkeit des studentischen Lebens
Dezember
2009

Der hier vorliegende Text wurde im Zuge der Besetzung eines Teils der Universität von Santa Cruz vor einigen Wochen von dem Kollektiv research & destroy verfasst und Anfang Oktober 2009 online publiziert. Eine darauf einsetzende Diskussion des Kommuniqués kann auf der Website von AK Press (…)

Archiv der sozialen Bewegungen, Veranstaltungen

Bildung für alle — und zwar umsonst!

Februar
2010

Präsentation der Broschüre „Jenseits von Humboldt. Von der Kritik der Universit&auml:t zur globalen Solidarischen Ökonomie des Wissens“ mit VertreterInnen der „Plattform Massenuni“ Donnerstag, 25. Februar 2010 ab 19.00 Europaweit brennen die Universitäten. In Wien gingen am 28.10.09 (…)

Streifzüge, Heft 48

Petition für eine „Kritische & Solidarische Universität – KriSU“

März
2010

Die soziale, ökologische und wirtschaftliche Krise der gegenwärtigen Gesellschaft macht „business as usual“ zu einer Drohung. Arbeitslosigkeit und Armut werden zunehmen, der Klimawandel ist kaum mehr zu bremsen, die Wachstumswirtschaft stößt an ihre Grenzen. Die Universität hat diese (…)

Grundrisse, Nummer 35

Elitenbildung und Hochschulen im chinesischen Sozialismus

Überlegungen zu „Rise of the Red Engineers“ und darüber hinaus
September
2010

Rezensionsessay Joel Andreas: Rise of the Red Engineers: The Cultural Revolution and the Origins of China’s New Class, Stanford University Press 2009, 28 Euro Die Studierendenproteste in Österreich und Deutschland im Herbst 2009 haben die Fragen aufgeworfen, was der Sinn und Zweck von (…)

Grundrisse, Nummer 39
Clemens Knobloch:

Wir sind doch nicht blöd

Die unternehmerische Hochschule
September
2011

Münster: Westfälisches Dampfboot, 2010, 264 Seiten, Euro 24,90 Die Kritik der unternehmerischen Hochschule Spätestens seit den Studierendenprotesten in Österreich 2010 werden die Reformen des Hochschulsystems in einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert. Clemens Knobloch hat (…)

Streifzüge, Heft 53

Hinter den Masken des Akademischen

Wie Kapitalinteressen und Hochschulreformen die Universitäten verändern
Oktober
2011

Eine kurze „Typisierung“ der Akteure an deutschen Universitäten zwischen klassischen Hierarchisierungen und dem Versuch ihrer Umgestaltung nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. In der Institution Universität liegt die klassische Dreiteilung von Forschung, Lehre und Verwaltung in der Natur (…)

Streifzüge, Heft 55

Kritische Bildung

Königsweg zu einem veränderten gesellschaftlichen Sein?
Juni
2012

Der französische Philosoph Michel Foucault hat im Rahmen eines Vortrags vor der „Société française de philosophie“ am 27. Mai 1978 erstmals einen Gedanken ausgeführt, der in der Folge zentrale Bedeutung in seinem Werk bekommen hat: Kritik hat ihre Grundlage im Wunsch, „nicht so und nicht dafür (…)

Streifzüge

Tote Pferde kann man nicht reiten

Januar
2024

Ausgangspunkt: ein universitäres Budgetloch in der Periode 2022–24 in Höhe von 1,2 Mrd. Euro. Markierungspunkte der medialen Erregung: geschlossene Unis, abgeschaltete Heizungen, Personalstopps. Akt der Befreiung: der Finanzminister gewährt 2025–27 ein Budget von insgesamt 16 Mrd. Euro. Es (…)